gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

Videokonferenzen halten seit 2020 Einzug in der Bildungswelt und natürlich auch weit darüber hinaus. Schon fast genervt wirken manche TeilnehmerInnen vom immer selben Anblick: Kacheln mit Webcambildern, ein paar Interaktive Tools und der Chat als Austauschformat. Ja, Break-Out-Rooms sind für viele auch nichts Neues mehr. Dabei gibt doch noch ganz andere Wege, wie man sich austauschen kann.

What?

Ja! Neben klassischen Videokonferenz-Tools, die ich selbst auch nutze, gibt es einige Vertreter die ganz anders an die Sache herangehen. Was brauchbar wäre, sind Lösungen, die ein freies Bewegen im Raum zulassen, gleichzeitig muss es aber auch „Vortrags-Settings“ geben, die es ermöglichen, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin alle erreicht. Klug wäre es auch, wenn man mit jenen in Kontakt treten kann, die man aktuell sehen und hören will/sollte. Nicht nur Gruppenarbeiten sondern auch Freizeitmöglichkeiten erstrecken sich dadurch. Zum Glück für mich gibt es das bereits.

Dieses nette Tool erzeugt eine virtuelle Welt, die dem Design nach Game-Boy-Spielen aus den 1990er Jahren ähnelt. Nach dem Betreten des Raumes nimmt man in Gestalt einer verpixelten Figur am Geschehen teil. Mit den Pfeiltasten auf der Tastatur navigiert man durch den Raum und kann sich so anderen Personen (Pixel-Character) nähern. In einem gewissen Radius um sich herum, kann man dann andere nicht nur auf der Karte des Raumes sehen, sondern auch das Webcambild. Zusätzlich hört man sich dann noch über das Mikrofon. Im Verhältnis zu einem klassischen Videokonferenz-Tool bietet gather.town also die Möglichkeit der Vernetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Damit können sich jene Gruppieren, die etwas zu Besprechen haben. Die Möglichkeit der Bildschirmfreigabe und der Chat sind ebenso Funktionen des Tools. Letzteres kann sogar in zwei Bereiche untergliedert werden. Einerseits kann man mit seiner direkten Umgebung chatten, so erhalten nicht alle im Raum eine Nachricht, das kann aber mit „everyone“ ebenso erzielt werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch spezielle Bereiche, wie die „private-spaces“. Das sind spezielle Punkte oder Orte, wo sich dann alle sehen und hören, die anwesend sind. Das könnte bspw. rund um einen Tisch sein. Damit werden dann die Webcams sichtbar und man kann sich auch akustisch austauschen. Der Spotlight-Place bietet dafür die Möglichkeit mit einem ganzen Raum zu kommunizieren, ohne das die örtliche Nähe eine Rolle spielt. Wie im Titelbild ganz oben kann dann auch ein „Vorlesungs-Szenario“ in gather.town abgehalten werden.

Ein Punkt der noch dazugehört ist der Preis. Ich nutze gather.town in der vollkommen kostenlosen Variante und kann damit 25 Personen gleichzeitig in einem Raum unterbringen. Das ist für eine Schulklasse oder auch eine Gruppe von Studierenden oder für die Freizeit eigentlich ganz in Ordnung. Dann wird es jedoch kostspieliger. Die Preise richten sich nach einem pay-per-use Modell – dabei ist mit $1/user für zwei Stunden Nutzung auch eine günstige online-Party möglich. Dabei gebe ich folgende Gedanken mit: 

  • Für Personen ist die Teilnahme sehr einfach
  • Die Kosten sind meiner Meinung nach in Ordnung, wenn man Kosten für einen realen Seminarraum bedenkt, der angemietet wird

    So ist die virtuelle Welt aufgebaut

    Grundsätzlich beschreibe ich gather.town mit einem 3-Ebenen-Prinzip. Die Grundlage, also die hinterste Ebene bildet ein Bild. Dieses kann aus einer Vorlagengalerie gewählt oder auch selbst gestaltet werden. Auf diesem Bild wird auch die grundlegende Richtung sichtbar. Damit kann das Bild die Grundlage für einen Seminarraum oder auch eine Dachterrasse bieten.

    Auf diese Ebene folgt dann der Teil, der von gather.town direkt eingespielt wird. Dazu zählen spezielle Bereiche, wie „private-Spaces“, die nicht direkt sichtbar sind, aber auch Möbelstücke, Pflanzen, Dekoration und interaktive Inhalte. Damit ist es möglich virtuelle Pinnwände, Bildschirme oder Infotafeln zu platzieren. Diese interaktiven Elemente können allerlei Dinge, wie Websites, Videos oder Bilder beherbergen. Bei „embedded Pages“ können natürlich auch Padlets oder Spiele eingebunden werden. So hat man einen Bereich, der eben solche interaktive Elemente bereitstellt und diese werden wiederum nur ab einem gewissen Radius, also räumlicher Nähe aktivierbar.

    Die dritte und oberste Ebene bildet wiederum ein Bild. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Damit gelingt es bei der Rooftop-Bar das gewisse Etwas mit Hilfe von Lichtern, die teilweise transparent über dem Geschehen liegen zu erzeugen.

    Das ist mir zuviel

    Natürlich wird man auf den ersten Blick ein wenig von den vielen Möglichkeiten erschlagen. Wer auf die Virtuelle Welt dennoch nicht komplett verzichten will, dem sagt vielleicht wonder.me zu. Dort gibt es ebenso die Möglichkeit durch örtliche Nähe in Kontakt zu treten – die Oberfläche bietet jedoch nur wenig Vielfalt.

    Wenn gather.town dennoch sinnvoll erscheint, dann könnten dir meine Videos beim Kennenlernen und Einrichten vielleicht helfen. Ich habe auch einen Raum eingerichtet, den man einfach betreten kann – unten ist der Link dazu. Dabei kann gather.town kurz aus Teilnehmendensicht ausprobiert werden (kostenlos). Mir hat es auf jene Fall sehr viel Spaß bereitet diese virtuelle Welt einzurichten und ganz kurz im Zuge der #digiPH4 zu präsentieren und mit einigen Hochschullehrenden ein bisschen Zeit beim informellen Austausch zu verbringen.

    Update – 14.02.2021

    In gather.town gab es nun ein Update, das die Map-Maker-Eigenschaften weiter vorantreibt. Dahingehend gibt es auch ein Update-Video.

      Linkliste

      Mehr Aktivität in online Seminaren, Meetings und Videokonferenzen

      Mehr Aktivität in online Seminaren, Meetings und Videokonferenzen

      Seit März 2020 wissen wir, dass längerfristig viele Veranstaltungen, Workshops und Seminare online stattfinden (können). Nicht immer ist es einfach, das zu bewerkstelligen. Ein großes durcheinander liefert da die Suche nach Tools, Methoden und Möglichkeiten. Eine klare Linie zu erkennen ist schwer und selbst wenn etwas passendes gefunden wurde muss es vorerst ausprobiert werden. Expertinnen und Experten sind sich auch nicht immer einig. Deshalb stelle ich mein Wissen in diesem Beitrag zur Verfügung. Hierbei soll eine Übersicht von Tools und Methoden das Leben in online-Seminaren erleichtern und gruppenspezifisches Arbeiten fördern.


      NICHT LESEN – SOFORT ZUR TOOLBOX

      Ab dem 16.03.2020 erfuhren wir in Österreich einen Lockdown, der unsere dienstlichen und privaten Wege einschränkte. Schnell wurde klar, dass digitale Räume das bieten sollen, was bisher im offline-Setting notwenig war. Das ist aber nicht so einfach. Nicht alles aus unserer realen Welt lässt sich schnell und einfach digitalisieren und umgekehrt gibt es ebenso technische Möglichkeiten, die den Einsatz in offline-Lernumgebungen nur anreichern können. Kurz zusammengefasst: Online und offline lassen sich gemeinsam nutzen, jedoch bietet jedes für sich alleine Vor- und Nachteile.

      Grundlagen

      Ich nehme einen klassischen Workshop oder ein Seminar mit einer Länge von etwa zwei Stunden als Vorlage. Dabei unterteile ich direkt in online und offline Setting.

      OFFLINE

      Im klassischen Seminarraum findet synchron, also zur selben Zeit ein Treffen von mehreren Personen statt. Nach der Einladung und Zusage liegen die Vorteile vorerst klar auf der Hand: wir sind vor Ort, im richtigen Raum zur richtigen Zeit. Alle haben sich extra die Zeit dafür genommen. Benötigtes Equipment muss im Vorfeld bedacht werden.

      • Flipchart/Tafel, Stifte/Kreide
      • Moderationskoffer
      • Sitzmöglichkeiten

      Damit kann die Veranstaltung eigentlich beginnen.

      ONLINE

      Bereits im Vorfeld eines synchronen online-Seminars muss die Überlegung angestellt werden, wo denn die Veranstaltung stattfindet. Die Raumanforderungen richten sich ganz einfach an das, was ich als Trainer gerne machen möchte.

      • Webcam, Audio, Chat, virtueller Spielplatz
      • Geschützter Raum (z.B. mit Passwort)
      • Bildschirmfreigabe
      • Teilen von Dokumenten
      • Break-Out-Rooms (für Teilnehmende)

      Wenn dieser Teil geklärt ist, dann geht es darum, die Teilnehmenden einzuladen – damit ist Zeit, Dauer und Ort geklärt.

      Egal ob online oder offline – Ort, Zeit und Anforderungen müssen im Vorfeld geklärt werden. Gleiches gilt auch für eine gezielte Planung des Ablaufs. Während bei Veranstaltungen vor Ort viel aus Gesprächen entwickelt werden kann muss online besonders auf einen Ausgleich geachtet werden. Das Thema Pausen ist wahrscheinlich schon bekannt. Da die Bildschirmzeit deutlich intensiver wahrgenommen wird, sollten bei online-Seminaren mehr Pausen eingeplant werden.

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      Rechte und Pflichten – Datenschutz und Co

      Ein polarisierendes Thema bietet das Wort „Datenschutz“. Viele sprechen darüber und nur wenige wissen eigentlich genau Bescheid. Natürlich ist der Schutz der eigenen Daten wichtig – keine Frage! Darf ich nun also Videokonferenz-Tools verwenden, was darf man denn nicht und, und, und. Doch bevor ich dieses Thema kurz beleuchte gebe ich noch einen Tipp: Sucht man im Internet nach dem Thema, werden tausende Quellen mit verschiedenen Aussagen gefunden. Hersteller schreiben über sich selbst und Wikipedia hat weltweite Quellen. Grundsätzlich gibt es bereits Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland. Also wenn du recherchierst, dann immer im betreffenden Land, denn Datenschutzgesetze sind doch ein klein wenig unterschiedlich, auch wenn die DSGVO EU-weit einheitliche, übergeordnete Regelungen vorgibt.

      Mein Freund das Urheberrecht

      Wer Urheber oder Urheberin ist und ein Werk schöpft, darf auch entscheiden, was damit passiert. Ein einfaches Beispiel bietet sich an, wenn jemand ein Foto schießt. Diese Person hat die Entscheidungsgewalt darüber, was mit dem Foto danach passiert und ob es andere kostenlos oder entgeltlich verwenden oder veröffentlichen dürfen. Das ist der klassische Schutz, der automatisch ohne einer extra Anmeldung mit dem Entstehen des Fotos gegeben ist. Gleiches gilt auch für Texte, PowerPoint-Folien, Bilder, Videos, Audio u.v.m.

      Für den Einsatz im online-Seminar muss das auf jeden Fall berücksichtigt werden – Lizenzen wie Creative Commons helfen uns dabei. Grundsätzlich gilt: Zuerst fragen, dann verwenden! Manchmal erhalte ich die Antwort aber bereits bevor ich die Frage stelle. Willst du Inhalte in online-Szenarien vorzeigen, dann kannst du das auch ganz einfach machen. Im Toolkit ganz unten gibt es viele nützliche Links auf Websites, die genau das liefern.

      Datenschutz generell

      Hier wird die Gesellschaft in mehrere Lager gespalten. Neben denen, die so versessen darauf sind, dass „online“ keine Zusammenarbeit möglich ist gibt es andere, denen es vollkommen egal ist und sich direkt anmelden, ganz egal auf welcher Plattform. Ich werde in diesem Beitrag einige Tools vorstellen, die online-Seminare aufregender machen. Für die einzelnen Datenschutzbedingungen der aufgezeigten Dienste muss natürlich in den jeweiligen Bedingungen des Herstellers nachgelesen werden. Mit diesen Beispielen kannst du dir das Leben jedoch etwas vereinfachen:

      • OHNE ANMELDUNG: Ich als Trainer stelle bspw. eine digitale Pinnwand zur Verfügung, die im Zuge des online-Seminars online und ohne Anmeldung genutzt werden kann. Dabei spielt für mich der Datenschutz eine Rolle, da ich mich wahrscheinlich registrieren muss, für Teilnehmende kommt dem jedoch nur wenig Bedeutung zu, vor allem, wenn die Inhalte hinterher offline zum privaten Gebrauch gespeichert werden. Daten von Teilnehmenden, die gespeichert werden sind auf jeden Fall die klassischen Server-Log-Files wie IP-Adresse, Datum, Betriebssystem usw.
      • MIT ANMELDUNG: Ich als Trainer stelle bspw. eine digitale Pinnwand zur Verfügung, die im Zuge des online-Seminars online mit Anmeldung der Teilnehmenden genutzt werden kann. Hierbei muss im Vorfeld klar gesagt werden, dass sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort registrieren/anmelden müssen. Ich bin jedoch nicht für den Datenschutz verantwortlich, sondern der jeweilige Anbieter. Es ist dabei auch jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin selbst überlassen, den Dienst zu nutzen.
      • ICH VERARBEITE DATEN: Ich als Trainer stelle ein Plattform zur Verfügung oder speichere Daten der Teilnehmenden ab. Dabei muss natürlich das Einverständnis eingeholt werden. Eine einfache Abfrage (gut wäre schriftlich) könnte dabei helfen. Bereits bei der Anmeldung kann geregelt werden, dass die produzierten Inhalte allen zur Verfügung stehen. Ebenso kann eine Ausnahme für die erneute Veröffentlichung von Teilnehmenden eingefügt werden. Damit dürfen alle alles haben, jedoch nicht veröffentlichen. Das gilt vor allem auch dann, wenn das Seminar aufgezeichnet wird.

      Auch wenn einige Videokonferenztools in der Vergangenheit in ein schlechtes Licht rutschten – es gab ja genügend Anlass dazu – hat sich das meiner Meinung nach deutlich gelegt. Online-Meetings sind sicherer geworden und der Datenschutz erhöht. Wenn jemand grundsätzlich gegen ein System ist, kann er oder sie eben nicht teilnehmen. Wenn es sich bei Teilnehmenden um Erwachsene handelt, dann kann auch jede Person selbst entscheiden. In der Schule ist das natürlich vollkommen anders, hier muss die DSGVO vollkommen eingehalten werden, ansonsten ist eine Nutzen ausgeschlossen.

      Vorbereitung ist alles?

      Nicht nur die inhaltliche und organisatorische, sondern auch die mentale Vorbereitung spielt eine Rolle. Auf diese gehe ich nicht besonders ein, da mir die ausreichende Entspannung vor dem online-Seminar ein Glas Wasser und 5 Minuten Musik geben. Was jedoch durchaus hilfreich ist, ist die Umgebung. Ich als Trainer möchte ja eigentlich gut zu sehen sein, wenn mein Webcambild eingeblendet wird. Nicht alle Regeln müssen befolgt werden, es  ist aber empfehlenswert, darüber nachzudenken und einen eigenen Weg zu finden, wie man das bewerkstelligt.

      • helle, ruhige Umgebung: Tageslicht nutzen, nicht mit Kunstlicht mischen (das ergibt eine orange Haut)
      • externes Mikrofon, damit die Teilnehmenden einen angenehmen Ton haben (kein Muss, wenn das eingebaute Laptop-/Webcammikro einen guten Dienst erweist)
      • Blick in die Webcam: Ungewohnt, jedoch haben die, die zuschauen einen ganz anderen Eindruck. Es sieht auch seltsam aus, wenn ich mit einer Person spreche, die unter oder über mich blickt. Noch schlimmer: Blick auf den anderen Monitor.
      • Bild auf Augenhöhe: Ja, das ist nicht leicht. Bei Webcams sollte die Kameralinse auf Augenhöhe positioniert sein, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch auf Augenhöhe angesprochen werden. Bei Laptops hilft ein Dickes Buch, das als Unterlage dient. Natürlich ist das Schreiben und bedienen des Gerätes dann erschwert, jedoch danken es ihnen Zuschauerinnen und Zuschauer
      • Hintergrund: Ich bin kein Freund von Virtuellen Hintergründen, da diese entweder nicht immer gut funktionieren, lächerlich aussehen oder einfach plastisch wirken. Wir befinden uns zwar in der virtuellen Welt, mein Körper ist jedoch sehr real.

      Beim Hintergrund war in letzter Zeit das Bücherregal sehr beliebt. Doch was passiert eigentlich, wenn ich so professionell und belesen wirke? Meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden abgelenkt. Sie fangen mit der Zeit an die Bücher zu lesen, also natürlich die Titel, die auf dem Buchrücken zu sehen sind.
      Tiefe erzeugen lautet das Stichwort. Der Abstand zwischen Person und Hintergrund muss dafür etwas größer sein und natürlich ist das nicht überall möglich – dann könnte man vielleicht den Computer drehen oder gleich den ganzen Tisch? Schummeln ist erlaubt, denn auch ich selbst stelle ab und zu mal eine Pflanze im Hintergrund auf ein Regal, die sonst niemals dort stehen würde.

       

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      Los gehts, naja fast

      Eine gute Planung vorausgesetzt befinden wir uns jetzt kurz vor dem Start des online-Seminars. Zeit und Ort bzw. gewähltes Tool sind klar. Bei der Beginnzeit ist zu bedenken, einen kurzen Technikcheck im Vorfeld zu gewährleisten. Trainer sollten sich maximal auf die Veranstaltung konzentrieren können. Entweder es gibt eine Person für die Moderation, die die technischen Hintergründe im Auge behält oder Trainerinnen und Trainer können das selbst veranstalten. Egal welche Lösung zum Ziel führt: auch der digitale Raum muss einige Minuten vor dem Start aufgesperrt werden. 

      Ich empfehle zehn Minuten, bevor das Seminar starten soll bereits eine „Ankomm-Phase“ einzurichten. Dabei ist es wichtig Teilnehmende zu begrüßen, zu sagen, wann es los geht und zu fragen, ob man gut gehört und gesehen wird. Wenn Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Verlauf des online-Seminars sprechen oder das Webcambild zeigen sollen, dann muss das vorher ausprobiert werden. Dabei entgeht man den klassischen Pannen wie „ich höre nichts“ oder „kann man mich hören?“.

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      Über den Ablauf lässt sich streiten

      Das ist ähnlich wie in der Medizin, je mehr man fragt, desto vielfältiger werden die Antworten. Und beim „Google“ hört es dann vollkommen auf. Frei und ungefiltert gibt es hier Abläufe und Empfehlungen für alle möglichen Anwendungen, jedoch oft ohne fundierte Erfahrung, Beschreibung oder Belege. Natürlich auch hier bei mir. ?

      Gute Planung ist das halbe Seminar oder so ähnlich. Zu Beginn sollte nach einer adäquaten Vorstellung auch direkt der Verlauf des Seminars erklärt werden. Vor allem online verliert man ab und zu den Überblick, wenn ein Thema nach dem anderen Folgt. Ein roter Faden, der sich durch die online-Phase erstreckt hilft Teilnehmenden immens. Eine Folie einzublenden, die den Ablauf zeigt ist also ein Vorteil. Darüberhinaus können die verschiedenen Abschnitte auch im Layout verschieden sein – eine farbliche Unterscheidung ist auch möglich. Stelle wir uns mal einfach vor, dass ein online-Seminar um 18:00 Uhr beginnt, etwa zwei Stunden dauert, es gibt idealerweise ein bis zwei Pausen und Übungen bei denen alle mitmachen, sowie drei Themenblöcke. Dann könnte der Ablauf so in etwa skizziert werden:

      1. Ankommen, Begrüßen, Technikcheck (17:50 – 18:00 Uhr)
      2. Start der Veranstaltung (18:00 Uhr)
      3. Begrüßung, Vorstellung, Ablauf
      4. Themenblock 1
      5. Themenblock 2
      6. Pause (je nachdem wann)
      7. Themenblock 3
      8. Abschluss der Veranstaltung, weiterführende Informationen
      9. Verabschiedung

      Wenn nun mit Farben gearbeitet wird, dann ergeben sich hier mehrere Blöcke. 1-3 sowie 8-9 können zusammengefasst werden – mit den drei Themen ergeben sich dann fünf verschiedene Layout-/ Farbmöglichkeiten oder eben Variationen. Auch eine Ladebalken-ähnliche Darstellung auf den Folien weist auf den Fortschritt hin. Das Einblenden von Seitenzahlen ist nur dann hilfreich, wenn auch die Gesamtanzahl der Folien dabeisteht.

      Und noch so ein Tipp am Rande: Wenn etwas spannendes zum Schluss des online-Seminars kommt oder exklusiver Inhalt folgt, dann kann man das am Anfang ruhig sagen. Die Drop-Out-Rate wird bestimmt ein wenig sinken. Vor allem bei kostenlosen oder unverbindlichen Veranstaltungen werden einige Teilnehmende so ein wenig gefesselt.

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      Startschuss für das online-Seminar

      Um hier ein generelles Konzept zu liefern ist die Vielfalt viel zu groß. Was jedoch durchaus sinnvoll ist, dass Teilnehmende nicht nur das Webcam-Bild des Trainers betrachten, sondern auch visuell geleitete Unterstützung in Form von Bildern, Videos oder eben Folien erhalten. Dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und Variationen – ein Fokus auf das notwendige reicht aber vollkommen. Wie auch offline gilt hier „weniger ist mehr“. Während gesprochen wird, kann natürlich niemand ordentlich zuhören, wenn gleichzeitig Text auf Folien zu lesen ist. Ausklammern lässt sich das nur durch eine Sprechpause oder durch gezieltes Aufbauen von Präsentationen.

      Hier ein eigenes Beispiel, das zeigen soll, wie es klappen könnte:


      Das soll den groben Ablauf eines online-Seminars darstellen. Blende ich alle vier Themenschwerpunkte zugleich ein, werden Lernende zu lesen beginnen und ich muss pausieren, obwohl ich eigentlich ein paar Sätze zu jedem Punkt sagen möchte. Deshalb empfiehlt es sich hier sparsamer zu arbeiten. Wie im zweiten Bild können die Punkte auch einzeln, nach der Reihe eingeblendet werden.

      1. Headline sagen
      2. Headline einblenden
      3. kurze Pause (dann sollten alle den „Untertitel“ gelesen haben
      4. weitere Worte zur Headline bzw. zu diesem Punkt eben

      Das wiederholt man, bis die Folie „fertig“ ist. Wenn der Ablauf schlicht gehalten ist, also nur aus einzelnen Wörtern besteht, dann geht es natürlich auch direkt – alles auf einmal.

       

      Bei Veranstaltungen, die als Vortrag gehalten werden, oder maximal eine Stunde dauern ist es meiner Meinung nach nicht immer notwendig einen Ablauf zu zeigen. Da handelt es sich oft um ein in sich geschlossenes Thema.

       

      Präsentationstools wie PowerPoint, Keynote oder Google Präsentationen eignen sich hervorragend um hergezeigt zu werden. Das Tool der Wahl ist bei vielen einfach PowerPoint, auch bei mir ganz oft. Nicht weil ich Microsoft so gerne habe, sondern weil PowerPoint einfach und mächtig ist. Es lassen sich nicht nur Präsentationen, Plakate oder Flyer gestalten, sondern auch Grafiken für die einzelnen Folien. Für ungeübte oder Personen, die nur wenig Zeit haben stellt der Menüpunkt „Designideen“ automatisch Vorschläge für das Layout zur Verfügung. Die Piktogramme-Bibliothek bietet eine große Auswahl von kleinen Bildchen, die Präsentationen ein wenig abrunden und abwechseln.

      Vergessen sollte man auf der Stelle Spezialeffekte. Hereinfliegen und Co sind ohnehin veraltet und führen auch offline eher zu einer Ablenkung, wenn diese planlos eingesetzt werden. Aufwändige Effekte stellen auch ein weiteres Problem im online-Setting dar. Bildschirme flackern eigentlich mehrmals pro Sekunde (z.B. 50 Mal bei 50Hz). Dadurch ergibt sich für unser Auge auch die flüssige Bewegung bei einer Animation. Bei Videoübertragungen bieten nicht alle Hersteller eine hohe Anzahl an Bildern pro Sekunde an. Dadurch stockt die Animation eventuell bei den Teilnehmenden. Einen Effekt, der sich sinnvoll einsetzen lässt, möchte ich jedoch dennoch erwähnen. Der Morphen-Effekt in PowerPoint kann auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden. Die Erklärungen und Empfehlungen würden den Blogbeitrag hier sprengen, weshalb ich einfach auf meine Video-Anleitung hinweise: Präsentieren mit PowerPoint

      Bevor ich es vergesse: Hier noch eine Liste mit Seiten, wo Bilder und Illustrationen nicht nur kostenlos, sondern auch frei bezogen werden. Daher kann man Inhalte von dort für seine Zwecke verwenden und auch veröffentlichen (sogar ohne eine Angabe der Quelle)

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      Interaktivität im online-Seminar

      Wie sicher allen klar ist unterscheiden sich Seminare von Vorträgen vor allem durch Interaktionen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das beginnt beim Chat, geht über das Webcam-Bild und das Sprechen bis hin zu nützlichen Tools. Letzteres kann eingesetzt werden um sich vorzustellen, Übungen zu absolvieren, etwas zu produzieren oder kollaborativ zu arbeiten. In vielen Fällen muss darauf geachtet werden, dass sich Teilnehmende nicht anmelden müssen, sondern einfach direkt losstarten können. Ist eine Anmeldung bei einem Tool für Beteiligte zwingend erforderlich, so sollte es im Vorfeld auf jeden Fall mitgeteilt werden. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob das zielführend ist oder eben nicht.

      Die Tools, die hier vorgestellt werden sind nur eine kleine Auswahl, die meinen Bedarf jedoch weitestgehend decken und überwiegend kostenlos sind. Je kreativer man die einzelnen Dienste einsetzt, desto mehr Möglichkeiten werden geboten. Manchmal stellen sich gewisse Anwendungen direkt als Multi-Tools heraus und können mehrere Dinge, die man benötigt. Diese Tools sind unabhängig vom Meeting-System. Also egal ob Jitsi, Cisco Webex, GoToMeeting, MS Teams, Rakuten Viber, Skype, TeamViewer Blizz, Zoom oder Google Meet – die Tools spielen sich außerhalb der Videokonferenzlösungen ab. Ich gliedere hier ganz grob, nach dem Anwendungszweck:

      Zusammenarbeit

      Grundsätzlich eignen sich auch Microsoft oder Google Dokumente, die via Linkfreigabe geteilt werden. Dadurch ist es einfach möglich, gemeinsam an einem Dokument zu arbeiten, ohne dass sich Teilnehmende anmelden müssen.

      Präsentation

      Grundsätzlich eignet sich fast jedes Medium. Eigentlich reicht auch ein PDF-Dokument. Je weniger in der Präsentation herumfliegt, desto weniger Probleme ergeben sich beim Seminar.

      Abfragen/Umfragen

      Abfragen verschiedener Art können mit vielen Tools generieren will. Möchte man mal etwas anderes machen, dann gelingt das mit den Chat-Bot-Generator sehr elegant.

      Zur Verfügung stellen

      Wir leben im 21. Jahrhundert und statt ausgedruckten Hand-Outs gibt es nach online-Seminaren Dokumente via Mail oder über eine eigene Plattform. Ein beliebter Fehler ist es, einfach die Folien zu Verschicken. Der zweite Fehler entsteht, wenn die Folien so gestaltet sind, dass man diese gut als Dokument verschicken kann. Beides sind absolute No-Gos.

      • Präsentation gut für das Seminar → schlecht als Hand-Out herzunehmen
      • Präsentation mit Text und gut als Hand-Out → schlecht für das Seminar

      Wie umgeht man also das Dilemma? Man verwendet zwei Varianten! Das eine sind die Folien für das online-Seminar, die, wenn es gewünscht ist auch verschickt werden können. Als Nachtrag oder weiterführende Information folgt dann ein angepasstes Hand-Out. Das ist nicht immer viel Arbeit, denn es kann bereits bei der Seminarplanung entstehen. Dies kann auch als eigene Stütze während des Seminars dienen. Ganz nebenbei bemerkt ist dieser Beitrag ebenso ein Nachtrag eines vierstündigen Seminars (aufgeteilt auf zwei Tage mit je zwei Stunden). Die Präsentationsfolien wären ohne die passende Stimme und die zusätzlichen Erklärungen vollkommen hilflos.
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      Zum Schluss noch

      Wenn sich die Veranstaltung dem Ende neigt, sind wahrscheinlich sowohl Veranstalter, als auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschöpft und wollen sich im Anschluss nicht immer direkt vertiefen, sondern entspannen oder einfach weg vom Bildschirm. Dadurch ergibt sich eine Lücke des Nachdenkens, eine Zeit der Selbstreflexion. Deshalb sollte jedenfalls noch weiterführende Literatur, spannender Inhalt, Hand-Outs, die Präsentation oder ebenso anderes Material, das empfohlen werden kann, hier eingebettet sein.

      Entweder direkt als Download im Anschluss (geteilter Ordner, WetransferDropboxGoogle Drive, …) oder als E-Mail mit Dankesschreiben für die Teilnahme. Jetzt ist natürlich der Zeitpunkt da um das „angeteaserte“ Material zu verteilen.

      Eine gebührende Verabschiedung und Danksagung für die Teilnahme versteht sich von selbst. Was jedoch oft bleibt ist die Feedbacklosigkeit. Ein Link im Chat des Videokonferenztools und schon können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Feedback geben. Dabei kann ich ein paar fixe Antworten empfehlen, aber auch ein Textfeld mit freier Äußerung.

      » Das möchte ich außerdem noch mitteilen «

      Aber jetzt sind wir tatsächlich am Schluss des wohl bislang längsten Beitrags hier auf smartraven.net. Vielen Dank fürs Lesen und hab viel Spaß mit deinem online-Seminar.

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      Toolbox

      Wie vielen versprochen gibt es hier eine Liste mit den verschiedensten Tools, die mir auf die Schnelle so eingefallen sind. Schau doch in 2 Wochen nochmal vorbei, ich erweitere die Sammlung sicher noch.

      Das ist dir sicher noch nicht genug. Deshalb kannst du noch zwei weitere Orte mit nützlichen Inhalten aufrufen. „Tipps“ und den YouTube Kanal lernit


      SMARTRAVEN – TIPPS


      LERNIT – YOUTUBE

      Im kooperativen online-Seminar »Flipped Classroom« erlernen?

      Im kooperativen online-Seminar »Flipped Classroom« erlernen?

      Die Schulen sind geschlossen und der Unterricht steht Kopf. Eltern, Lehrende, Schülerinnen und Schüler erleben in dieser außergewöhnlichen Zeit eine andere, für viele neue Form des Lehrens und Lernens. Lehrerinnen und Lehrer produzieren Videos und gelernt wird in ihrem neuen virtuellen Klassenzimmer. Hat diese Form des Unterrichts auch nach „Corona“ Zukunft?

      Für uns Studierende des Masterstudiengangs »Angewandtes Wissensmanagements« an der FH Burgenland ist das Studium ebenso auf den Kopf gestellt. Wir treffen uns mit Vortragenden nach wie vor im virtuellen Hörsaal – Webex, koordinieren unsere Gruppenarbeiten mit Hilfe von Slack und bearbeiten kollaborativ Dokumente in OneDrive. In einer unserer Gruppenarbeiten erarbeiten wir ein kooperatives online-Seminar zum Thema „Flipped Classroom“. Der Kurs wird auf mit dem Lernmanagementsystem Moodle erstellt. Welches Ziel verfolgen wir damit?

      Unsere Ziele

      Lehrende von der Volksschule bis zur Universität lernen im Rahmen von drei Wochen mit einem Lernaufwand von insgesamt 15 Stunden ihr eigenes, bisher verwendetes didaktisches Konzept kriteriengeleitet und kritisch zu reflektieren. Wir beschäftigen uns mit den Fragestellungen: 

      • Wie können Erklärvideos sinnvoll in den Unterricht integriert werden?
      • Was ist bei der Erstellung eines guten Erklärvideos zu beachten?
      • Wie erstelle ich einen Leitfaden, ein Storyboard für mein Erklärvideo?
      • Mit welchen Tools kann ich mein erstes Erklärvideo erstellen?

      Am Ende des gemeinsamen Lernprozesses sind Informationen zu den Themen gesammelt und geteilt, neues Wissen konstruiert und die Kompetenz zur Integration und Erstellung von Erklärvideos erworben.

      Ein kleiner Einblick

       

      Lessons Learned

      Die im Erstellungsprozess gemachten Erfahrungen zeigen, dass Flipped-Learning oder Inverted Classroom ein lern- und lernendenzentriertes Unterrichtskonzept ist und nicht nur Produktion von Videos. Erklärvideos sind demnach nicht als Selbstzweck, sondern als Methode zum lernerzentrierten Unterricht zu verstehen, die sich im didaktischen Design widerspiegelt. Als solche verstanden und eingesetzt haben sie auch Zukunft.

      Ein gutes kooperatives Online-Lehr- und Lernsetting folgt dem 5-Stufen Modell nach SALMON und konzertiert das Wechselspiel zwischen Selbsterarbeitung, Informationsaustausch, Selbstreflexion, Feedback und selbstorganisierter Konstruktion oder Produktion. Wesentlich dabei ist das Selbstverständnis des Lehrers als begleitender und unterstützender Moderator von Lernprozessen der Lerner.

      Neu war für uns war definitiv die Gestaltung des kooperativen Online Seminars mit Moodle als Lernmanagementsystem. Moodle bietet bereits in der Standardversion ausreichend Möglichkeiten an Aktivitäten, um dieses Vorhaben zu realisieren. Wir haben dabei das Forum, die Aufgabe, den Kommentar und die Feedbackfunktion, sowie das Glossar als Basisfunktionen verwendet. Über Plug-Ins lassen sich noch weitere Aktivitäten integrieren. Lediglich die synchronen Online-Phasen erfordern den Medienwechsel auf ein Videokonferenzsystem, da Moodle als solches das nicht anbietet. Lösungen dazu gibt es viele. Einige Beispiele sind CISCO Webex, Microsoft Teams, Google Meet, Zoom, Skype oder ähnliches.

      Auf den Geschmack gekommen?

      Nützliche Informationen liefert zum Beispiel die Virtuelle Pädagogische Hochschule mit einer Lernvideo-eLecture. Christian Spannagel (PH-Heidelberg) erklärt Flipped Classroom auch an der Pädagogischen Hochschule Kärnten. Hier ist die Aufzeichnung.

      Fazit

      Das Wechselspiel zwischen synchronen (Online- oder Präsenzeinheiten) und asynchronen, selbstgesteuerten, lernerzentrierten, digital innovativen Lehr- und Lernsettings ist sicher ein Methodenmix. Inhalte (Lernanregungen) müssen sich als dazu geeignet erweisen, die jeweilig anvisierte Kompetenz (Ziele) der Lernenden zu fördern, zur ausgewählten Methode passen und das Interesse (Motivation und Fragen) sowie die Vorkenntnisse von Lernenden aufgreifen. Die Inhalte selbst sind exemplarisch und austauschbar. Sie sollen aber insbesondere eine Tiefe des Verständnisses, Einbettung in (Lern-)Handlungen und Transfer auf Lebenssituationen ermöglichen, die zum Wissenserwerb im späteren Alltag befähigen. Flipped Classroom (Inverted Classroom) und das kooperative Online Seminar als Unterrichtsform eigen sich als Möglichkeit zur Stärkung der digitalen Kompetenzen von Lehrenden, um das Thema nachhaltig in die virtuellen oder aber auch realen Klassenzimmer und Hörsäle zu integrieren.

      Dieser Beitrag ist im Rahmen einer Gruppenarbeit entstanden. Beteiligte waren C. Böhm, T. Hofer, M. Töpfer und K. Hebein

      Schule geschlossen, Präventivmaßnahmen – Möglichkeiten und Tipps

      Schule geschlossen, Präventivmaßnahmen – Möglichkeiten und Tipps

      Nach den aktuellen Informationen aus dem Bildungsministerium und verlässlichen Medien ist eine Schließung der Schulen in Österreich vorgesehen. Dahingehend müssen Lehrerinnen und Lehrer nun schnellstens einen Unterricht vorbereiten, der von zu Hause aus möglich ist. Die Lernenden haben das Recht auf Unterricht, auch wenn die Schulen geschlossen sind. Jetzt sind Schulen, die ohnehin Online-Plattformen und Lernmanagement Systeme nutzen klar im Vorteil – sie greifen auf vorhandenen Ressourcen zurück.

      An meiner Schule haben wir für einen solchen Fall fast keine Reserven. Wir müssen schnell handeln und deshalb möchte ich die Vorgehensweise nicht für mich behalten. 

      Neben unserer WordPress – Schulhomepage haben wir Google Apps for Education. Damit sind die Schülerinnen und Schüler bereits für Google-Classroom vorbereitet und wereden dahingehend eingeschult. Das gibt uns theoretisch die Möglichkeit, online Materialien bereitzustellen. Leider ist das Kollegium dahingehend nicht optimal vorbereitet. Die von der Regierung gesetzten Maßnahmen könnten diesen Prozess beschleunigen. Mein Unterricht wird in Form von Lernvideos stattfinden. Dazu gibt es kleine Begleittexte und Aufgaben, die Erklärungen gibt es in Videoform. Damit auch Schulen ohne LMS, Moodle, Microsoft und Google Materialien bereitstellen lautet mein Vorschlag also: Vorbereiten und in Kopie an die Schülerinnen und Schüler ausgeben. 

      Wer eine Schulhomepage betreibt kann auch dort die Dateien aktuell bereitstellen. Ein Menüpunkt auf der Startseite könnte zu einem freigegebenen Google-Drive-Ordner führen. Dort muss eine Ordnerstruktur aufgebaut werden, nach Klasse und Gegenstand sortiert macht das den meisten Sinn. Um eine Kommunikation zu ermöglichen bieten sich E-Mails an. Eine weitere, jedoch anonyme Möglichkeit bietet ein kostenloses ZUM-Pad. Dort können alle, die den Link haben (bzw. den Namen des Pads) einfach hineinschreiben. Das könnte als Austausch für einzelne Klassen dienen. Zentrale Anlaufstelle sollte jedoch der Webauftritt der Schule sein. Für die Arbeit mit Google Classroom gibt es bereits einen eigenen Smartraven-Beitrag.

      Für einen reibungslosen Ablauf:

      1. Schulwebsite aktuell halten. Auf der Startseite könnte ein Eintrag zu aktuellen Schulzeiten stehen.
      2. Transparenz. Den Schülerinnen und Schülern bzw. den Erziehungsberechtigten mittels Schreiben signalisieren, dass die Schule vorbereitet ist und Lerninhalte folgen.
      3. Lerninhalte digital zugänglich machen und auch eine Anleitung dafür ausgeben.
      4. YouTube als Videoplattform nutzen, damit Schülerinnen und Schüler z.B. mittels Lernvideos unterstützt werden.
      5. Telefonischer Kontakt. In Notsituationen kann auch telefoniert werden. Setzt man „#31#“ einfach vor die Rufnummer, ruft man automatisch „unbekannt“ an. #31#0650998xxxxxx könnte so direkt ins eigene Telefonbuch eingespeichert werden.
      6. Webmaster/Betreuer der Website und Direktion sollten in engem Kontakt stehen, damit Neuigkeiten schnell online gestellt werden.

      Unter www.spallartgasse.at kann man sich Inputs holen, wie wir das bislang lösen.

       

      Spontan kann durch Eduvidual reagiert werden. Durch die Erstellung von Schülerzugängen können einfach Kurse erstellt und Inhalte bereitgestellt werden. Neben dem Lernen kann damit auch Kommuniziert werden. Ein Eduvidual-PlugIn macht übrigens aus jeder Moodle-Installation ein mächtiges Kontakttool mit dem Eltern, Schüler und Lehrer erreicht werden können. Eine schnelle und starke Vernetzung ist damit sicher. Eine Anleitung erhält man durch den Quick-Start-Guide. Für ManagerInnen gibt es ein eigenes Dokument: hier. 

      Weitere Vorschläge, um den Unterricht Web-basiert ablaufen zu lassen:

      OFFICE: 

      Für jene Schulen, die keine Office365 oder ähnliche Zugänge haben bietet der Wiener Bildungsserver ab Montag die Wiener Bildungsserver-Cloud zur Verfügung. Zur Nutzung ist jedoch eine @schule.wien.gv.at E-Mailadresse notwendig. Infoblatt

      EDUTHEK:

      Das Bundesministerium betreibt die Eduthek und bietet damit eine Sammlung für alle Schulstufen, geordnet nach Fächern.

      Online-Zeitschriften (für die Schule)

       und Topic haben jeweils sehr weitgreifende und gut aufbearbeitete Informationen online. Die Hefte gibt es für die Dauer der Krise auch kostenlos online, dazu gibt es ebenso auch Arbeitsmaterial.

      VERLAGE:

      Der ÖBV-Verlag hat eine eigene Corona-Seite  eingerichtet. Dort gibt es viele online-Materialien. Das Lehrwerk-Online steht ohnehin schon sehr lange Zeit zur Verfügung.

      Der Lembergerverlag hat nun sein gesamtes Buchportfolio kostenlos zur Verfügung gestellt. Ohne Anmeldung und ohne Wasserzeichen werden die Bücher präsentiert: DIGI.SCHULE

      Der Helbling-Verlag bietet mit der Helbling eZone auch eine Möglichkeit, den Unterricht zu digitalisieren. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Accounts und Lehrende können Übungen freischalten. Hier gibt es auch die Bücher online.

      Ed. Hölzel hat die eigenen Bücher, Online-Tools und Arbeitsblätter kostenlos online freigeschalten.

      Veritas stellt ebenso online Bücher kostenlos zur Verfügung.

      Bücher des Trauner Verlags: Fordern Sie unter digibox@trauner.at die entsprechende Anzahl an Lizenz-Keys für die TRAUNER-DigiBox an. Lösen Sie den Lizenz-Key unter www.trauner-digibox.com ein und nutzen Sie die E-Books inkl. aller digitalen Zusatzmaterialien für 3 Monate kostenlos.

      WEB-APP:

      Antolin wird von der Westermanngruppe zur Verfügung gestellt. Kurz gesagt: Buch lesen, Inhalte überprüfen.

      Lerninhalte für verschiedene Gebiete gibt es in der „App“ ANTON. Hier können ebenso einfach, schnell und kostenlos Zugänge geschaffen werden.

      Toporopa bietet Geografie-Tools mit interaktiven Spielen.

      Kostenlose Video-Konferenzen als Möglichkeit live in Kontakt zu treten hat man bei Jitsi.

      APP:

      eSquirrel ist generell für Kurse geeignet. Nicht nur kostenpflichtige, sondern auch eigene Kurse können damit erstellt werden. Dort gibt es nebenbei auch den Gamification-Effekt durch Ranglisten und Punktesammeln. Normalerweise können alle Kurse für einen Monat getestet werden, aktuell gibt es eine Erweiterung: 2 Monate kostenlos. Hier gibt es von mir direkt eine Videoanleitung dafür: eSquirrel-Videoanleitung

      YOUTUBE:

      Lernit (YouTube): Mein eigener YouTube-Kanal beherbergt bereits zahlreiche Mathematikvideos. Auf www.lernit.net kann unter Mathematik -> 3c direkt auch der Unterricht (Themensortiert) der 1-3 Klasse NMS begutachtet werden.

      Arte stellt viele Dokumentationen im ArteDE-YouTube-Kanal zur Verfügung.

      Quarks bietet viele Kurzfilme, Infovideos, uvm. auf YouTube.

      Weitere Mediatheken:

      Klassischerweise bietet die ORF-TV-THEK Informationen, Dokumentationen und Aktuelle Nachrichten auch online.

      BR hat Videos und Dokumentationen für Schülerinnen und Schüler unter Alpha-Lernen.

      Die Wiener Staatsoper ist geschlossen und stream stattdessen ins Internet.

      Ja, auch Super RTL bzw. Toggo bitete mit Woozle Goozle informative Kurzvideos an.

      MATERIALIEN:

      Für Deutsch (auch Volksschule) gibt bei VS-Wegerer duzende Materialien zur freien Verwendung direkt zum Ausdrucken.

      Für viele Gegenstände und darüberhinaus bieten SWR und WDR auf Planet-Schule viele Materialien, Infotexte und Filme für Schülerinnen und Schüler. Gegliedert nach Themen und Schulart.

      Angebote, die darüberhinaus entstanden sind: 

      Thalia schließt alle Filialen (geschlossen bis zum 22.03.2020). Der Online-Shop bietet jedoch eine großzügige Auswahl an E-Books und mit dem Gutscheincode erhältst du sogar 50% Rabatt auf Hörbücher: 58F97XTJ52 – Es gibt auch eine 15% Rabatt mit diesem Code: 15GSHBDLMAR20

      Audible öffnet eine Hörbücher. Dort finden sich tausende Titel mit spannenden Inhalten.

      Nicht nur in der Lehre: Wissenstransfer durch Screencasts

      Nicht nur in der Lehre: Wissenstransfer durch Screencasts

      Egal ob in der Lehre oder in einem Unternehmen: Erklärvideos sagen mehr als tausend Screenshots. Lange Anleitungen zum Lesen gehören oft der Vergangenheit an. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten Wissen durch Bildschirmvideos zu vermitteln, anderen zu helfen oder unterstützend zu wirken.

      Was ist ein Screencast?

      Ein Screencast ist eine Aufzeichnung des Bildschirms, die Interaktionen am PC, Tablet oder Smartphone aufzeichnet und als Videodatei speichert. Jede Mauszeigerbewegung oder das Öffnen und Verwenden von Programmen wird mitgeschnitten. Während der Erstellung des Screencasts wird oft direkt mitgesprochen. In vielen Fällen ist ein einfaches Mikrofon ausreichend. Am Ende wird damit ein Video generiert, das im Idealfall die Interaktion gut darstellt und von Audiokommentaren unterstützt wird.

      Screencasts bringen schnell und einfach Wissen von A nach B. Ein fünfminütiges Video kann Inhalte mehrerer Seiten vermitteln. Lernende erhalten so schnell, einfach und anschaulich Informationen. Neben dem Erklären von Software oder der Handhabung von diversen Programmen können Screencasts auch zur Präsentation verwendet werden. Um mehr Authentizität zu erreichen, kann das eigene Bild eingeblendet werden. Ähnlich wie in einem Webinar oder einer eLecture erhalten die Videos damit eine persönliche Note.

      Die Erstellung von Bildschirmvideos

      Jedes Betriebssystem hat hier eigene Möglichkeiten. So kann unter Windows mit dem Shortcut Win+G die Spieleleiste eingeblendet werden. Damit gelingen einfache Bildschirmaufnahmen mit Ton. Unter MacOS kann der systemintegrierte QuickTimePlayer verwendet werden. Hier kann sogar die Größe des aufzunehmenden Bereichs definiert werden. Auf iOS Geräten, wie dem iPhone oder dem iPad, kann seit der Version 11 der Bildschirm direkt mit Boardmitteln aufgezeichnet werden. Bei Android-Geräten muss auf externe Apps zurückgegriffen werden. Sofern die installierte Version 4.4 übersteigt, kann der AZ Screen Recorder verwendet werden. Bei allen beschriebenen Lösungen gibt es die Möglichkeit, das interne Mikrofon des Gerätes zu verwenden, um bei den Aufnahmen mitzusprechen.

      Um ein informatives Lehrvideo zu gestalten, ist eine ausreichende Planung Voraussetzung. Manche arbeiten mit Skripten, die während des Videos oder in der Nachbearbeitung vorgelesen werden. Für kleine Videoprojekte reicht nach etwas Übung oft ein Zettel mit Notizen.

      Neben dem Gerät, das gewissermaßen als Host dient, ist ein externes Mikrofon von Vorteil. Interne haben oft ein hohes Grundrauschen oder verzerren die Stimme. Ebenso sind Hintergrundgeräusche aus allen Richtungen Störfaktoren. Einfache Podcast-Mikrofone sind für die Aufnahme völlig ausreichend. Sie werden meistens direkt via USB angeschlossen und vom System erkannt. Bei Computern/Laptops und auch bei iPads (Apple) ist dies problemlos möglich.

      Wer keine systemeigene Software zur Verfügung hat, kann auf kostenlose Tools, wie Screencast o Matic zurückgreifen. Damit können bis zu 15 Minuten kostenlos aufgenommen und teilweise nachbearbeitet werden. Eine gleichzeitige Aufnahme des Bildschirms und des Webcam-Bildes ist möglich. Nach Export der Videodatei erscheint in der kostenlosen Variante ein Wasserzeichen unten im Bild. Eine professionelle Lösung bietet TechSmith mit der Software Camtasia. Hiermit können Bildschirmvideos und die eigene Webcam ebenso gleichzeitig aufgenommen werden. Zusätzlich gibt es eine vollständige Videobearbeitungssoftware. Diese ist auf Screencasts ausgelegt. 

      Je nachdem, ob es für notwendig befunden wird, können die Aufnahmen nachbearbeitet werden. In manchen Fällen genügt eine kostenlose Videoschnittsoftware. Jedoch ist hier zu bedenken, dass der Markt sehr klein ist. Kostenpflichtige Programme bieten hier einen hohen Mehrwert. In vielen Fällen gibt es Videoeffekte, Titel, Einblendungen oder Audio-Bearbeitungswerkzeuge. Das Entfernen von Hintergrundgeräuschen oder das Anpassen der Audiolautstärke sollten Standardfunktionen sein. Bei der Nachbearbeitung können längere Sprechpausen, falsche Sätze oder auch „ähms“ und Versprecher herausgeschnitten werden.

      Wohin mit dem Video, wenn es fertig ist?

      Das firmeneigene Intranet bietet sich an, wenn die Inhalte sensibel sind oder die Gemeinschaft keinen Nutzen daraus ziehen kann. Für Erklärungen zu allgemeinen Themen werden oft Cloud-Speicherdienste, wie One-Drive, Google-Drive oder YouTube genutzt. Insbesondere YouTube bietet eine praktische und kostenlose Möglichkeit, Videos zu veröffentlichen. Zusätzlicher Text, Informationen oder weiterführende Links kommen hierbei in die Videobeschreibung. So wird nicht die Videodatei, sondern nur ein Link mit der Zielgruppe geteilt.

      Resümee

      Screencasts bieten schnelle Abhilfe bei komplizierten Sachverhalten. Anschaulich und einfach können auch abstrakte Arbeitsschritte dargestellt werden. Ein begleitender Audiokommentar ergänzt Erklärungen und das eigene Webcam-Bild kann das Video authentischer erscheinen lassen. Nach der Planung wird das Video aufgezeichnet. Für die begleitenden Audioaufnahmen empfiehlt sich ein externes Mikrofon. Vorinstallierte Standardsoftware ist für die Aufzeichnung empfehlenswert. Wenn öfters Screencasts aufgezeichnet werden, liegt es nahe, eine Videoschnittsoftware zu verwenden. In der Post-Produktion können so einfache Fehler ausgeglichen werden

      eLecture an der Virtuellen PH

      Ich habe zu Thema Lernvideos und Screencasts an der Virtuellen PH eine Online-Fortbildung abgehalten. Die Aufzeichnung kann direkt dort kostenlos angesehen werden: VPH-VID