gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

Videokonferenzen halten seit 2020 Einzug in der Bildungswelt und natürlich auch weit darüber hinaus. Schon fast genervt wirken manche TeilnehmerInnen vom immer selben Anblick: Kacheln mit Webcambildern, ein paar Interaktive Tools und der Chat als Austauschformat. Ja, Break-Out-Rooms sind für viele auch nichts Neues mehr. Dabei gibt doch noch ganz andere Wege, wie man sich austauschen kann.

What?

Ja! Neben klassischen Videokonferenz-Tools, die ich selbst auch nutze, gibt es einige Vertreter die ganz anders an die Sache herangehen. Was brauchbar wäre, sind Lösungen, die ein freies Bewegen im Raum zulassen, gleichzeitig muss es aber auch „Vortrags-Settings“ geben, die es ermöglichen, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin alle erreicht. Klug wäre es auch, wenn man mit jenen in Kontakt treten kann, die man aktuell sehen und hören will/sollte. Nicht nur Gruppenarbeiten sondern auch Freizeitmöglichkeiten erstrecken sich dadurch. Zum Glück für mich gibt es das bereits.

Dieses nette Tool erzeugt eine virtuelle Welt, die dem Design nach Game-Boy-Spielen aus den 1990er Jahren ähnelt. Nach dem Betreten des Raumes nimmt man in Gestalt einer verpixelten Figur am Geschehen teil. Mit den Pfeiltasten auf der Tastatur navigiert man durch den Raum und kann sich so anderen Personen (Pixel-Character) nähern. In einem gewissen Radius um sich herum, kann man dann andere nicht nur auf der Karte des Raumes sehen, sondern auch das Webcambild. Zusätzlich hört man sich dann noch über das Mikrofon. Im Verhältnis zu einem klassischen Videokonferenz-Tool bietet gather.town also die Möglichkeit der Vernetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Damit können sich jene Gruppieren, die etwas zu Besprechen haben. Die Möglichkeit der Bildschirmfreigabe und der Chat sind ebenso Funktionen des Tools. Letzteres kann sogar in zwei Bereiche untergliedert werden. Einerseits kann man mit seiner direkten Umgebung chatten, so erhalten nicht alle im Raum eine Nachricht, das kann aber mit „everyone“ ebenso erzielt werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch spezielle Bereiche, wie die „private-spaces“. Das sind spezielle Punkte oder Orte, wo sich dann alle sehen und hören, die anwesend sind. Das könnte bspw. rund um einen Tisch sein. Damit werden dann die Webcams sichtbar und man kann sich auch akustisch austauschen. Der Spotlight-Place bietet dafür die Möglichkeit mit einem ganzen Raum zu kommunizieren, ohne das die örtliche Nähe eine Rolle spielt. Wie im Titelbild ganz oben kann dann auch ein „Vorlesungs-Szenario“ in gather.town abgehalten werden.

Ein Punkt der noch dazugehört ist der Preis. Ich nutze gather.town in der vollkommen kostenlosen Variante und kann damit 25 Personen gleichzeitig in einem Raum unterbringen. Das ist für eine Schulklasse oder auch eine Gruppe von Studierenden oder für die Freizeit eigentlich ganz in Ordnung. Dann wird es jedoch kostspieliger. Die Preise richten sich nach einem pay-per-use Modell – dabei ist mit $1/user für zwei Stunden Nutzung auch eine günstige online-Party möglich. Dabei gebe ich folgende Gedanken mit: 

  • Für Personen ist die Teilnahme sehr einfach
  • Die Kosten sind meiner Meinung nach in Ordnung, wenn man Kosten für einen realen Seminarraum bedenkt, der angemietet wird

    So ist die virtuelle Welt aufgebaut

    Grundsätzlich beschreibe ich gather.town mit einem 3-Ebenen-Prinzip. Die Grundlage, also die hinterste Ebene bildet ein Bild. Dieses kann aus einer Vorlagengalerie gewählt oder auch selbst gestaltet werden. Auf diesem Bild wird auch die grundlegende Richtung sichtbar. Damit kann das Bild die Grundlage für einen Seminarraum oder auch eine Dachterrasse bieten.

    Auf diese Ebene folgt dann der Teil, der von gather.town direkt eingespielt wird. Dazu zählen spezielle Bereiche, wie „private-Spaces“, die nicht direkt sichtbar sind, aber auch Möbelstücke, Pflanzen, Dekoration und interaktive Inhalte. Damit ist es möglich virtuelle Pinnwände, Bildschirme oder Infotafeln zu platzieren. Diese interaktiven Elemente können allerlei Dinge, wie Websites, Videos oder Bilder beherbergen. Bei „embedded Pages“ können natürlich auch Padlets oder Spiele eingebunden werden. So hat man einen Bereich, der eben solche interaktive Elemente bereitstellt und diese werden wiederum nur ab einem gewissen Radius, also räumlicher Nähe aktivierbar.

    Die dritte und oberste Ebene bildet wiederum ein Bild. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Damit gelingt es bei der Rooftop-Bar das gewisse Etwas mit Hilfe von Lichtern, die teilweise transparent über dem Geschehen liegen zu erzeugen.

    Das ist mir zuviel

    Natürlich wird man auf den ersten Blick ein wenig von den vielen Möglichkeiten erschlagen. Wer auf die Virtuelle Welt dennoch nicht komplett verzichten will, dem sagt vielleicht wonder.me zu. Dort gibt es ebenso die Möglichkeit durch örtliche Nähe in Kontakt zu treten – die Oberfläche bietet jedoch nur wenig Vielfalt.

    Wenn gather.town dennoch sinnvoll erscheint, dann könnten dir meine Videos beim Kennenlernen und Einrichten vielleicht helfen. Ich habe auch einen Raum eingerichtet, den man einfach betreten kann – unten ist der Link dazu. Dabei kann gather.town kurz aus Teilnehmendensicht ausprobiert werden (kostenlos). Mir hat es auf jene Fall sehr viel Spaß bereitet diese virtuelle Welt einzurichten und ganz kurz im Zuge der #digiPH4 zu präsentieren und mit einigen Hochschullehrenden ein bisschen Zeit beim informellen Austausch zu verbringen.

    Update – 14.02.2021

    In gather.town gab es nun ein Update, das die Map-Maker-Eigenschaften weiter vorantreibt. Dahingehend gibt es auch ein Update-Video.

      Linkliste

      Mathematik online – Formeln innerhalb von Google Formularen und auch dem Quiz

      Mathematik online – Formeln innerhalb von Google Formularen und auch dem Quiz

      Für mich war heute ein „Aha“ gleich vor dem „Wow“. Ich verwende innerhalb von Google Classroom sehr gerne das Quiz. Das bringt natürlich ein Problem mit sich – ich als Mathematiker liebe ja Formeln. Leider können nur sehr wenige Programme mit Formeln direkt umgehen – der Formeleditor wird dabei zum wichtigsten Werkzeug, wenn man nicht mit LaTeX arbeiten möchte. Und auch LaTeX wird nicht von allem unterstützt. Bei Google Formularen bzw. Quizzes ist es möglich sowohl Angabe als auch Antwortmöglichkeiten mit einem Bild zu versehen. Auch ohne Google Classroom ist der Einsatz sinnvoll möglich.

      Ausführlichere Vorgeschichte

      Ich verwende Google Classroom als E-Learning Plattform für meine Schülerinnen und Schüler. Das führt natürlich dazu, dass das ein oder andere Quiz erstellt wird. Nützlich ist es in jedem Fall, denn ich kann damit schnell und einfach Wissen oder Informationen überprüfen. Ebenso stellt es eine Abwechslung zum herkömmlichen Unterricht dar und passt zu meinem Gedanken „der Unterricht lebt von der Vielfalt“. Multimediales Lernen kann man nicht schönreden, ich weiß um die Probleme bescheid. Nichtsdestotrotz biete ich mit dem Quiz die Möglichkeit, dass Lerner individuell positive Punkte sammeln können. Immer wieder passiert es, dass ich am Anfang der Stunde Fragen stelle – dabei kommen nicht alle zu Wort. Wen nehme ich nun dran? Jene, die gut sind, um einen guten Eindruck zu hinterlassen oder jene die schlecht sind, um ihnen die Chance zu geben, sich zu verbessern. Was ist aber wenn … Naja.

      Nun aber weg vom Thema Leistung und Probleme und hin zum Quiz. Im Google-Quiz ist es möglich Fragen zu stellen und Antwortmöglichkeiten bereitzustellen. Offene Fragen verwende ich grundsätzlich nicht, da diese einen erheblichen Mehraufwand bei der Begutachtung verursachen. Je kreativer man dabei ist, desto mächtiger wird dieses kostenlose Tool. Und auch außerhalb von Google Workspace (früher: GSuite) ist eine Anwendung denkbar. Ich stehe vor der Frage, wie ich meine Quiz-Fragen und Antworten mit Formeln versehen kann.

      Bisherige Arbeitsweise

      Bislang arbeite ich mit Bildern. Diese können nämlich sowohl zur Frage, als auch zu den verschiedenen Antworten hinzugefügt werden. Für Formeln öffne ich den Formeleditor in Word oder Google Docs, schreibe dort die Formel hinein und erstellen eine Screenshot. Diese Bildschirmaufnahme wird gesammelt (z.B. am Desktop) und dann an die jeweilige Stelle im Quiz platziert.

      Neben der Frage und auch neben den Antwortmöglichkeiten entsteht beim Maus-Over ein Bildsymbol. Ein klick darauf öffnet die Möglichkeit den vorher angefertigten Screenshot hochzuladen. Das funktioniert zwar, ist jedoch mühsam und langwierig. Nicht zu letzt gibt es auch ein Problem mit der Skalierung. Die eingefügten Bilder sind nämlich unterschiedlich groß und müssen daher manuell angepasst werden. Doch Hilfe ist in SIcht.

      EquatIO – Math made digital

      Equatio ist eine Browser-Erweiterung für den Chrome Browser. Diese macht es direkt möglich innerhalb eines Formulars eine Formel einzufügen.

      Nach der Installation fügt es kleine, blaue Symbole neben den jeweiligen Zeilen im Quiz/Formular ein. Ein Klick auf diese öffnet einen Formeleditor innerhalb des Browsers. Dort kann direkt mit der Tastatur, via LaTeX oder sogar mittels Handschrift Mathematisches eingegeben werden. 

      Über das Handschreib-Symbol (Stift, links unten) gelangt man zu dieser Option. Links kann man mit der Maus oder dem Touchpad Eingaben tätigen, die im rechten Bereich als Formel ausgegeben werden. „Insert Math“ fügt diese Formel automatisch als Bild in mein Quiz ein. Damit kann einerseits eine Aufgabenstellung mit einer Formel versehen werden und andererseits auch die Antwortmöglichkeiten. Die Vielfalt wird nur durch die eigene Kreativität begrenzt.

      Grundsätzlich ist das eine solide Lösung, um ein Google-Quiz mit Formeln zu versehen – es erleichtert meine umständliche Herangehensweise stark und hilft mir deshalb.

      https://www.youtube.com/watch?v=6rdKg9mpXP8&list=PLh-ciEEMWTETvMa7MQBU5xnkHDAoJynTu&index=23

      EquatIO – Math made digital

      Diese Erweiterung funktioniert nur mit dem Chrome Browser von Google und Lehrende erhalten den kostenlosen Zugriff.


      TEACHER FOR FREE

      Schularbeiten schnell und effizient – von der Zusammenstellung bis zur Beurteilung

      Schularbeiten schnell und effizient – von der Zusammenstellung bis zur Beurteilung

      Ich beobachte meine Kolleginnen und Kollegen im Lehrerzimmer, wenn diese Schularbeiten korrigieren. Viele benötigen dafür sehr viel Zeit und oft erscheint es mir, dass eine Schularbeit aus willkürlichen Abfragen besteht. Dabei ist das kein Vorwurf, manchmal fällt das Zusammenstellungen von solchen Überprüfungen doch sehr schwer. Um eine Schularbeit zusammenzustellen muss man vorerst Gedanken haben, was das eigentlich genau ist.

      Im §3 LBVO sind Schularbeiten als Formen der Leistungsfeststellung aufgelistet. Über 40 mal kommt „Schularbeit“ jedoch im §7 vor, demnach ist dort auch genau geregelt, was genau eine Schularbeit eigentlich ist und wie diese stattfinden. Dabei gelten genaue formale Kriterien und Abläufe. Grundsätze und Fachliche Aspekte befinden sich in §15 und §16. Im Lehrplan (Mittelschullehrplan) finden sich neben der Anzahl der Schularbeiten noch weitere Informationen. 

      „Schularbeiten sind so zu erstellen, dass sie dem individuellen Sprachstand der Schülerinnen und Schüler entsprechen. Die Verwendung von zweisprachigen Wörterbüchern ist zu ermöglichen.“ 

      Da jetzt klar ist, dass eine Schularbeit eine schriftliche Überprüfung innerhalb einer Unterrichtsstunde (Abweichungen durch den Lehrplan möglich) ist, können wir den Sinn näher beleuchten.

      Schularbeiten sind punktuelle Einzelleistungen

      In meiner eigenen Schulzeit stellten die Schularbeiten das zentrale Notengebungsinstrument dar. Von den vier Schularbeiten wurde einfach der Mittelwert gebildet, das war die Jahresnote. In manchen Fällen wurden für die Jahresnote auch nur die im Sommersemester verfassten Schularbeiten herangezogen. Beide Ansätze sind jedoch nur wenig zielführend.

      Da die Schularbeit an sich nur eine punktuelle Einzelleistung darstellt kann nicht davon alleine eine Beurteilung gebildet werden. Viel mehr sind alle im Jahresverlauf erbrachten Leistungen einzubeziehen. Für meinen Unterricht habe ich beschlossen, dass vor allem die Mitarbeit im Unterricht ein zentrales Thema spielen muss. Die aktive Mitgestaltung des Unterrichts durch Lernende fördert die Individualität und gleicht „schlechte Tage“ aus. Nur weil ich bei einer Schularbeit schlecht war heißt das nicht, dass die Note im Zeugnis schlecht sein muss – es gibt auch schlechte Tage. 25% der Gesamtnote in meinem Mathematikunterricht bilden alle Schularbeiten zusammen. Mit 35% liegt die Mitarbeit im Unterricht deutlich darüber, das ist jedoch ein ganz anderes Thema.

      Mir geht es bei der Schularbeit darum, Wissen abzufragen. Schülerinnen und Schüler müssen im Laufe eines Unterrichts Schularbeiten schreiben, das sehen die o.g. Gesetze eindeutig vor. Ich nutze diese Gelegenheit aber auch für mich, denn nach der Schularbeit ist auch mir klar, welche Themengebiete nicht so gut ausgefallen sind. Nach der ersten Schularbeit kann ich also meine Planung anpassen und damit Themen wiederholen oder neu aufgreifen. Natürlich geht das auch noch anders, mit einer mündlichen oder auch schriftlichen Überprüfung.

      Was will ich denn eigentlich?

      Manche werden mich belächeln, wenn ich sage (schreibe), dass meine Schularbeiten ganz anders aufgebaut sind, als typische Aufgaben in Schulbüchern. Vor allem in der Mathematik macht es nur wenig Sinn „Übungsbeispiele“ bei Schularbeiten abzufragen. Welchen Sinn soll es haben vier Beispiele zur Multiplikation abzufragen, wenn alle sehr ähnlich sind. Es müssen schon tiefergreifende Gedanken gefasst werden, was genau geprüft werden soll. Viel mehr soll eine Schularbeit die Gelegenheit bieten zu zeigen, dass der tiefere Sinn eines Themas verstanden wurde. Ein Beispiel:

      „Summand plus Summand ist gleich Summe“ ist ein typischer Satz der 5. Schulstufe, es sind die einzelnen Fachbegriffe der Addition. Auch ich möchte natürlich, dass meine Schülerinnen und Schüler eingewisses, mathematisches Fachvokabular aufbauen – die Plusrechnung wird durch die Addition ersetzt. Jetzt gäbe es die Möglichkeit bei einer Schularbeit eine Tabelle zu erstellen, die dann mit den Fachvokabeln ausgefüllt wird. Ist das zielführend? Vielleicht! Ein, zwei Dinge müssen dabei jedoch bedacht werden: Achte ich auf die Rechtschreibung? Haben die Lernenden dann auch den Sinn verstanden oder nur stur auswendig gelernt?

      Ich möchte natürlich, dass die Fachbegriffe gelernt werden – aber auch die Anwendung muss trainiert werden. Dahingehend baue ich diese Wörter auch in meinen Unterricht ein, bei einer Schularbeit gibt es dann True/False Aufgaben „Kreuze alle richtigen Aussagen an“. Das reine Ausweniglernen bringt damit nicht immer den gewünschten Erfolg, es stellt die Basis dar.

      Hier gibt es einen Auszug einer aktuellen Schularbeit. Ich wollte überprüfen, ob meine Schülerinnen und Schüler die Fachbegriffe gelernt haben und anwenden können. Positiver Nebeneffekt für mich: das ist auch superschnell korrigierbar.


      Das funktioniert natürlich mit den verschiedensten Themen. In diesem Beispiel geht es darum das Wissen zu Zahlenmengen abzufragen (4. Klasse; Mittelschule). Es bringt dabei nur wenige, wenn man 3-4 Vertreter für einzelne Zahlenmengen lernt, das tiefere Verständnis muss geschult sein.

      Jetzt weiß ich, was ich will!

      Nachdem die Gedanken, was eigentlich abgeprüft werden soll, vollendet sind, kann das Zusammenstellen der Schularbeit beginnen. Dieser Prozess ist zeitintensiv – vor allem wenn man nur wenig Erfahrung damit hat. Jetzt kommt es häufig zu dieser Situation:

      Kurz vor dem Termin der Schularbeit bin ich gezwungen genau diese zusammenzustellen. Da es sehr zeitintensiv ist, suche ich Beispiele aus dem Buch, aus dem Heft oder dem Schularbeiten-Generator, der praktischerweise mit dem Buch mitgeliefert wird. Ich bilde einen bunten Mix an Aufgaben, kopiere alles schön zusammen und drucke alles für die Prüflinge aus. Beim Korrigieren wundert man sich dann häufig, wie komplex so ein Szenario wird. Notenschlüssel, Punktevergabe, Rechenwege u.v.m. wurde nicht im Vorhinein berücksichtigt und führen zu einem langen Korrektur-Prozess.

      Deshalb: Beim Zusammenstellen muss genügend Zeit eingeplant werden. Mir hilft es dabei, meine eigene Planung anzusehen. Diese ist mit Lernzielen ausgestattet und ich kann nach diesen Lernzielen Aufgaben generieren, die eben genau passen. Natürlich ist das aufwändig, ich sagte nicht, dass es leicht wird, aber schnell und effizient. Beim Zusammenstellen erarbeite ich also Aufgaben selbst und nehme nur selten vorgefertigte Aufgaben. Diese passen außerdem nur selten zu meinen Zielen. Meine Ziele orientieren sich am Lehrplan und am Alltag. Neben Zinsrechnung ist mir auch wichtig, dass Schülerinnen und Schüler wissen, was der Unterschied zwischen Kredit- und Bankomatkarte ist. Oder warum uns die Bank Geld schenkt (Zinsen beim Sparen).

      Auf die Aufgaben, fertig, los!

      Soll ich die Schularbeit eigentlich auch selbst lösen? Die klare Antwort lautet: nicht nur einmal, sondern mehrmals. Beim Lösen erhalte ich ein Gefühl für die Schularbeit, auch das Layout spielt eine Rolle. Platzprobleme können zu Verunsicherungen und Fragen während der Schularbeit führen. Außerdem muss die Schularbeit auch beurteilt werden – transparent und nachvollziehbar. Deshalb schreibe ich mir genau auf, bei welchem Teil der Aufgabe es welche Punkte zu holen gibt. Die Aufgaben haben auch eine unterschiedliche Gewichtung, nicht jede Frage kann gleich viel wert sein. Zeit ist ein entscheidender Faktor. In der Unterstufe/Mittelschule ist für eine Schularbeit eine Arbeitszeit von 50 Minuten vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen aber auch Zeit haben um Aufgaben nochmals zu betrachten. Deshalb sind manche schon nach 30-40 Minuten fertig und müssen eben warten. Für die restlichen Minuten gibt es also noch Zeit um einzelne Aufgaben nochmals zu rechnen oder nachzulesen ob die Antwort zur Frage passt.

      In Mathematik ist man schneller als in Sprachen

      Natürlich, das gebe auch ich zu, es gibt jedoch ein „Aber“. Texte zu korrigieren dauert natürlich länger, als kleine Beispiele durchzurechnen, das höre ich von meinen Kolleginnen und Kollegen, die Deutsch unterrichten häufig. Was diese jedoch nicht bedenken ist, dass der Mathematikunterricht für sich gesehen sicherlich etwas aufwändiger ist, als der Deutschunterricht. Einfaches Beispiel gefällig? Ein Buch lesen ist nicht mit dem Lösen von Beispielen im Mathematikunterricht zu vergleichen. Sicherlich muss das Buch gelesen werden, das klappt aber schnell (vor allem, weil die Lektüre für 10-14 jährige einfach ist).

      Ja, mir ist klar, dass das keine Pauschale Aussage ist. Ich denke mir nur, dass der Aufwand sehr wohl ausgeglichen ist, bei manchen ist die Schularbeit aufwändiger beim Zusammenstellen, bei anderen beim Korrigieren und bei mir ist eben der Unterricht vorbereitungsintensiver, die Schularbeit jedoch sehr schnell.

      Multiple Zeitersparnis durch Automation

      Klingt diese Überschrift nicht toll? Ich kann eine Klasse teilweise in ein bis zwei Stunden fertigstellen. Bei mir erhalten Schülerinnen und Schüler oft am selben Tag, manchmal auch am Folgetag die Schularbeiten zurück, obwohl ich eigentlich eine Woche Zeit hätte. Einerseits ist für mich die Arbeit dann gleich getan, ich komme nicht in Zeitbedrängnis und die Lernenden wollen auch schnell Ergebnisse haben. Das gelingt mir nicht nur durch die sorgfältige Planung und einer Reduktion auf das Wesentliche. Vor einiger Zeit habe ich die aktuellste Version meines Beurteilungskonzeptes bereitgestellt.

      Mit der Hilfe von Tabellenkalkulationsprogrammen habe ich Tabellebrum entwickelt. Dort gebe ich meine Schularbeiten ein – die Liste rechnet mir automatisch die Note aus. Ich bin bei Schularbeiten auch gezwungen die Notenverteilung anzugeben, das ist Teil der transparenz. Bei 23 Exemplaren ist alleine dieser Schritt aufwändig. Stempel können helfen, Drucker noch mehr. Ich verwende kein Schularbeitenheft, das ist auch meine Rücken lieber. Auf der ersten Angabeseite ist ganz oben ein Abstand zwischen Rand und erster Zeile, rechte ist Platz für den Namen. Dorthin druckt mein Drucker automatisch ein Feld, indem Datum, Beurteilung und Notenverteilung zu erkennen sind. Also: Schularbeitenzettel alphabetisch sortieren (dauert etwa eine Minute), Zettel in den Drucker einlegen und aus der Liste direkt die Seiten ausdrucken.


      Lange Rede, kurzer Sinn

      Wer bereits beim Zusammenstellen besonders sorgfältig arbeitet hat hinterher weniger zu tun. Mut zur Lücke, Reduktion auf wesentliche Punkte und die Verknüpfung mit der eigenen Planung machen das Leben in diesem Fall leichter.

      Hier noch die Links zu zwei Schularbeiten aus dem aktuellen Schuljahr:

      Nicht nur in der Lehre: Wissenstransfer durch Screencasts

      Nicht nur in der Lehre: Wissenstransfer durch Screencasts

      Egal ob in der Lehre oder in einem Unternehmen: Erklärvideos sagen mehr als tausend Screenshots. Lange Anleitungen zum Lesen gehören oft der Vergangenheit an. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Wissen durch Bildschirmvideos zu vermitteln, anderen zu helfen oder unterstützend zu wirken.

      Was ist ein Screencast?

      Ein Screencast ist eine Aufzeichnung des Bildschirms, die Interaktionen am PC, Tablet oder Smartphone aufzeichnet und als Videodatei speichert. Jede Mauszeigerbewegung oder das Öffnen und Verwenden von Programmen wird mitgeschnitten. Während der Erstellung des Screencasts wird oft direkt mitgesprochen. In vielen Fällen ist ein einfaches Mikrofon ausreichend. Am Ende wird damit ein Video generiert, das im Idealfall die Interaktion gut darstellt und von Audiokommentaren unterstützt wird.

      Screencasts bringen schnell und einfach Wissen von A nach B. Ein fünfminütiges Video kann Inhalte mehrerer Seiten vermitteln. Lernende erhalten so schnell, einfach und anschaulich Informationen. Neben dem Erklären von Software oder der Handhabung von diversen Programmen können Screencasts auch zur Präsentation verwendet werden. Um mehr Authentizität zu erreichen, kann das eigene Bild eingeblendet werden. Ähnlich wie in einem Webinar oder einer eLecture erhalten die Videos damit eine persönliche Note.

      Die Erstellung von Bildschirmvideos

      Jedes Betriebssystem hat hier eigene Möglichkeiten. So kann unter Windows mit dem Shortcut Win+G die Spieleleiste eingeblendet werden. Damit gelingen einfache Bildschirmaufnahmen mit Ton. Unter MacOS kann der systemintegrierte QuickTimePlayer verwendet werden. Hier kann sogar die Größe des aufzunehmenden Bereichs definiert werden. Auf iOS Geräten, wie dem iPhone oder dem iPad, kann seit der Version 11 der Bildschirm direkt mit Boardmitteln aufgezeichnet werden. Bei Android-Geräten muss auf externe Apps zurückgegriffen werden. Sofern die installierte Version 4.4 übersteigt, kann der AZ Screen Recorder verwendet werden. Bei allen beschriebenen Lösungen gibt es die Möglichkeit, das interne Mikrofon des Gerätes zu verwenden, um bei den Aufnahmen mitzusprechen.

      Um ein informatives Lehrvideo zu gestalten, ist eine ausreichende Planung Voraussetzung. Manche arbeiten mit Skripten, die während des Videos oder in der Nachbearbeitung vorgelesen werden. Für kleine Videoprojekte reicht nach etwas Übung oft ein Zettel mit Notizen.

      Neben dem Gerät, das gewissermaßen als Host dient, ist ein externes Mikrofon von Vorteil. Interne haben oft ein hohes Grundrauschen oder verzerren die Stimme. Ebenso sind Hintergrundgeräusche aus allen Richtungen Störfaktoren. Einfache Podcast-Mikrofone sind für die Aufnahme völlig ausreichend. Sie werden meistens direkt via USB angeschlossen und vom System erkannt. Bei Computern/Laptops und auch bei iPads (Apple) ist dies problemlos möglich.

      Wer keine systemeigene Software zur Verfügung hat, kann auf kostenlose Tools, wie Screencast o Matic zurückgreifen. Damit können bis zu 15 Minuten kostenlos aufgenommen und teilweise nachbearbeitet werden. Eine gleichzeitige Aufnahme des Bildschirms und des Webcam-Bildes ist möglich. Nach Export der Videodatei erscheint in der kostenlosen Variante ein Wasserzeichen unten im Bild. Eine professionelle Lösung bietet TechSmith mit der Software Camtasia. Hiermit können Bildschirmvideos und die eigene Webcam ebenso gleichzeitig aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es eine vollständige Videobearbeitungssoftware. Diese ist auf Screencasts ausgelegt. 

      Je nachdem, ob es für notwendig befunden wird, können die Aufnahmen nachbearbeitet werden. In manchen Fällen genügt eine kostenlose Videoschnittsoftware. Jedoch ist hier zu bedenken, dass der Markt sehr klein ist. Kostenpflichtige Programme bieten hier einen hohen Mehrwert. In vielen Fällen gibt es Videoeffekte, Titel, Einblendungen oder Audio-Bearbeitungswerkzeuge. Das Entfernen von Hintergrundgeräuschen oder das Anpassen der Audiolautstärke sollten Standardfunktionen sein. Bei der Nachbearbeitung können längere Sprechpausen, falsche Sätze oder auch „ähms“ und Versprecher herausgeschnitten werden.

      Wohin mit dem Video, wenn es fertig ist?

      Das firmeneigene Intranet bietet sich an, wenn die Inhalte sensibel sind oder die Gemeinschaft keinen Nutzen daraus ziehen kann. Für Erklärungen zu allgemeinen Themen werden oft Cloud-Speicherdienste, wie One-Drive, Google-Drive oder YouTube genutzt. Insbesondere YouTube bietet eine praktische und kostenlose Möglichkeit, Videos zu veröffentlichen. Zusätzlicher Text, Informationen oder weiterführende Links kommen hierbei in die Videobeschreibung. So wird nicht die Videodatei, sondern nur ein Link mit der Zielgruppe geteilt.

      Resümee

      Screencasts bieten schnelle Abhilfe bei komplizierten Sachverhalten. Anschaulich und einfach können auch abstrakte Arbeitsschritte dargestellt werden. Ein begleitender Audiokommentar ergänzt Erklärungen und das eigene Webcam-Bild kann das Video authentischer erscheinen lassen. Nach der Planung wird das Video aufgezeichnet. Für die begleitenden Audioaufnahmen empfiehlt sich ein externes Mikrofon. Vorinstallierte Standardsoftware ist für die Aufzeichnung empfehlenswert. Wenn öfters Screencasts aufgezeichnet werden, liegt es nahe, eine Videoschnittsoftware zu verwenden. In der Post-Produktion können so einfache Fehler ausgeglichen werden

      eLecture an der Virtuellen PH

      Ich habe zu Thema Lernvideos und Screencasts an der Virtuellen PH eine Online-Fortbildung abgehalten. Die Aufzeichnung kann direkt dort kostenlos angesehen werden: VPH-VID

      Flipped Classroom in der Mittelschule

      Flipped Classroom in der Mittelschule

      Was ist das überhaupt, funktioniert es eigentlich und wie viel Arbeit steckt dahinter? Flipped Classroom oder auch Inverted Classroom bedeutet soviel wie umgedrehtes Klassenzimmer. Es ist ein Lern-Konzept und stößt in österreichischen Schulen eigentlich auf Gesetze, die es ad absurdum führen.

      Weiterlesen