Virtuelle Lehrveranstaltungen – Fortbildungen am Sofa?

Virtuelle Lehrveranstaltungen – Fortbildungen am Sofa?

Die Virtuelle Pädagogische Hochschule (VPH) versteht sich als Innovationshub. An der PH Burgenland angesiedelt entwickelt sie Onlineformate der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrenden. Ich hatte die Möglichkeit im eLectures-Bereich eine Online-Fortbildung zu gestalten. Nach der positiv befundenen Bewerbung und der Zulassung meiner Einsendung für die Online-Session starteten die Vorbereitungen.

Eines der vielen Angebote der VPH nennt sich eLecture. In den einstündigen Online-Fortbildungen stellen professionelle Vortragende Software vor, sprechen über Digitales und den Einsatz von Tools. Lehrende können sich für diese Art der Lehrveranstaltung direkt anmelden. Auch ohne vorherige Anmeldung ist es für Lehrerinnen und Lehrer, Lehrende an Hochschulen und Lehramtsstudierende kostenlos möglich direkt teilzunehmen. Meistens wird die Konferenzsoftware Adobe Connect verwendet. Ein mächtiges Tool, das es erlaubt, bis zu 100 Personen den Zugriff gleichzeitig zu gewähren. Diese sehen dann die Präsentation oder den freigegebenen Bildschirm der oder des Vortragenden und können Fragen innerhalb eines Chats verfassen. Optimalerweise wird auf diese Fragen eingegangen und individuell geantwortet. Für jede eLecture gibt es die Co-Moderation. Diese Person managed die technischen Grundbedürfnisse, begrüßt alle Teilnehmenden und beendet die Session. Diese Fortbildungen werden auch aufgezeichnet, damit sie später online nachgeschaut werden können.

Da ich bereits zahlreiche eLectures miterlebt habe und sah, dass grundsätzlich die Möglichkeit besteht, selbst solche abzuhalten, dachte ich mir: probier es! Viel schneller als gedacht erhielt ich einen Termin für den Titel „Lernvideos, Screencasts, Tutorials selbst erstellen“. Nun ging es sofort an die Planung. Die Folien für die Präsentation, die technischen Abläufe und die Lernziele müssen zusammenpassen. Interessante Inhalte so zu vermitteln, dass sie Unwissende ebenso verstehen zeigte sich als Herausforderung. In meiner Arbeit als Lehrer konfrontiere ich sonst Teenager mit musikalischen, mathematischen und technischen Themen. Die Wissensvermittlung an hoch-qualifizierte und interessierte Erwachsene muss wohl anders durchdacht sein.

Einige Punkte, die für mich klar waren musste ich neu aufbereiten. Das Vorzeigen von Abläufen gestaltet sich als technisch herausfordernd und viele Tools musste ich erneut testen. Im Zuge der Planung fand ich ebenso heraus, dass es auch schwierig einzuschätzen ist, wie lange tatsächlich gesprochen wird. Die Zeitvorgabe beläuft sich auf eine Stunde. In dieser Zeit sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Überblick über die Lernvideoproduktion erhalten, wissen was ein Screencast ist und auch wie einer erstellt werden kann. Ebenso erschien mir wichtig zu vermitteln, welchen Nutzen Lernvideos haben können und warum nicht nur Lernende davon profitieren können.

Etwa eine Woche vor dem Termin traf ich digital meinen Co-Moderator innerhalb von Adobe Connect. Er erklärte mir den Ablauf genau und wir probierten die technischen Abläufe durch. Nach dem äußerst kompetenten Briefing wussten wir beide Bescheid, wie meine eLecture durchzuführen ist. Neben der Präsentation wollte ich auch Dinge am Laptop und am Smartphone vorzeigen. Dazu eignete sich die Bildschirmfreigabe, die es allen ermöglicht, meinen Bildschirm zu sehen. Der Quicktime-Player macht es auf Apples Computern außerdem noch möglich den Bildschirm des iPhones/iPads anzuzeigen. Dadurch konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch verfolgen, was ich dort zeige.

Zwei Tage vor meiner ersten Online-Fortbildung, die ich selbst halten durfte, ging es nun um die Anzahl der Anmeldungen. Erst ab fünf findet die Fortbildung auch statt, ansonsten erfolgt eine Absage. Ich schaute im Onlinesystem nach und stellte fest: 49 Personen meldeten sich an. Wie mir mein Co-Moderator bestätigte ist das eine sehr hohe Zahl, er erzählte, dass dies bei ihm schon längere Zeit nicht mehr der Fall war. Dementsprechend machte sich die Aufregung bei mir bemerkbar. Diese legte sich zum Glück bis zum tatsächlichen Beginn. Technisch und inhaltlich lief die eLecture aus meiner Sicht gut ab. Ich merkte selbst, dass ich schneller, als sonst schon sprach. Diese Erkenntnis brachte nach 40 Minuten leider nur mehr wenig. In den letzten Minuten klärte ich noch verbliebene Fragen und bat um Feedback zur Lehrveranstaltung. Mir geht es dabei vor allem um das, was nicht gut funktioniert – damit kann ich arbeiten und meine Abläufe verbessern. Mein Ziel ist es, dass alle von meinem Wissen profitieren.

Gestern las ich in meinem E-Mail-Postfach die Rückmeldungen. In einem PDF-Dokument befanden sich die anonymen, ausgewerteten Ergebnisse der Abschlussbefragung. Ich war beeindruckt. Meine Lehrveranstaltung war empfehlenswert, sehr gut und auch von Bedeutung. In der letzten Frage „Was möchten Sie dem Referenten/der Referentin und/oder dem Organisationsteam der Virtuellen PH gerne noch mitteilen?“ gab es besonders schöne Rückmeldungen. Die so entstandene Wordcloud ziert als Titelbild nun diesen Beitrag. Gerne halte ich auch in Zukunft eLectures, es macht wahnsinnig Spaß und bietet eine willkommene Abwechslung. Außerdem schätze ich die professionelle Betreuung durch die VPH sehr.

Wer nun Lust auf eLectures bekommen hat, sollte sich auf der Virtuellen PH umschauen. Meine Fortbildung gibt es dort ebenso zum nachschauen.

Leistungsbeurteilung: einfach und transparent!

Leistungsbeurteilung: einfach und transparent!

Screenshot der Beurteilungsliste

Leistungsbeurteilung: einfach und transparent!

Grundsätzlich werden Schülerinnen und Schüler durch die laufende Erbringung von Leistung in der Schule beurteilt, bewertet und beschrieben. Die Gesamtnote setzt sich je nach Lehrperson und Gegenstand aus verschiedenen Teilen zusammen – die Erstellung einer Gesamtnote (für das Jahreszeugnis) erweist sich oft als wenig transparent. Daher habe ich eine Excel-Datei erstellt, die für Klarheit sorgt.

UPDATE

Aktualisiert am 18.08.2021

Warum genau Excel?

Generell spricht nichts gegen Open-Source Lösungen, wie bspw. Libre-Office. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Microsoft-Office Produktpalette sehr häufig in österreichischen Schulen vertreten ist. Ebenso sieht durch Office365 Excel fast überall gleich aus. Die plattformübergreifende Bedienung ist ein Vorteil, da am Tablet, PC, über den Browser und sogar über das Smartphone Eingaben erfolgen können.

Transparent und tagesaktuell

Aus meiner eigenen Praxis heraus ergaben sich regelmäßig dieselben Fragen von Schülerinnen und Schülern:

  • Auf welcher Note stehe ich gerade?
  • Wie viel zählt die Schularbeit?
  • Kann ich mich verbessern?
  • Wo kann ich mich verbessern?
  • Wie viele Hausübungen habe ich nicht gemacht?

Ein weiterer Punkt sind Elterngespräche. Eltern wollen natürlich auch bestens informiert werden – eine transparente Beurteilung ist dabei sehr hilfreich und schafft Vertrauen.

Ich entschloss mich ein eigenes Konzept zu erarbeiten, dass tagesaktuell den Leistungsstand einer Person zeigt. In den letzten drei Jahren wurde das Konzept umgearbeitet und verbessert – Anregungen von Testpersonen flossen ein.

Aufbau

Die Liste ist in Winter- und Sommersemester unterteilt. Es gibt vier Blöcke, die sich bei mir mündliche Mitarbeit, schriftliche Mitarbeit, Schularbeit und Hausübung nennen. Jeder Block ist unterschiedlich gewichtet, was bedeutet, dass eine Hausübung nicht gleich viel wert ist, wie eine Schularbeit. Bei mir bildet die mündliche Mitarbeit, also alles, was in der Unterrichtsstunde passiert, 35% der Gesamtnote. Die Schularbeit und die schriftliche Mitarbeit sind mit 25% und 20% kleiner, die Hausübungen machen 20% aus. Damit Nutzerinnen und Nutzer die Liste individuell gestalten können, wird im Vorfeld festgelegt, wie die vier Blöcke heißen und wie hoch die prozentuelle Wertigkeit ist. Alle Eintragungen erfolgen mit einem Prozentwert und sind mit einem Datum versehen. Der Mittelwert (arithmetisches Mittel) aus allen Leistungen eines Blocks zählt dann zur Gesamtnote. Alle Daten werden auf einer Übersichtsseite zusammengefasst – diese ist für die Lehrperson gedacht. Für Schülerinnen und Schüler gibt es Einzelansichten, die einfach ausgedruckt werden. Diese Übersicht ist dann mit Balkendiagrammen versehen und ein Liniendiagramm zeigt den Verlauf der mündlichen Mitarbeit.

    Screenshot der Excel Beurteilungsliste

    Vorbereitung

    Das Datenblatt wird mit den Namen, den Leistungsbereichen und der Gewichtung befüllt. Ebenso können Winter- und Sommersemester unterschiedlich gewichtet werden. Die Liste wählt durch die Eingabe der Schulstufe automatisch die passende Beurteilungsskala laut LBVO (Leistungsbeurteilungsverordnung). Die Skala, welcher Prozentwert für welche Note steht kann frei verändert werden.

    Eintragen – Übersicht

    Diese Seite zeigt die Teilleistungen von einem Wintersemester. Das Sommersemester ist noch leer und zählt daher nicht für die volle Note. Dies dient zur Erstellung der Schulnachricht zum Semesterende. Hier ist auf einen Blick ersichtlich, in welchen Bereichen Verbesserungs- oder Nachholbedarf besteht.

    In regelmäßigen Abständen, z.B. nach der Schularbeit oder monatlich erhalten alle Lernenden ihren individuellen Leistungsstand. Dieser wird bspw. in das Mitteilungsheft eingeklebt und so den Erziehungsberechtigten zur Kenntnis gebracht.

      Screenshot der Excel Beurteilungsliste

      Fazit

      Eine digitale Aufzeichnung ist für mich deutlich einfacher zu bedienen, also mehrere analoge Listen. Ab der ersten Schularbeit kann ich nach einem Blick in die Excel-Datei sagen, wer auf welcher Note steht, wo Defizite liegen, in welchen Bereichen Stärken liegen und wie viele Hausübungen nicht gemacht wurden. Den Eltern gegenüber ist eine transparente Beurteilung fair, wenn dies leicht verständlich erfolgt wird Vertrauen geschaffen. Das bildet ein gutes Fundament und eine ordentliche Gesprächsbasis. Ich muss, wenn es um die Zeugnisnoten geht nicht stundenlang rechnen und mir überlegen, wie Schülerinnen und Schüler eigentlich zur Note kommen.

      Versionsverlauf

      Hier gibt es eine grobe Übersicht, der Versionen (nur volle Schritte) – die langweiligen Details erspare ich lieber.

      v1.0

      Nach einer Alpha folgte mit v1.0 die (public) Beta. Die Liste konnte bereits voll verwendet werden. Ein paar Übertragsfehler wurden entdeckt. Grafische Elemente waren noch nicht vorhanden.

      v2.0

      Diese Version sollte eine Finale sein, die es ermöglicht (durch bedingte Formatierungen) einen schnellen Überblick zu erlangen.

      v3.0

      Nachdem Eltern oft aus den Zahlen nicht schlau wurden, gab es mit v3.0 erstmals grafische Elemente in Form von Sparklines. Ein neues Blatt wurde hinzugefügt, wo jede Lernperson einen Abschnitt erhielt. Dabei sind kleine Säulendiagramme zu sehen, die den jeweils erreichten Prozentwert zeigen. Ein Update war noch in Aussicht – der Verlauf der mündlichen Mitarbeit wurde nach und nach als Liniendiagramm eingearbeitet.

      Die Liste Unterscheidet nun auch nach der (alten) LBVO zwischen grundlegend und vertiefend. Dazu wird einfach die Schulstufenangabe herangezogen. 5/6 ergeben die herkömmliche Skala und 7/8 oder höher sind mit grundlegender und vertiefender Beurteilung verknüpft.

      v4.1

      4.0

      Nun ist es endlich soweit. Google Tabellen ermöglichen ein noch leichteres Bearbeiten der Liste. Die Sparklines wurden verfeinert und grafisch etwas aufgebessert. Diverse Korrekturen führen jetzt zu einem sauberen Ergebnis. Aktuell wird an keiner v5.0 gearbeitet. Die „neue“ LBVO ist bereits berücksichtigt, es gibt „standard“ (s) und „standard ahs“ (a). Letzteres ab der 6. Schulstufe. Ein neues Video erläutert v4.0 genauer. Es gibt eine kleine Videoreihe, in der einzelne Funktionen näher beschrieben werden.

      4.1

      Kleine Nachbesserungen. Verlinkung zu diesem Beitrag und zu den Anleitungsvideos eingefügt. Im Sheet „G“ wurden nun mehrere Spalten gruppiert, wodurch sich eine passendere Ansicht generieren lässt (+ und – Buttons oben).

      Anleitung (neu, v4.0)

      v5.4

      v5.4 Für die zweistufige Notenskala gibt es jetzt eine Umschaltmöglichkeit (Standard/AHS) für die Gesamtnote und für einzelne Schularbeiten. Die dahinterliegende Prozentzahl bleibt unberührt. Schularbeiten können unabhängig von der aktuellen Einstufung betrachtet werden (vergangenen Schularbeiten bleiben also eingestuft, wie zum damaligen Zeitpunkt eingetragen).

      Download als Excel-File, jedoch in Google einfach importierbar (in Google Drive hochladen).

       

      Es gibt nun eine befüllte Liste (erfundene Werte). Damit kann leichter und schneller getestet werden: DOWNLOAD-DEMOLISTE

      Anleitung und Download

      v4.1

      Nach dem Öffnen kann über „Datei“ eine Kopie erstellt werden. Alternativ dazu gibt es auch die Möglichkeit, die Datei als Excel-File herunterzuladen (die Sparklines funktionieren dann aber oft nicht richtig).

       

      v5.3

      Hier ein Quick-Start-Guide:

      GoodNotes 5 auf dem iPad für die Schule

      GoodNotes 5 auf dem iPad für die Schule

      Screenshot der Beurteilungsliste

      GoodNotes 5 auf dem iPad für die Schule

      Ich verwende mein iPad (Pro, 11“) als Dokumentenersatz – kein Buch, kein Heft, kein Block und keine Zettel. Zum Verwalten und Bearbeiten von Dokumenten und für die Arbeit in der Schule verwende ich die App GoodNotes in der fünften Version.

      Für diesen Beitrag gibt es eine Aktualisierte Version

      Typischer Arbeitstag

      Normalerweise starte ich direkt am Vormittag in der ersten oder zweiten Stunde bereits mit meinem Unterricht. Neben Mathematik und Musik gehören aber auch technisches Werken und Digitale Grundbildung zu meinen Themen, die ich vermittle. Mein Mathematikunterricht gestaltet sich sehr digital. Die Schülerinnen und Schüler haben neben dem Schulbuch auch ein eBook zur Verfügung. Wer es nutzen will, schleppt sein Buch nicht mehr mit nach Hause, sondern schaut sich die Übungsbeispiele oder Hausübungen am Handy an. Letzteres wird ebenso oft auch digital aufgegeben. Die Tafel verwende nur sehr selten.

      Meine Mitschrift erfolgt live am Tablet in der Stunde, die Lernenden sehen auf dem projizierten Bild, was ich mache – eine Art digitale Tafel. Sie sehen aber keine Einstellungen, Benachrichtigungen, sondern nur das reine, digitale Tafelbild. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

      • kein Löschen der Tafel mehr
      • besserer Kontrast (z.B. schwarz auf weiß) und gute Lesbarkeit
      • vielfältige Möglichkeiten durch den Einsatz von Farben, Formen, Skizzen, Markierungen, u.v.m.
      • Lernende können das Layout besser in das Heft übertragen (A4 bei mir, A4 bei den Schülerinnen und Schülern)
      • einfaches Vergrößern und Verkleinern und auch zoomen
      • leichtes Zurückscrollen (z.B. zur letzten Stunde)
      • schnelles einfügen von Inhalten wie etwa Bildern
      • Blickkontakt mit den Schülerinnen und Schülern
      • schnelle Hinweise durch den digitalen Laserpointer

      Nach einer längeren „Testphase“ evaluierte ich das Konzept mithilfe meiner Schülerinnen und Schüler. Sie waren ebenso begeistert wie ich und forderten, dass ich nicht zur Tafel zurück wechsle.

      Nach meinen Unterrichtsstunden oder auch in den Pausen beim Vorbeigehen fragen Kolleginnen und Kollegen immer wieder Kleinigkeiten, die ich direkt über das Tablet erklären oder zeigen kann. Auch eine schnelle Internetsuche ist durch den größeren Bildschirm als beim Smartphone oft hilfreich. Eine schnelle Notenauskunft ist sogar zwischen Tür und Angel möglich. Im Lehrendenzimmer kann direkt auf dem iPad vorbereitet werden. Notizen oder Mitschriften werden sortiert, Ordner erstellt, Dokumente gelöscht und PDF-Dateien importiert. Dass direkt in ein Dokument hineingeschrieben werden kann, schätze ich sehr. Am Nachmittag, vor allem zu Hause, nehme ich dann Videos (Screencasts) auf. In diesen vorwiegend Mathematikvideos erkläre ich Themen nochmals für die Schülerinnen und Schüler. Wenn ich das Flipped-Classroom-Konzept anwende, arbeite ich fast ausschließlich mit dem Tablet. Hier wird die Einheit ebenfalls mit Hilfe von GoodNotes aufgebaut.

      Warum GoodNotes 5 und wie funktioniert das?

      Vorerst war ich mit der vierten Version sehr zufrieden. Das Update auf Good Notes 5 erfüllte doch noch mehr Erwartungen. Es ist möglich eine Ordnerstruktur aufzubauen – Drag & Drop wird auch unterstützt. Neben Ordnern und Dokumenten können auch Bilder aufgenommen oder Dokumente gescannt werden. Dazu dient dann die eingebaute Kamera. Ebenso kann von anderen Quellen, wie USB-Sticks oder Cloud-Speichern importiert werden. Bei der Erstellung eines neuen Dokuments wird aus einer Vielzahl an Titelblättern und Seitenlayouts ausgewählt. Neben den Vorlagen DINA7 bis DINA3 kann auch zwischen Letter oder Tabloid-Format ausgewählt werden. Weitere Parameter ist die Hintergrundfarbe. Einige Auswahlmöglichkeiten der Papiersorte sind liniert, kariert, dotted, leer, cornell, Notenzeilen oder Tabulator.

      Nachdem der Name für das Dokument vergeben wurde, kann direkt geschrieben werden. Neben den vielen Einstellungsmöglichkeiten der Farben und der Strichstärke, gelingt auch die Erzeugung von Formen einfach. Mit dem Lasso-Werkzeug fängt man Bereiche ein und kopiert oder löscht sie. Viele weitere Werkzeuge ermöglichen so viele Möglichkeiten der Dokumentenerstellung und -bearbeitung.

      iPad Bildschirm mit Hilfe des Beamers projizieren

      Generell gibt es für Apple-Geräte die Möglichkeit den Bildschirm eins zu eins auf Monitore oder Beamer zu streamen. Das wird „mirroring“ genannt. Notwendig dafür ist ein Lightning Digital AV Adapter, der von Apple für € 55 verkauft wird. Im Fachhandel gibt es günstigere Angebote. Bei meinem iPad gibt es stattdessen einen USB-C Anschluss und ich verwende einen normalen USB-C HDMI Adapter. Dieser wird beim Einstecken direkt erkannt und das Bild wird übertragen. In GoodNotes 5 gibt es seit dem letzten Update auch den Präsentationsmodus. Dieser ermöglicht es, dass die Zusehenden nicht den gesamten Bildschirm, sondern nur das Dokument sehen. Wenn gezoomt wird, dann passt sich das ausgegebene Bild direkt an. So werden ganze Seiten im Hochformat angezeigt, während beispielsweise Ausschnitte im Querformat dargestellt sind. Die Ablenkung ist dann nicht gegeben. In meinem Fall sehen die Schülerinnen und Schüler nicht, wenn ich zwischen Radiergummi und Stift wechsle. Seit dem Update auf iPadOS 13 steht in GoodNotes 5 auch die Funktion zur Verfügung zwei Dokumente nebeneinander geöffnet zu haben. Über einen Button wird ausgewählt, welches Dokument über den Beamer angezeigt wird. Ich habe klassischerweise das Schulbuch und mein digitales Schulübungsheft nebeneinander, projiziert wird aber immer nur eines von beiden.

      Kosten

      Die App ist ausschließlich in Apples „App Store“ für etwa 8 € erhältlich. Ich finde den Preis, in Anbetracht der Funktionalität, mehr als angemessen. Das entspricht etwa den Ausgaben von drei bis vier Collageblöcken.

        Zusammenfassung

        GoodNotes ist in der Version 5 ein alltagstaugliches und sehr gut funktionierendes Tool. Es erleichtert mir nicht nur den Transport und die Bearbeitung von Dokumenten, sondern hilft mir auch schnell Veränderungen durchzuführen. Für mich gibt es keinen Papiermüll, keine abgerissenen Seiten oder umgeknickte Ecken mehr. Natürlich muss beachtet werden, dass GoodNotes nur in Verbindung mit einem iPad samt Eingabestift Sinn macht. Ich verwende den Apple Pencil zum Schreiben, der ohne eine spürbare Latenzzeit arbeitet. Derzeit wird leider nur Apples iCloud zur Onlinesynchronisation unterstützt – diese Möglichkeit verwende ich jedoch nicht.

        iPad: Hilfreiche Apps

        iPad: Hilfreiche Apps

        Eine erstmals günstige Einsteiger-Version des iPads kommt im Oktober 2019 auf den Markt. Apple gibt einen Preis von 379€ für das 10,2″ Gerät an. Welche Apps ich verwende und wie sie mir den Alltag erleichtern gibt es in diesem Text zu lesen.

        Weiterlesen

        iPad im Unterricht?!

        iPad im Unterricht?!

        Du wolltest schon immer angebissene Logos auf deinen Geräten sehen? Die grandiose Welt der Fans und auch der Gegner ist wohl ebenbürtig. Für und Wider und zurück ist das, was ich den ganzen Tag höre. Doch wo liegen denn eigentlich die Vor- und Nachteile genau?

        Weiterlesen