GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Screenshot der Beurteilungsliste

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Digitale Schrift in allen Lebenslagen kann nicht nur privat, sondern auch im Unterricht vorteilhaft eingesetzt werden. Die App GoodNotes bietet viele Möglichkeiten um zu schreiben und zu skizzieren und noch viele weitere, die im Klassenzimmer Anwendung finden. Auch für Mathematik eignet sich das Tool meiner Wahl – mehr dazu und einige give-aways gibt es hier.

Bevor wir starten

Im aktuellen Schuljahr bin ich in mehreren Klassen Mathematiklehrer und auch Biologiestunden zählen zu meiner Lehrfächerverteilung. Natürlich gibt es da noch mehr, GoodNotes lässt sich hierbei aber am Besten einsetzen. Meine Mitschrift erfolgt live am Tablet in der Stunde, die Lernenden sehen auf dem projizierten Bild, was ich mache – eine Art digitale Tafel. Sie sehen aber keine Einstellungen, Benachrichtigungen, sondern nur das reine, digitale Tafelbild. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • kein Löschen der Tafel mehr
  • besserer Kontrast (z.B. schwarz auf weiß) und gute Lesbarkeit
  • vielfältige Möglichkeiten durch den Einsatz von Farben, Formen, Skizzen, Markierungen, u.v.m.
  • Lernende können das Layout besser in das Heft übertragen (A4 bei mir, A4 bei den Schülerinnen und Schülern)
  • einfaches Vergrößern und Verkleinern und auch zoomen
  • leichtes Zurückscrollen (z.B. zur letzten Stunde)
  • schnelles einfügen von Inhalten wie etwa Bildern
  • Blickkontakt mit den Schülerinnen und Schülern
  • schnelle Hinweise durch den digitalen Laserpointer

In vielen Bereichen eignet sich der Gedanke, zuerst an das Ziel zu denken. In meinem Fall half mir das, GoodNotes zu entdecken und effizient zu nutzen. Ich benötige einerseits einen Ersatz für die Kreidetafel, der es möglich macht während Unterrichtsstunden in die vergangenen Aufzeichnungen zu blicken und andererseits eine Möglichkeit auch meine mathematischen Kritzeleien unterzubringen. Konstruktionen von Formen und Körpern führe ich jedoch nach wie vor offline bzw. analog mit Stift, Geodreieck, Zirkel und Papier durch. Zum Schluss möchte ich aber noch die Möglichkeit haben, dass Schülerinnen und Schüler nur das sehen, was sie sehen sollen und via Exportfunktion auch meine Mitschrift sehen können.

Diese Funktionen bietet mir GoodNotes und kann sogar noch über Umwege ein klein wenig mehr.

Was braucht man?

Neben Apples iPad ist ein Stift voraussetzung, um GoodNotes effizient zu nutzen. Da der originale Apple Pencil manchen doch zu teuer erscheint, gebe ich hier ein paar Gedanken mit: Der originale Stift ist zu 100% auf das iPad zugeschnitten. In der ersten Version wird dieser über den Lightning-Port direkt am iPad geladen, in der zweiten Generation klappt dies induktiv. Je nach iPad ist entweder jener der ersten Generation oder eben der andere kompatibel. Neben reinem Schreiben eignet sich dieser aber auch hervorragend zum Zeichnen – dabei unterstützt der Apple Pencil auch im abgeschrägten Zustand die Eingabe und verhält sich dabei ähnlich wie ein Bleistift oder Buntstift.

Sollte das iPad in Kombination mit dem Stift überwiegend zum Schreiben genutzt werden, dann gibt es von Adonit oder Logitech passende und günstigere Alternativen:

Diese Stifte bieten vielleicht nicht den gleichen Komfort beim Laden und Verwalten, sind für Schrift aber eine absolute Empfehlung. Soll es doch der Apple Pencil werden, könnte es auch sein, dass man diesen gebraucht gut und günstig findet – es gibt doch einige Leute, die den falschen Stift gekauft haben und diesen dann über diverse Plattformen wieder loswerden möchten.

Weit über die Grundfunktionen hinaus

GoodNotes bietet in der fünften Version nicht nur die Möglichkeit Notizbücher zu befüllen, sondern auch einen eigenen Modus der bei einer Beamer- oder Monitor-Verbindung aktiv wird. In meinem Umfeld  ist das iPad über einen HDMI-Adapter mit dem Beamer verbunden, sodass die Schülerinnen und Schüler das sehen, was ich schreibe. Der Präsentationsmodus, dessen automatische Aktivierung eingestellt werden kann, lässt Menüpunkte und Auswahlwerkzeuge beim Beamer-Bild verschwinden. So sehe ich die übliche GoodNotes-Ansicht, andere sehen jedoch nur das Hintergrundbild und meine Schrift. So werden ganze Seiten im Hochformat angezeigt, während beispielsweise Ausschnitte im Querformat dargestellt sind. Die Ablenkung ist dann nicht gegeben. In meinem Fall sehen die Schülerinnen und Schüler nicht, wenn ich zwischen Radiergummi und Stift wechsle. Seit dem Update auf iPadOS 13 steht in GoodNotes 5 auch die Funktion zur Verfügung, zwei Dokumente nebeneinander geöffnet zu haben. Über einen Button wird ausgewählt, welches Dokument über den Beamer angezeigt wird. Ich habe damit das digitale Schulbuch oder PDF-Dokumente mit Vorbereitungen und mein digitales Schulübungsheft nebeneinander, projiziert wird aber immer nur eines von beiden. 

Neben diversen Stiften und Tools um Formen zu zeichnen, gibt es auch Markier-Werkzeuge, eine automatische Handschrifterkennung und die Möglichkeit Bilder einzufügen. Dabei kann auch über Bilder geschrieben werden und schönere Skizzen gelingen schnell und einfach – es ist wie digitales Abpausen. Dabei können Linien auch im Nachhinein farblich angepasst oder direkt gelöscht werden das gilt auch für Linien und Formen, die dann noch eine Größenanpassung zulassen.

Ein Notizbuch richtig erstellen

Natürlich wollte ich nach dem Download sofort loslegen und merkte erst einige Zeit später, dass die Ein oder Andere Möglichkeit vorher bedacht werden sollte. Notizbücher bestehen aus einem Deckblatt, dass einfach die erste Seite des Notizbuches darstellt. Dahingehend kann neben den Vorlagen auch ein eigenes Bild dafür verwendet werden. Bei der Erstellung eines neuen Notizbuches fragt GoodNotes nach dem gewünschten Hintergrund. Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten in verschiedenen Formaten – auch linierte und karierte Templates gibt es dort.

Seit der fünften Version ist es nun möglich eine Ordnerstruktur aufzubauen – Drag & Drop wird auch unterstützt. Neben Ordnern und Dokumenten können auch Bilder aufgenommen oder Dokumente gescannt werden. Dazu dient dann die eingebaute Kamera. Ebenso kann von anderen Quellen, wie USB-Sticks oder Cloud-Speichern importiert werden. Bei der Erstellung eines neuen Dokuments wird aus einer Vielzahl an Titelblättern und Seitenlayouts ausgewählt. Neben den Vorlagen DINA7 bis DINA3 kann auch zwischen Letter oder Tabloid-Formaten ausgewählt werden. Weiterer Parameter ist die Hintergrundfarbe. Einige Auswahlmöglichkeiten der Papiersorte sind liniert, kariert, dotted, leer, cornell, Notenzeilen oder Tabulator.

Diese haben aber einen entscheidenden Nachteil: Die Abstände der Kästchen bzw. Linien stimmen nicht mit üblichen Heftformaten überein. Ich habe mir also eine PDF-Vorlage erstellt und diese in GoodNotes eingefügt. Damit ist die Mitschrift meines Mathematikunterrichts noch realistischer, da auch die Schülerinnen und Schüler auf dem gleichen kariertem Papier arbeiten. Nebenbei wäre das Ergebnis auch beim Ausdrucken deutlich übersichtlicher.

Zwei Kästchen entsprechen bei meiner Vorlage dem üblichen Zentimeter und auch beim linierten Papier habe ich die Größe entsprechen angepasst. Damit auch du davon profitieren kannst, gibt es den Download der PDF-Vorlagen ganz unten. Am Besten kann man diesen Beitrag direkt am iPad öffnen, dann muss die Vorlage nicht noch extra transferiert werden (dazu gibt es die jeweiligen QR-Codes zum Scannen). Hinweise zur Verwendung der Vorlagen befinden sich am Ende diesen Beitrags.

Vorlage: kariert

Vorlage: liniert

Sonst noch was?

Für private Zwecke würde eigentlich auch Apples Notizen-App dienen, GoodNotes bietet im Schulkontext aber die Möglichkeit, aufwändige Tafelbilder für die Ewigkeit zu speichern und bereits im Vorfeld zu produzieren. Außerdem gelingt das Richtigstellen bzw. Korrigieren von Fehlern deutlich einfacher. Mein absolutes Lieblingsfeature ist aber der Sichtkontakt zu den Lernenden. Natürlich gibt es vielerlei Sozialformen und nicht nur Frontalunterricht, jedoch habe ich bspw. bei letzterem die Schülerinnen und Schüler nun direkt im Blick. Das ist meiner Meinung nach sehr vorteilhaft, da ich während meiner Arbeit sehr gerne auch spreche und dabei die Gruppe auch gerne ansehe. Der Nachteil ist jedoch, dass ich mehr sitze, als wenn ich an der Tafel arbeite – das muss ich dann anders ausgleichen.

GoodNotes unterstützt in der aktuellsten Version auch das gemeinsame Arbeiten an einem Notizbuch – die iCloud-Freigabe macht es möglich. Bei Backups kann aber auch auf andere Dienste, wie etwa Google Drive zurückgegriffen werden.

Tafelbilder, Vorbereitungen, Protokolle und andere Mitschriften bringen auch die Anwendung in Elterngesprächen mit sich. Dabei kann für eine Klasse ein Administrations-Notizbuch angelegt werden. Dabei greife ich persönlich doch lieber zu anderen Diensten und Listen führe ich auch vollkommen digital ohne Handschrift.

 

Download

Die App ist ausschließlich in Apples „App Store“ für etwa 9 € erhältlich. Ich finde den in letzter Zeit gestiegenen Preis, in Anbetracht der Funktionalität, immer noch mehr als angemessen. Das entspricht etwa den Ausgaben von drei bis vier Collageblöcken.

Neben den Papiervorlagen dient mir auch ein passendes Bild eines Geo-Dreiecks im Mathematikunterricht. Die Handhabung ist zwar nicht perfekt, jedoch für meine Zwecke vollkommen ausreichend: dabei das Dreieck als Bild einfügen und durch die Größenanpassung auf der Seite platzieren. (Link zum Dreieck)

Für die Papiervorlagen habe ich noch einen Hinweis: Nach dem Herunterladen sollte das PDF-Dokument direkt in GoodNotes importiert werden. Dabei ist es von Vorteil, wenn das Dokument, in welches die Vorlage gelangen soll, bereits vorher geöffnet ist. GoodNotes fragt mein Importieren nach, ob das PDF-Dokument in das aktuelle Notizbuch importiert werden soll. Ist die Volage importiert wird jede nächste Seite direkt mit der Vorlage hinterlegt. Ich importiere daher entweder direkt nach der Erstellung eines Notizbuches die Vorlage oder nehme die Vorlage direkt als neues Notizbuch und passe die erste Seite an (diese stellt dann auch das Thumbnail in der Übersicht dar). 

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

Videokonferenzen halten seit 2020 Einzug in der Bildungswelt und natürlich auch weit darüber hinaus. Schon fast genervt wirken manche TeilnehmerInnen vom immer selben Anblick: Kacheln mit Webcambildern, ein paar Interaktive Tools und der Chat als Austauschformat. Ja, Break-Out-Rooms sind für viele auch nichts Neues mehr. Dabei gibt doch noch ganz andere Wege, wie man sich austauschen kann.

What?

Ja! Neben klassischen Videokonferenz-Tools, die ich selbst auch nutze, gibt es einige Vertreter die ganz anders an die Sache herangehen. Was brauchbar wäre, sind Lösungen, die ein freies Bewegen im Raum zulassen, gleichzeitig muss es aber auch „Vortrags-Settings“ geben, die es ermöglichen, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin alle erreicht. Klug wäre es auch, wenn man mit jenen in Kontakt treten kann, die man aktuell sehen und hören will/sollte. Nicht nur Gruppenarbeiten sondern auch Freizeitmöglichkeiten erstrecken sich dadurch. Zum Glück für mich gibt es das bereits.

Dieses nette Tool erzeugt eine virtuelle Welt, die dem Design nach Game-Boy-Spielen aus den 1990er Jahren ähnelt. Nach dem Betreten des Raumes nimmt man in Gestalt einer verpixelten Figur am Geschehen teil. Mit den Pfeiltasten auf der Tastatur navigiert man durch den Raum und kann sich so anderen Personen (Pixel-Character) nähern. In einem gewissen Radius um sich herum, kann man dann andere nicht nur auf der Karte des Raumes sehen, sondern auch das Webcambild. Zusätzlich hört man sich dann noch über das Mikrofon. Im Verhältnis zu einem klassischen Videokonferenz-Tool bietet gather.town also die Möglichkeit der Vernetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Damit können sich jene Gruppieren, die etwas zu Besprechen haben. Die Möglichkeit der Bildschirmfreigabe und der Chat sind ebenso Funktionen des Tools. Letzteres kann sogar in zwei Bereiche untergliedert werden. Einerseits kann man mit seiner direkten Umgebung chatten, so erhalten nicht alle im Raum eine Nachricht, das kann aber mit „everyone“ ebenso erzielt werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch spezielle Bereiche, wie die „private-spaces“. Das sind spezielle Punkte oder Orte, wo sich dann alle sehen und hören, die anwesend sind. Das könnte bspw. rund um einen Tisch sein. Damit werden dann die Webcams sichtbar und man kann sich auch akustisch austauschen. Der Spotlight-Place bietet dafür die Möglichkeit mit einem ganzen Raum zu kommunizieren, ohne das die örtliche Nähe eine Rolle spielt. Wie im Titelbild ganz oben kann dann auch ein „Vorlesungs-Szenario“ in gather.town abgehalten werden.

Ein Punkt der noch dazugehört ist der Preis. Ich nutze gather.town in der vollkommen kostenlosen Variante und kann damit 25 Personen gleichzeitig in einem Raum unterbringen. Das ist für eine Schulklasse oder auch eine Gruppe von Studierenden oder für die Freizeit eigentlich ganz in Ordnung. Dann wird es jedoch kostspieliger. Die Preise richten sich nach einem pay-per-use Modell – dabei ist mit $1/user für zwei Stunden Nutzung auch eine günstige online-Party möglich. Dabei gebe ich folgende Gedanken mit: 

  • Für Personen ist die Teilnahme sehr einfach
  • Die Kosten sind meiner Meinung nach in Ordnung, wenn man Kosten für einen realen Seminarraum bedenkt, der angemietet wird

    So ist die virtuelle Welt aufgebaut

    Grundsätzlich beschreibe ich gather.town mit einem 3-Ebenen-Prinzip. Die Grundlage, also die hinterste Ebene bildet ein Bild. Dieses kann aus einer Vorlagengalerie gewählt oder auch selbst gestaltet werden. Auf diesem Bild wird auch die grundlegende Richtung sichtbar. Damit kann das Bild die Grundlage für einen Seminarraum oder auch eine Dachterrasse bieten.

    Auf diese Ebene folgt dann der Teil, der von gather.town direkt eingespielt wird. Dazu zählen spezielle Bereiche, wie „private-Spaces“, die nicht direkt sichtbar sind, aber auch Möbelstücke, Pflanzen, Dekoration und interaktive Inhalte. Damit ist es möglich virtuelle Pinnwände, Bildschirme oder Infotafeln zu platzieren. Diese interaktiven Elemente können allerlei Dinge, wie Websites, Videos oder Bilder beherbergen. Bei „embedded Pages“ können natürlich auch Padlets oder Spiele eingebunden werden. So hat man einen Bereich, der eben solche interaktive Elemente bereitstellt und diese werden wiederum nur ab einem gewissen Radius, also räumlicher Nähe aktivierbar.

    Die dritte und oberste Ebene bildet wiederum ein Bild. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Damit gelingt es bei der Rooftop-Bar das gewisse Etwas mit Hilfe von Lichtern, die teilweise transparent über dem Geschehen liegen zu erzeugen.

    Das ist mir zuviel

    Natürlich wird man auf den ersten Blick ein wenig von den vielen Möglichkeiten erschlagen. Wer auf die Virtuelle Welt dennoch nicht komplett verzichten will, dem sagt vielleicht wonder.me zu. Dort gibt es ebenso die Möglichkeit durch örtliche Nähe in Kontakt zu treten – die Oberfläche bietet jedoch nur wenig Vielfalt.

    Wenn gather.town dennoch sinnvoll erscheint, dann könnten dir meine Videos beim Kennenlernen und Einrichten vielleicht helfen. Ich habe auch einen Raum eingerichtet, den man einfach betreten kann – unten ist der Link dazu. Dabei kann gather.town kurz aus Teilnehmendensicht ausprobiert werden (kostenlos). Mir hat es auf jene Fall sehr viel Spaß bereitet diese virtuelle Welt einzurichten und ganz kurz im Zuge der #digiPH4 zu präsentieren und mit einigen Hochschullehrenden ein bisschen Zeit beim informellen Austausch zu verbringen.

    Update – 14.02.2021

    In gather.town gab es nun ein Update, das die Map-Maker-Eigenschaften weiter vorantreibt. Dahingehend gibt es auch ein Update-Video.

      Linkliste

      Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht.

      Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht.

      Viele Stunden pro Woche vor dem Bildschirm? Videokonferenzen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen? Produktive Meetings und Arbeitsbesprechungen? Für diese Fälle eignen sich natürlich Videokonferenz-Tools, die wir bereits kennen. Was prinzipiell alle gemeinsam haben ist die Möglichkeit das Bild der Webcam einzublenden. Eine hohe Qualität ist da nicht immer vorhanden. Was taugt also für die Webkonferenz, was verwende ich?

      Tipps für die interne Webcam

      Grundsätzlich haben die allermeisten Laptops und auch einige All-in-one-Rechner eine Webcam im Display integriert. Dabei ist nicht nur die Linse, sondern der lichteinfangende Sensor wahnsinnig klein. Je kleiner der Sensor ist, desto schlimmer wird die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Deshalb habe ich in der Vergangenheit sehr oft „hell=gut“ transferiert. Je heller die eigene Umgebung ist, desto besser wird die Bildqualität in Videokonferenzen. Einige machten mich darauf aufmerksam, dass sie bessere Webcams als externes Gerät nutzen. Dabei kommen wir schnell in eine Preisregion von über 50 €. Auch ich bin betroffener und fand eine super Lösung.

      Jeder hat schon eine gute Webcam – aber nicht jeder hat sie schon entdeckt

      In vielen Beiträgen mache ich auf die Macht des eigenen Smartphones aufmerksam. Als täglicher Begleiter bietet es mir viele Möglichkeiten – doch auch als Webcam? Das muss man erst mal richtig verstehen.

      Eine Webcam, egal ob eingebaut oder als USB-Gerät, liefert dem Computer Bildinformationen. Dadurch kann die Information auch in den Videokonferenzen eingesetzt werden. Welches Gerät das Bild liefert ist in vielen Fällen egal. Da mein Smartphone eine deutlich bessere Kamera besitzt als mein Laptop, verwende ich nun diese einfach als Webcam. Einerseits habe ich damit nicht nur Geld gespart sondern auch deutlich bessere Bildergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. Ich kann also auch mit „normalen“ Zimmerlampen oder bewölktem Himmel leben. Doch wie funktioniert das?

      Auf dem Smartphone installiert man sich eine App und auf dem betreffenden Computer einen passenden Treiber. Dieser sorgt dafür, dass das Smartphone-Bild an den Computer übertragen wird und der Computer das als „Webcam“ einstuft. Dadurch ist die Verwendung in diversen Videokonferenz-Systemen möglich.

      EpocCam von Elgato (iOS)

      Dieses Tool verwende ich, nachdem ich einige andere auch ausprobiert habe. Die kostenlose Version reichte für einen Test, ich investierte dann aber doch etwa 8€ für die Pro-Version. Im Verhältnis zu einer eigenen Webcam ist das immer noch fast nichts. Damit habe ich dann folgende Vorteile lieben gelernt:

      • Webcam-Position unabhängig vom Bildschirm (Verbindung auch via WLAN möglich)
      • Smartphone auch als Mikrofon nutzen
      • Smartphone als Dokumentenkamera in Videokonferenzen verwenden

      Gerade der letzte Punkt hat bei mir einige Sorgen gelöst. Im Mathematik Unterricht habe ich mein iPad in Verwendung. Das klappt eigentlich sehr gut, solange es nicht sehr geometrisch wird. Zehnjährigen die Handhabe mit Zirkel und Geo-Dreieck remote über Videokonferenzen beizubringen erfordert einiges an Geschick. Ich habe zwar eine gut funktionierende Lösung für mich gefunden (zwei Geräte in einer Videokonferenz), jedoch ist der Aufbau sehr komplex. EpocCam übernimmt jetzt für mich diesen Teil, denn mein Smartphone filmt dann einfach Papier und Stift, wenn ich etwas vorzeigen möchte. In 5 Sekunden gelingt es dann aber auch wieder so umzubauen, dass ich mit meinem Bild zu sehen bin. Mein Smartphone (iPhone) beherbergt die EpocCam-App, mein Laptop erkennt diese App als Webcam und so funktioniert das dann:

      1. EpocCam auf dem Smartphone installieren (Hier geht es zur App: Pro VersionFree Version)
      2. EpocCam Treiber auf dem Computer installieren (Windows | Mac)
      3. App am Smartphone starten und am Computer im Videokonferenz-Tool „EpocCam“ als Webcam auswählen

      Nicht nur das Bild, sondern auch der Mikrofon-Ton kann ausgewählt werden. Dadurch gibt es gleich eine vollwertige externe Webcam mit gutem Bild und in vielen Fällen auch gutem Ton. Die Bild- und Tonqualität von iPhones ist für diese Zwecke super. Und zum Abschluss: Ich habe ein iPhone mit drei verschiedenen Kameralinsen, die ich jeweils auch in EpocCam nutzen kann. Vor allem mit dem Weitwinkel-Objektiv des Smartphones schaffe ich viel Platz zwischen Linse und mir. 

      Android kann das nicht?

      Kurz gesagt: doch! Für EpocCam gibt es auch eine Alternative für Android-Smartphone. DroidCam (Playstore-Link) bietet ähnliche Möglichkeiten und der passende „Treiber“ wird von dev47apps für Windows/Linux mitgeliefert (Download).

      Diese Lösung habe ich jedoch nicht ausprobiert, sondern nur recherchiert.

      Mein Setup mit Vor- und Nachteilen

      Ich kann natürlich nur für meinen Fall sprechen, der zahlt sich jedoch nur aus, wenn alles sehr häufig verwendet wird:

      • Laptop
      • Smartphone als Webcam (EpocCam)
      • externes Großmembran-Mikrofon (USB)
      • LED-Licht
      • Tablet mit Stift

      Mein Mikrofon ist nicht mehr wegzudenken. Vor allem bei Video- und Voice-Over-Produktion greife ich darauf sehr gerne zurück. Das LED-Licht, ein Weihnachtsgeschenk bettet sich seit kurzer Zeit hervorragend ein. Da es auch akkubetrieben eine starke Leistung aufweist gibt es zahlreiche Einsatzszenarien, auch außerhalb von Videokonferenzen. Laptop, Smartphone und Tablet sind ohnehin die täglichen Instrumente. So in etwa kann das dann aussehen, wenn ich nicht gerade beim Schreibtisch sitze:

      ür Licht und Smartphone nutze ich mein altes Kamerastativ, das Smartphone dient als Webcam, das Licht hellt die Situation nochmals auf und das Mikrofon daneben zeichnet meine Stimme auf. Mit dem Tablet und der Bildschirmaufnahme gelingen so auch schnell und einfach Videos mit Bild-in-Bild.

      Wenn ich nun mein Heft/Buch während einer Online-Unterrichtsstunde zeigen möchte, kann ich das Smartphone einfach umpositionieren. Dafür eigenen sich aber andere Stative. Ähnlich wie bei allem sollte man vor einem Kauf festlegen, was man eigentlich machen möchte.

      Zur besseren Übersicht gibt es hier die einzelnen Produkte (ein Kauf zahlt sich aber auch auf anderen Plattformen aus; ansonsten gibt es noch die „gebraucht-wie neu“ Option):

      Es gibt natürlich auch viele weitere Optionen, verschiedene Hersteller und für jeden wird etwas anderes passen. Ich möchte weder Marken noch Produkte empfehlen, die ich nicht selbst im Einsatz habe.

      Mathematik online – Formeln innerhalb von Google Formularen und auch dem Quiz

      Mathematik online – Formeln innerhalb von Google Formularen und auch dem Quiz

      Für mich war heute ein „Aha“ gleich vor dem „Wow“. Ich verwende innerhalb von Google Classroom sehr gerne das Quiz. Das bringt natürlich ein Problem mit sich – ich als Mathematiker liebe ja Formeln. Leider können nur sehr wenige Programme mit Formeln direkt umgehen – der Formeleditor wird dabei zum wichtigsten Werkzeug, wenn man nicht mit LaTeX arbeiten möchte. Und auch LaTeX wird nicht von allem unterstützt. Bei Google Formularen bzw. Quizzes ist es möglich sowohl Angabe als auch Antwortmöglichkeiten mit einem Bild zu versehen. Auch ohne Google Classroom ist der Einsatz sinnvoll möglich.

      Ausführlichere Vorgeschichte

      Ich verwende Google Classroom als E-Learning Plattform für meine Schülerinnen und Schüler. Das führt natürlich dazu, dass das ein oder andere Quiz erstellt wird. Nützlich ist es in jedem Fall, denn ich kann damit schnell und einfach Wissen oder Informationen überprüfen. Ebenso stellt es eine Abwechslung zum herkömmlichen Unterricht dar und passt zu meinem Gedanken „der Unterricht lebt von der Vielfalt“. Multimediales Lernen kann man nicht schönreden, ich weiß um die Probleme bescheid. Nichtsdestotrotz biete ich mit dem Quiz die Möglichkeit, dass Lerner individuell positive Punkte sammeln können. Immer wieder passiert es, dass ich am Anfang der Stunde Fragen stelle – dabei kommen nicht alle zu Wort. Wen nehme ich nun dran? Jene, die gut sind, um einen guten Eindruck zu hinterlassen oder jene die schlecht sind, um ihnen die Chance zu geben, sich zu verbessern. Was ist aber wenn … Naja.

      Nun aber weg vom Thema Leistung und Probleme und hin zum Quiz. Im Google-Quiz ist es möglich Fragen zu stellen und Antwortmöglichkeiten bereitzustellen. Offene Fragen verwende ich grundsätzlich nicht, da diese einen erheblichen Mehraufwand bei der Begutachtung verursachen. Je kreativer man dabei ist, desto mächtiger wird dieses kostenlose Tool. Und auch außerhalb von Google Workspace (früher: GSuite) ist eine Anwendung denkbar. Ich stehe vor der Frage, wie ich meine Quiz-Fragen und Antworten mit Formeln versehen kann.

      Bisherige Arbeitsweise

      Bislang arbeite ich mit Bildern. Diese können nämlich sowohl zur Frage, als auch zu den verschiedenen Antworten hinzugefügt werden. Für Formeln öffne ich den Formeleditor in Word oder Google Docs, schreibe dort die Formel hinein und erstellen eine Screenshot. Diese Bildschirmaufnahme wird gesammelt (z.B. am Desktop) und dann an die jeweilige Stelle im Quiz platziert.

      Neben der Frage und auch neben den Antwortmöglichkeiten entsteht beim Maus-Over ein Bildsymbol. Ein klick darauf öffnet die Möglichkeit den vorher angefertigten Screenshot hochzuladen. Das funktioniert zwar, ist jedoch mühsam und langwierig. Nicht zu letzt gibt es auch ein Problem mit der Skalierung. Die eingefügten Bilder sind nämlich unterschiedlich groß und müssen daher manuell angepasst werden. Doch Hilfe ist in SIcht.

      EquatIO – Math made digital

      Equatio ist eine Browser-Erweiterung für den Chrome Browser. Diese macht es direkt möglich innerhalb eines Formulars eine Formel einzufügen.

      Nach der Installation fügt es kleine, blaue Symbole neben den jeweiligen Zeilen im Quiz/Formular ein. Ein Klick auf diese öffnet einen Formeleditor innerhalb des Browsers. Dort kann direkt mit der Tastatur, via LaTeX oder sogar mittels Handschrift Mathematisches eingegeben werden. 

      Über das Handschreib-Symbol (Stift, links unten) gelangt man zu dieser Option. Links kann man mit der Maus oder dem Touchpad Eingaben tätigen, die im rechten Bereich als Formel ausgegeben werden. „Insert Math“ fügt diese Formel automatisch als Bild in mein Quiz ein. Damit kann einerseits eine Aufgabenstellung mit einer Formel versehen werden und andererseits auch die Antwortmöglichkeiten. Die Vielfalt wird nur durch die eigene Kreativität begrenzt.

      Grundsätzlich ist das eine solide Lösung, um ein Google-Quiz mit Formeln zu versehen – es erleichtert meine umständliche Herangehensweise stark und hilft mir deshalb.

      https://www.youtube.com/watch?v=6rdKg9mpXP8&list=PLh-ciEEMWTETvMa7MQBU5xnkHDAoJynTu&index=23

      EquatIO – Math made digital

      Diese Erweiterung funktioniert nur mit dem Chrome Browser von Google und Lehrende erhalten den kostenlosen Zugriff.


      TEACHER FOR FREE

      Schularbeiten schnell und effizient – von der Zusammenstellung bis zur Beurteilung

      Schularbeiten schnell und effizient – von der Zusammenstellung bis zur Beurteilung

      Ich beobachte meine Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer, wenn diese Schularbeiten korrigieren. Viele benötigen dafür sehr viel Zeit und oft erscheint es mir, dass eine Schularbeit aus willkürlichen Abfragen besteht. Dabei ist das kein Vorwurf, manchmal fällt das Zusammenstellungen von solchen Überprüfungen doch sehr schwer. Um eine Schularbeit zusammenzustellen muss man vorerst Gedanken haben, was das eigentlich genau ist.

      Im §3 LBVO sind Schularbeiten als Formen der Leistungsfeststellung aufgelistet. Über 40 mal kommt „Schularbeit“ jedoch im §7 vor, demnach ist dort auch genau geregelt, was genau eine Schularbeit eigentlich ist und wie diese stattfinden. Dabei gelten genaue formale Kriterien und Abläufe. Grundsätze und Fachliche Aspekte befinden sich in §15 und §16. Im Lehrplan (Mittelschullehrplan) finden sich neben der Anzahl der Schularbeiten noch weitere Informationen. 

      „Schularbeiten sind so zu erstellen, dass sie dem individuellen Sprachstand der Schülerinnen und Schüler entsprechen. Die Verwendung von zweisprachigen Wörterbüchern ist zu ermöglichen.“ 

      Da jetzt klar ist, dass eine Schularbeit eine schriftliche Überprüfung innerhalb einer Unterrichtsstunde (Abweichungen durch den Lehrplan möglich) ist, können wir den Sinn näher beleuchten.

      Schularbeiten sind punktuelle Einzelleistungen

      In meiner eigenen Schulzeit stellten die Schularbeiten das zentrale Notengebungsinstrument dar. Von den vier Schularbeiten wurde einfach der Mittelwert gebildet, das war die Jahresnote. In manchen Fällen wurden für die Jahresnote auch nur die im Sommersemester verfassten Schularbeiten herangezogen. Beide Ansätze sind jedoch nur wenig zielführend.

      Da die Schularbeit an sich nur eine punktuelle Einzelleistung darstellt kann nicht davon alleine eine Beurteilung gebildet werden. Viel mehr sind alle im Jahresverlauf erbrachten Leistungen einzubeziehen. Für meinen Unterricht habe ich beschlossen, dass vor allem die Mitarbeit im Unterricht ein zentrales Thema spielen muss. Die aktive Mitgestaltung des Unterrichts durch Lernende fördert die Individualität und gleicht „schlechte Tage“ aus. Nur weil ich bei einer Schularbeit schlecht war heißt das nicht, dass die Note im Zeugnis schlecht sein muss – es gibt auch schlechte Tage. 25% der Gesamtnote in meinem Mathematikunterricht bilden alle Schularbeiten zusammen. Mit 35% liegt die Mitarbeit im Unterricht deutlich darüber, das ist jedoch ein ganz anderes Thema.

      Mir geht es bei der Schularbeit darum, Wissen abzufragen. Schülerinnen und Schüler müssen im Laufe eines Unterrichts Schularbeiten schreiben, das sehen die o.g. Gesetze eindeutig vor. Ich nutze diese Gelegenheit aber auch für mich, denn nach der Schularbeit ist auch mir klar, welche Themengebiete nicht so gut ausgefallen sind. Nach der ersten Schularbeit kann ich also meine Planung anpassen und damit Themen wiederholen oder neu aufgreifen. Natürlich geht das auch noch anders, mit einer mündlichen oder auch schriftlichen Überprüfung.

      Was will ich denn eigentlich?

      Manche werden mich belächeln, wenn ich sage (schreibe), dass meine Schularbeiten ganz anders aufgebaut sind, als typische Aufgaben in Schulbüchern. Vor allem in der Mathematik macht es nur wenig Sinn „Übungsbeispiele“ bei Schularbeiten abzufragen. Welchen Sinn soll es haben vier Beispiele zur Multiplikation abzufragen, wenn alle sehr ähnlich sind. Es müssen schon tiefergreifende Gedanken gefasst werden, was genau geprüft werden soll. Viel mehr soll eine Schularbeit die Gelegenheit bieten zu zeigen, dass der tiefere Sinn eines Themas verstanden wurde. Ein Beispiel:

      „Summand plus Summand ist gleich Summe“ ist ein typischer Satz der 5. Schulstufe, es sind die einzelnen Fachbegriffe der Addition. Auch ich möchte natürlich, dass meine Schülerinnen und Schüler eingewisses, mathematisches Fachvokabular aufbauen – die Plusrechnung wird durch die Addition ersetzt. Jetzt gäbe es die Möglichkeit bei einer Schularbeit eine Tabelle zu erstellen, die dann mit den Fachvokabeln ausgefüllt wird. Ist das zielführend? Vielleicht! Ein, zwei Dinge müssen dabei jedoch bedacht werden: Achte ich auf die Rechtschreibung? Haben die Lernenden dann auch den Sinn verstanden oder nur stur auswendig gelernt?

      Ich möchte natürlich, dass die Fachbegriffe gelernt werden – aber auch die Anwendung muss trainiert werden. Dahingehend baue ich diese Wörter auch in meinen Unterricht ein, bei einer Schularbeit gibt es dann True/False Aufgaben „Kreuze alle richtigen Aussagen an“. Das reine Ausweniglernen bringt damit nicht immer den gewünschten Erfolg, es stellt die Basis dar.

      Hier gibt es einen Auszug einer aktuellen Schularbeit. Ich wollte überprüfen, ob meine Schülerinnen und Schüler die Fachbegriffe gelernt haben und anwenden können. Positiver Nebeneffekt für mich: das ist auch superschnell korrigierbar.


      Das funktioniert natürlich mit den verschiedensten Themen. In diesem Beispiel geht es darum das Wissen zu Zahlenmengen abzufragen (4. Klasse; Mittelschule). Es bringt dabei nur wenige, wenn man 3-4 Vertreter für einzelne Zahlenmengen lernt, das tiefere Verständnis muss geschult sein.

      Jetzt weiß ich, was ich will!

      Nachdem die Gedanken, was eigentlich abgeprüft werden soll, vollendet sind, kann das Zusammenstellen der Schularbeit beginnen. Dieser Prozess ist zeitintensiv – vor allem wenn man nur wenig Erfahrung damit hat. Jetzt kommt es häufig zu dieser Situation:

      Kurz vor dem Termin der Schularbeit bin ich gezwungen genau diese zusammenzustellen. Da es sehr zeitintensiv ist, suche ich Beispiele aus dem Buch, aus dem Heft oder dem Schularbeiten-Generator, der praktischerweise mit dem Buch mitgeliefert wird. Ich bilde einen bunten Mix an Aufgaben, kopiere alles schön zusammen und drucke alles für die Prüflinge aus. Beim Korrigieren wundert man sich dann häufig, wie komplex so ein Szenario wird. Notenschlüssel, Punktevergabe, Rechenwege u.v.m. wurde nicht im Vorhinein berücksichtigt und führen zu einem langen Korrektur-Prozess.

      Deshalb: Beim Zusammenstellen muss genügend Zeit eingeplant werden. Mir hilft es dabei, meine eigene Planung anzusehen. Diese ist mit Lernzielen ausgestattet und ich kann nach diesen Lernzielen Aufgaben generieren, die eben genau passen. Natürlich ist das aufwändig, ich sagte nicht, dass es leicht wird, aber schnell und effizient. Beim Zusammenstellen erarbeite ich also Aufgaben selbst und nehme nur selten vorgefertigte Aufgaben. Diese passen außerdem nur selten zu meinen Zielen. Meine Ziele orientieren sich am Lehrplan und am Alltag. Neben Zinsrechnung ist mir auch wichtig, dass Schülerinnen und Schüler wissen, was der Unterschied zwischen Kredit- und Bankomatkarte ist. Oder warum uns die Bank Geld schenkt (Zinsen beim Sparen).

      Auf die Aufgaben, fertig, los!

      Soll ich die Schularbeit eigentlich auch selbst lösen? Die klare Antwort lautet: nicht nur einmal, sondern mehrmals. Beim Lösen erhalte ich ein Gefühl für die Schularbeit, auch das Layout spielt eine Rolle. Platzprobleme können zu Verunsicherungen und Fragen während der Schularbeit führen. Außerdem muss die Schularbeit auch beurteilt werden – transparent und nachvollziehbar. Deshalb schreibe ich mir genau auf, bei welchem Teil der Aufgabe es welche Punkte zu holen gibt. Die Aufgaben haben auch eine unterschiedliche Gewichtung, nicht jede Frage kann gleich viel wert sein. Zeit ist ein entscheidender Faktor. In der Unterstufe/Mittelschule ist für eine Schularbeit eine Arbeitszeit von 50 Minuten vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen aber auch Zeit haben um Aufgaben nochmals zu betrachten. Deshalb sind manche schon nach 30-40 Minuten fertig und müssen eben warten. Für die restlichen Minuten gibt es also noch Zeit um einzelne Aufgaben nochmals zu rechnen oder nachzulesen ob die Antwort zur Frage passt.

      In Mathematik ist man schneller als in Sprachen

      Natürlich, das gebe auch ich zu, es gibt jedoch ein „Aber“. Texte zu korrigieren dauert natürlich länger, als kleine Beispiele durchzurechnen, das höre ich von meinen Kolleginnen und Kollegen, die Deutsch unterrichten häufig. Was diese jedoch nicht bedenken ist, dass der Mathematikunterricht für sich gesehen sicherlich etwas aufwändiger ist, als der Deutschunterricht. Einfaches Beispiel gefällig? Ein Buch lesen ist nicht mit dem Lösen von Beispielen im Mathematikunterricht zu vergleichen. Sicherlich muss das Buch gelesen werden, das klappt aber schnell (vor allem, weil die Lektüre für 10-14 jährige einfach ist).

      Ja, mir ist klar, dass das keine Pauschale Aussage ist. Ich denke mir nur, dass der Aufwand sehr wohl ausgeglichen ist, bei manchen ist die Schularbeit aufwändiger beim Zusammenstellen, bei anderen beim Korrigieren und bei mir ist eben der Unterricht vorbereitungsintensiver, die Schularbeit jedoch sehr schnell.

      Multiple Zeitersparnis durch Automation

      Klingt diese Überschrift nicht toll? Ich kann eine Klasse teilweise in ein bis zwei Stunden fertigstellen. Bei mir erhalten Schülerinnen und Schüler oft am selben Tag, manchmal auch am Folgetag die Schularbeiten zurück, obwohl ich eigentlich eine Woche Zeit hätte. Einerseits ist für mich die Arbeit dann gleich getan, ich komme nicht in Zeitbedrängnis und die Lernenden wollen auch schnell Ergebnisse haben. Das gelingt mir nicht nur durch die sorgfältige Planung und einer Reduktion auf das Wesentliche. Vor einiger Zeit habe ich die aktuellste Version meines Beurteilungskonzeptes bereitgestellt.

      Mit der Hilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen habe ich Tabellebrum entwickelt. Dort gebe ich meine Schularbeiten ein – die Liste rechnet mir automatisch die Note aus. Ich bin bei Schularbeiten auch gezwungen die Notenverteilung anzugeben, das ist Teil der transparenz. Bei 23 Exemplaren ist alleine dieser Schritt aufwändig. Stempel können helfen, Drucker noch mehr. Ich verwende kein Schularbeitenheft, das ist auch meine Rücken lieber. Auf der ersten Angabeseite ist ganz oben ein Abstand zwischen Rand und erster Zeile, rechte ist Platz für den Namen. Dorthin druckt mein Drucker automatisch ein Feld, indem Datum, Beurteilung und Notenverteilung zu erkennen sind. Also: Schularbeitenzettel alphabetisch sortieren (dauert etwa eine Minute), Zettel in den Drucker einlegen und aus der Liste direkt die Seiten ausdrucken.


      Lange Rede, kurzer Sinn

      Wer bereits beim Zusammenstellen besonders sorgfältig arbeitet hat hinterher weniger zu tun. Mut zur Lücke, Reduktion auf wesentliche Punkte und die Verknüpfung mit der eigenen Planung machen das Leben in diesem Fall leichter.

      Hier noch die Links zu zwei Schularbeiten aus dem aktuellen Schuljahr:

      Wenn schon ein Auto, dann auch Datenanalyse!

      Wenn schon ein Auto, dann auch Datenanalyse!

      Ich bin sehr stark für das Reisen mit dem öffentlichen Verkehr oder individuellen, nicht umweltbelastenden Mitteln, wie etwa dem Fahrrad. Trotz meiner Umwelteinstellung besitze ich ein Auto, vor allem für die entlegenen Dörfer der Heimat. Häufig kann am Land der öffentliche Verkehr bei weitem nicht das bieten, was ein eigenes Auto kann. Immer, wann ich will und zumeist auch schneller – das sind die „guten“ Argumente, den Rest will ich hier nicht diskutieren. Datenanalyse (basic) hilft uns jedoch schnell und einfach herauszufinden, was denn so ein Auto tatsächlich kostet.

      Im Screenshot von oben befindet sich das Data-Dashboard meines Autos. Das KFZ ist nicht sehr alt, jedoch auch nicht mehr das Neueste. Als ich den Kombi, bedingt durch meine musikalischen Tätigkeiten, 2016 gebraucht erwarb, wollte ich natürlich herausfinden, wie hoch denn die laufenden Kosten tatsächlich sind. Dazu erstellte ich mir ein einfaches Google-Formular. Art, Datum, Kilometerstand und Kosten werden darin vermerkt. Bei der Art gibt es auch die Rubrik „Tanken“, danach folgen die zugehörigen Kosten. Die Ergebnisse laufen in einer Google-Tabelle zusammen und sind nach dem Datum sortiert. Anfangs habe ich noch von Hand formatiert und die ein oder andere Grafik erstellt. 

      Was sollte nun alles einfließen, damit eine detaillierte Berechnung herauskommt? Na alles! Primär sind natürlich die Anschaffungskosten, Versicherungen und Steuern, Tanken und Werkstattbesuche. Nicht vergessen sollte man auch die kleineren Dinge, wie etwa die Vignette, Pickerl, kleine Reparaturen (bspw. Glühbirne, Scheibenwischer, Kratzer, …), Parkplatzmiete oder die Kosten für die Reifeneinlagerung. In meinem Fall habe ich unter „Werkstatt“ alles zusammengefasst, was eben mit dem reibungslosen Betrieb zusammenhängt. Unter „Sonstiges“ gibt es dann bspw. die Vignette und meine Ausnahmeberechtigung zum Abstellen des Autos fällt unter „Parken“. So sieht dann meine Tabelle aus, nachdem ich das Google Formular (z.B. beim Tanken) mit dem Smartphone ausgefüllt habe.

       

      Vorschau einer möglichen KFZ-Tabelle

      Neueste Recherchen haben jedoch ergeben, dass Google selbst ein sehr mächtiges, jedoch einfach zu bedienendes Tool liefert. Ich begann also ein wenig mit dem Google Datastudio zu experimentieren. Das ist dabei herausgekommen und du kannst z.B. den Zeitraum auch wirklich auswählen:

      Live

      Übrigens: Das hier eingebettete Dashboard ist live und aktualisiert sich, wenn sich meine Grundliste ändert. Hier befinden sich alle wichtigen Kennzahlen und Auswertungen, die mich interessieren. Damit war bereits nach wenigen Wochen klar, dass die Dieselkosten gar nicht so entscheidend für die gesamten, laufenden Kosten sind. Sie bilden bei Nichtberücksichtigung der Anschaffungskosten nur knapp ein Drittel der KFZ-Ausgaben. Natürlich kann ich damit auch die Kosten pro Kilometer einfach berechnen.

      Interaktive Schaltflächen, wie etwa der Zeitraum, verändern die Sichtweise. So werden zurückgelegte Kilometer oder auch Kosten für ein einziges Quartal dargestellt. Obwohl ich zuvor bereits in Microsoft Excel ähnliche Dashboards ausprobiert habe, kam ich bei Google quasi ohne Vorwissen aus. Durch reines ausprobieren gelang es mir in wenigen Minuten einen Bericht, so wird es bei Google genannt, zu erzeugen. 

      Aussicht für die Zukunft

      Im Datastudio lassen sich nicht nur vorgefertigte Listen aus Google-Tabellen verwenden. YouTube Daten, Google-Analytics, Facebook, u.v.m. gibt es hier zu entdecken. Ich meine, vorbeischauen lohnt sich. Als nächstes denke ich wohl an Daten aus der Schule – Schülerzahlen, Anzahl von Lehrenden oder was auch immer 😉