gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

Videokonferenzen halten seit 2020 Einzug in der Bildungswelt und natürlich auch weit darüber hinaus. Schon fast genervt wirken manche TeilnehmerInnen vom immer selben Anblick: Kacheln mit Webcambildern, ein paar Interaktive Tools und der Chat als Austauschformat. Ja, Break-Out-Rooms sind für viele auch nichts Neues mehr. Dabei gibt doch noch ganz andere Wege, wie man sich austauschen kann.

What?

Ja! Neben klassischen Videokonferenz-Tools, die ich selbst auch nutze, gibt es einige Vertreter die ganz anders an die Sache herangehen. Was brauchbar wäre, sind Lösungen, die ein freies Bewegen im Raum zulassen, gleichzeitig muss es aber auch „Vortrags-Settings“ geben, die es ermöglichen, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin alle erreicht. Klug wäre es auch, wenn man mit jenen in Kontakt treten kann, die man aktuell sehen und hören will/sollte. Nicht nur Gruppenarbeiten sondern auch Freizeitmöglichkeiten erstrecken sich dadurch. Zum Glück für mich gibt es das bereits.

Dieses nette Tool erzeugt eine virtuelle Welt, die dem Design nach Game-Boy-Spielen aus den 1990er Jahren ähnelt. Nach dem Betreten des Raumes nimmt man in Gestalt einer verpixelten Figur am Geschehen teil. Mit den Pfeiltasten auf der Tastatur navigiert man durch den Raum und kann sich so anderen Personen (Pixel-Character) nähern. In einem gewissen Radius um sich herum, kann man dann andere nicht nur auf der Karte des Raumes sehen, sondern auch das Webcambild. Zusätzlich hört man sich dann noch über das Mikrofon. Im Verhältnis zu einem klassischen Videokonferenz-Tool bietet gather.town also die Möglichkeit der Vernetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Damit können sich jene Gruppieren, die etwas zu Besprechen haben. Die Möglichkeit der Bildschirmfreigabe und der Chat sind ebenso Funktionen des Tools. Letzteres kann sogar in zwei Bereiche untergliedert werden. Einerseits kann man mit seiner direkten Umgebung chatten, so erhalten nicht alle im Raum eine Nachricht, das kann aber mit „everyone“ ebenso erzielt werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch spezielle Bereiche, wie die „private-spaces“. Das sind spezielle Punkte oder Orte, wo sich dann alle sehen und hören, die anwesend sind. Das könnte bspw. rund um einen Tisch sein. Damit werden dann die Webcams sichtbar und man kann sich auch akustisch austauschen. Der Spotlight-Place bietet dafür die Möglichkeit mit einem ganzen Raum zu kommunizieren, ohne das die örtliche Nähe eine Rolle spielt. Wie im Titelbild ganz oben kann dann auch ein „Vorlesungs-Szenario“ in gather.town abgehalten werden.

Ein Punkt der noch dazugehört ist der Preis. Ich nutze gather.town in der vollkommen kostenlosen Variante und kann damit 25 Personen gleichzeitig in einem Raum unterbringen. Das ist für eine Schulklasse oder auch eine Gruppe von Studierenden oder für die Freizeit eigentlich ganz in Ordnung. Dann wird es jedoch kostspieliger. Die Preise richten sich nach einem pay-per-use Modell – dabei ist mit $1/user für zwei Stunden Nutzung auch eine günstige online-Party möglich. Dabei gebe ich folgende Gedanken mit: 

  • Für Personen ist die Teilnahme sehr einfach
  • Die Kosten sind meiner Meinung nach in Ordnung, wenn man Kosten für einen realen Seminarraum bedenkt, der angemietet wird

    So ist die virtuelle Welt aufgebaut

    Grundsätzlich beschreibe ich gather.town mit einem 3-Ebenen-Prinzip. Die Grundlage, also die hinterste Ebene bildet ein Bild. Dieses kann aus einer Vorlagengalerie gewählt oder auch selbst gestaltet werden. Auf diesem Bild wird auch die grundlegende Richtung sichtbar. Damit kann das Bild die Grundlage für einen Seminarraum oder auch eine Dachterrasse bieten.

    Auf diese Ebene folgt dann der Teil, der von gather.town direkt eingespielt wird. Dazu zählen spezielle Bereiche, wie „private-Spaces“, die nicht direkt sichtbar sind, aber auch Möbelstücke, Pflanzen, Dekoration und interaktive Inhalte. Damit ist es möglich virtuelle Pinnwände, Bildschirme oder Infotafeln zu platzieren. Diese interaktiven Elemente können allerlei Dinge, wie Websites, Videos oder Bilder beherbergen. Bei „embedded Pages“ können natürlich auch Padlets oder Spiele eingebunden werden. So hat man einen Bereich, der eben solche interaktive Elemente bereitstellt und diese werden wiederum nur ab einem gewissen Radius, also räumlicher Nähe aktivierbar.

    Die dritte und oberste Ebene bildet wiederum ein Bild. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Damit gelingt es bei der Rooftop-Bar das gewisse Etwas mit Hilfe von Lichtern, die teilweise transparent über dem Geschehen liegen zu erzeugen.

    Das ist mir zuviel

    Natürlich wird man auf den ersten Blick ein wenig von den vielen Möglichkeiten erschlagen. Wer auf die Virtuelle Welt dennoch nicht komplett verzichten will, dem sagt vielleicht wonder.me zu. Dort gibt es ebenso die Möglichkeit durch örtliche Nähe in Kontakt zu treten – die Oberfläche bietet jedoch nur wenig Vielfalt.

    Wenn gather.town dennoch sinnvoll erscheint, dann könnten dir meine Videos beim Kennenlernen und Einrichten vielleicht helfen. Ich habe auch einen Raum eingerichtet, den man einfach betreten kann – unten ist der Link dazu. Dabei kann gather.town kurz aus Teilnehmendensicht ausprobiert werden (kostenlos). Mir hat es auf jene Fall sehr viel Spaß bereitet diese virtuelle Welt einzurichten und ganz kurz im Zuge der #digiPH4 zu präsentieren und mit einigen Hochschullehrenden ein bisschen Zeit beim informellen Austausch zu verbringen.

    Update – 14.02.2021

    In gather.town gab es nun ein Update, das die Map-Maker-Eigenschaften weiter vorantreibt. Dahingehend gibt es auch ein Update-Video.

      Linkliste

      Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht.

      Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht.

      Viele Stunden pro Woche vor dem Bildschirm? Videokonferenzen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen? Produktive Meetings und Arbeitsbesprechungen? Für diese Fälle eignen sich natürlich Videokonferenz-Tools, die wir bereits kennen. Was prinzipiell alle gemeinsam haben ist die Möglichkeit das Bild der Webcam einzublenden. Eine hohe Qualität ist da nicht immer vorhanden. Was taugt also für die Webkonferenz, was verwende ich?

      Tipps für die interne Webcam

      Grundsätzlich haben die allermeisten Laptops und auch einige All-in-one-Rechner eine Webcam im Display integriert. Dabei ist nicht nur die Linse, sondern der lichteinfangende Sensor wahnsinnig klein. Je kleiner der Sensor ist, desto schlimmer wird die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Deshalb habe ich in der Vergangenheit sehr oft „hell=gut“ transferiert. Je heller die eigene Umgebung ist, desto besser wird die Bildqualität in Videokonferenzen. Einige machten mich darauf aufmerksam, dass sie bessere Webcams als externes Gerät nutzen. Dabei kommen wir schnell in eine Preisregion von über 50 €. Auch ich bin betroffener und fand eine super Lösung.

      Jeder hat schon eine gute Webcam – aber nicht jeder hat sie schon entdeckt

      In vielen Beiträgen mache ich auf die Macht des eigenen Smartphones aufmerksam. Als täglicher Begleiter bietet es mir viele Möglichkeiten – doch auch als Webcam? Das muss man erst mal richtig verstehen.

      Eine Webcam, egal ob eingebaut oder als USB-Gerät, liefert dem Computer Bildinformationen. Dadurch kann die Information auch in den Videokonferenzen eingesetzt werden. Welches Gerät das Bild liefert ist in vielen Fällen egal. Da mein Smartphone eine deutlich bessere Kamera besitzt als mein Laptop, verwende ich nun diese einfach als Webcam. Einerseits habe ich damit nicht nur Geld gespart sondern auch deutlich bessere Bildergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. Ich kann also auch mit „normalen“ Zimmerlampen oder bewölktem Himmel leben. Doch wie funktioniert das?

      Auf dem Smartphone installiert man sich eine App und auf dem betreffenden Computer einen passenden Treiber. Dieser sorgt dafür, dass das Smartphone-Bild an den Computer übertragen wird und der Computer das als „Webcam“ einstuft. Dadurch ist die Verwendung in diversen Videokonferenz-Systemen möglich.

      EpocCam von Elgato (iOS)

      Dieses Tool verwende ich, nachdem ich einige andere auch ausprobiert habe. Die kostenlose Version reichte für einen Test, ich investierte dann aber doch etwa 8€ für die Pro-Version. Im Verhältnis zu einer eigenen Webcam ist das immer noch fast nichts. Damit habe ich dann folgende Vorteile lieben gelernt:

      • Webcam-Position unabhängig vom Bildschirm (Verbindung auch via WLAN möglich)
      • Smartphone auch als Mikrofon nutzen
      • Smartphone als Dokumentenkamera in Videokonferenzen verwenden

      Gerade der letzte Punkt hat bei mir einige Sorgen gelöst. Im Mathematik Unterricht habe ich mein iPad in Verwendung. Das klappt eigentlich sehr gut, solange es nicht sehr geometrisch wird. Zehnjährigen die Handhabe mit Zirkel und Geo-Dreieck remote über Videokonferenzen beizubringen erfordert einiges an Geschick. Ich habe zwar eine gut funktionierende Lösung für mich gefunden (zwei Geräte in einer Videokonferenz), jedoch ist der Aufbau sehr komplex. EpocCam übernimmt jetzt für mich diesen Teil, denn mein Smartphone filmt dann einfach Papier und Stift, wenn ich etwas vorzeigen möchte. In 5 Sekunden gelingt es dann aber auch wieder so umzubauen, dass ich mit meinem Bild zu sehen bin. Mein Smartphone (iPhone) beherbergt die EpocCam-App, mein Laptop erkennt diese App als Webcam und so funktioniert das dann:

      1. EpocCam auf dem Smartphone installieren (Hier geht es zur App: Pro VersionFree Version)
      2. EpocCam Treiber auf dem Computer installieren (Windows | Mac)
      3. App am Smartphone starten und am Computer im Videokonferenz-Tool „EpocCam“ als Webcam auswählen

      Nicht nur das Bild, sondern auch der Mikrofon-Ton kann ausgewählt werden. Dadurch gibt es gleich eine vollwertige externe Webcam mit gutem Bild und in vielen Fällen auch gutem Ton. Die Bild- und Tonqualität von iPhones ist für diese Zwecke super. Und zum Abschluss: Ich habe ein iPhone mit drei verschiedenen Kameralinsen, die ich jeweils auch in EpocCam nutzen kann. Vor allem mit dem Weitwinkel-Objektiv des Smartphones schaffe ich viel Platz zwischen Linse und mir. 

      Android kann das nicht?

      Kurz gesagt: doch! Für EpocCam gibt es auch eine Alternative für Android-Smartphone. DroidCam (Playstore-Link) bietet ähnliche Möglichkeiten und der passende „Treiber“ wird von dev47apps für Windows/Linux mitgeliefert (Download).

      Diese Lösung habe ich jedoch nicht ausprobiert, sondern nur recherchiert.

      Mein Setup mit Vor- und Nachteilen

      Ich kann natürlich nur für meinen Fall sprechen, der zahlt sich jedoch nur aus, wenn alles sehr häufig verwendet wird:

      • Laptop
      • Smartphone als Webcam (EpocCam)
      • externes Großmembran-Mikrofon (USB)
      • LED-Licht
      • Tablet mit Stift

      Mein Mikrofon ist nicht mehr wegzudenken. Vor allem bei Video- und Voice-Over-Produktion greife ich darauf sehr gerne zurück. Das LED-Licht, ein Weihnachtsgeschenk bettet sich seit kurzer Zeit hervorragend ein. Da es auch akkubetrieben eine starke Leistung aufweist gibt es zahlreiche Einsatzszenarien, auch außerhalb von Videokonferenzen. Laptop, Smartphone und Tablet sind ohnehin die täglichen Instrumente. So in etwa kann das dann aussehen, wenn ich nicht gerade beim Schreibtisch sitze:

      ür Licht und Smartphone nutze ich mein altes Kamerastativ, das Smartphone dient als Webcam, das Licht hellt die Situation nochmals auf und das Mikrofon daneben zeichnet meine Stimme auf. Mit dem Tablet und der Bildschirmaufnahme gelingen so auch schnell und einfach Videos mit Bild-in-Bild.

      Wenn ich nun mein Heft/Buch während einer Online-Unterrichtsstunde zeigen möchte, kann ich das Smartphone einfach umpositionieren. Dafür eigenen sich aber andere Stative. Ähnlich wie bei allem sollte man vor einem Kauf festlegen, was man eigentlich machen möchte.

      Zur besseren Übersicht gibt es hier die einzelnen Produkte (ein Kauf zahlt sich aber auch auf anderen Plattformen aus; ansonsten gibt es noch die „gebraucht-wie neu“ Option):

      Es gibt natürlich auch viele weitere Optionen, verschiedene Hersteller und für jeden wird etwas anderes passen. Ich möchte weder Marken noch Produkte empfehlen, die ich nicht selbst im Einsatz habe.

      Kooperative Online-Seminare an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich

      Kooperative Online-Seminare an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich

      Moodle kann eine mächtige Lernplattform sein. Doch durch den großen Funktionsumfang werden auch einige abgeschreckt und Nutzen daher Kurse als Dokumentenablage. Um den professionellen Einsatz von Moodle als Lernplattform bei der Abhaltung von LehrerInnenfort- und -weiterbildungen an der PH Niederösterreich (PH-NÖ) zu fördern, gab die Hochschule die Erstellung von Best-Practice-Moodlekursen in Auftrag. Ziel war die Erstellung einer Masterkurs-Vorlage, die zeigt, was mit Moodle in der Hochschullehre möglich ist, und die von LektorInnen an der PH Niederösterreich für ihre Lehrveranstaltungen genutzt und nach ihren Bedarfen befüllt werden kann.

      Beatrice Kogler und Kai Hebein, beide ausgebildete Lehrende, studieren berufsbegleitend E-Learning und Wissensmanagement an der Fachhochschule Burgenland. Ein Teil des Studiums besteht aus der Durchführung eines Praxisprojekts. Als Projektauftraggeber vermerkte die PH-NÖ den Bedarf an einer Art Vorlage für Lehrende, die den Einstieg in das Lernmanagement-System Moodle erleichtern soll.

      https://www.youtube.com/watch?v=8bE6uqh7xYI

      Mag. Robert Schrenk, Bakk. betreute uns seitens der FH im Laufe des Projekts mit Besprechungen, Rat und Tat.

      An die Arbeit

      Gemeinsam mit Prof. Mag. (FH) Walter Fikisz, MA, BEd von der PH-NÖ gab es im August 2020 ein Kick-off-Meeting um den Projektauftrag zu vervollständigen. Dabei wurde ebenso ein Zugang für das hauseigene Moodle hinterlegt, sodass das Projektteam Zugriff hatte und Kurse gestalten konnte. Was am Anfang schon klar ist: Es gibt keine dezidierte Projektleitung, was bei zwei Personen auch nur wenig Sinn macht. Die PH-NÖ legte bereits im Vorfeld ein Dokument mit vielen hilfreichen Informationen an, sodass die Thematik bzw. viel eher die Probleme mit Moodle klar wurden. Moodle ist vielfältig und dadurch nicht ganz so einfach zu bedienen. Nicht nur im Zuge des Masterstudiums sondern auch privat und beruflich hat sich das Projektteam bereits mit Moodle auseinandergesetzt und dadurch erkannt, welche Möglichkeiten gut funktionieren.

      Projektziele

      Zwei Kurse sollten erstellt werden. Einerseits ein Prototyp, der bereits im Wintersemester 2020 eingesetzt werden sollte. Dabei ging es um die Lehrveranstaltung „Gesellschaftliche Auswirkungen der Mediennutzung“, die ein Teil des Hochschullehrgangs „Lehrer/in für Digitale Grundbildung“ ist. Zuvor wurde diese von Walter Fikisz offline abgehalten und einige Informationen, Übungen und Beispiele mit Hilfe von Moodle transferiert. Unsere Aufgabe bestand darin, diese Lehrveranstaltung in ein Kooperatives Online-Seminar umzuwandeln. Dabei geht es nicht nur darum, Lerninhalte in Moodle hochzuladen, sondern Interaktivität zu erzeugen. Auch ein „Miteinander“ soll ein egozentrisches Arbeiten teilweise ersetzen. Der zweite Kurs bildet eine Vorlage für Lehrende der Institution.

      Masterkurs – Moodle Vorlage

      Nachdem der Prototyp fertig war, ging es darum, einen Moodle-Kurs zu bauen, der auf den ersten Blick wie ein aktiver Kurs einer Lehrveranstaltung aussieht. Der Unterschied besteht aber vor allem im Inhalt. Statt reale Inhalte einer Lehrveranstaltung einzubauen wurden im Masterkurs Demoinhalte eingefügt, die die einzelnen Bestandteile, Möglichkeiten, Inhalte und Aktivitäten von Moodle erklären. So gibt es beispielsweise eine Textseite, die sich selbst erklärt oder ein Forum im dem steht, wofür ein Forum gut geeignet ist. Auch interaktive Elemente sind ein großer Bestandteil des Kurses – diese wurden mit dem kostenlosen Moodle-PlugIn H5P erzeugt. Diese Beispiele zeigen dann ein interaktives Element und eine schnelle Einführung. Die Vorlage sollte aber nicht überfordern, weshalb nur eine Auswahl an Aktivitäten eingebaut wurden.

      Grafische Aufbereitung

      Moodle ist von Haus aus nicht immer besonders benutzerfreundlich aufgebaut. Bei der Vorlage geht es nicht nur um die Inhalte, sondern auch um die grafische Aufbereitung der einzelnen Elemente. Deshalb gibt es neben den Kursabschnitten auch einen „Kursheader“, der fixierte Inhalte zu jeder Zeit anzeigt. Wir erachten diese Dinge als wichtig bzw. hilfreich für Kursteilnehmende:

      • Name des Referenten/der Referentin
      • Kursdauer
      • Online-Präsenz bzw. synchrone Phasen
      • Allgemeine Informationen zum jeweiligen Kurs (1-2 Sätze)

      Unterhalb dieser Textelemente befinden sich Icons (Quelle: Pixabay), die zu interessanten Seiten, dem Forum oder Beurteilungskriterien führen. Der „Home-Button“ stellt ebenso ein Element dar, dass bei vielen Moodle-Kursen hilfreich sein könnte. Moodle bietet zwar die Möglichkeit über die Kursnavigation mit wenigen Mausklicks wieder auf die Startseite de Kurses zurückzukehren, mit dem „Home-Button“ gelingt dies jedoch mit einem einzigen Klick.

      Anleitung statt Dokumentation

      Damit sich Lehrende schnell zurechtfinden oder einfach nach wenigen Minuten entscheiden können, ob dieser Kurs zum Einsatz kommt, gibt es ein Einführungsvideo. In diesem erhalten potentielle NutzerInnen nicht nur einen Überblick über die Struktur, sondern auch hilfreiche Informationen zur Bearbeitung. Diese Fragen werden beispielsweise direkt geklärt:

      • Was muss ich tun?
      • Welche Möglichkeiten habe ich?
      • Was sind Abschnitte und wie kann ich diese ändern?

      Unser Favorit: Das Grid-Format

      Moodle bietet natürlich nicht nur eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten und Möglichkeiten der Erweiterung durch PlugIns, sondern auch einige Kursformate. Damit ist die Anordnung von Inhalten und die grobe Gliederung dieser gemeint. In der aktuellen Instanz der PH-NÖ befinden sich Themen- und Zeitgliederungen. Wir wollten die UX (User Experience) erhöhen, damit nicht nur die Leitung der Lehrveranstaltung schnell und einfach navigieren kann, sondern auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gute Übersicht erhalten.

      Das Grid-Format erlaubt es Inhalte in Blöcken zu organisieren. Dadurch kann entweder in Themengebieten oder zeitlichen Abschnitten gegliedert werden. Im Prototyp haben wir uns für Themengebiete entschieden, da die Lehrveranstaltung über eine kurze Zeitdauer abgehalten wird. Es wäre aber auch möglich in Wochen zu unterteilen – das ist je nach Anwendungszweck unterschiedlich. Die einzelnen Kacheln können mit Titel und Bild hinterlegt werden, wodurch der Kurs insgesamt schöner gestaltet ist.

      So ist die Vorlage zu nutzen

      Unter der Annahme, dass die Lehrveranstaltungen ohnehin geplant sind, kann die Master-Vorlage einfach kopiert werden. Im nächsten Schritt folgt die Befüllung mit Inhalten und das Erstellen von interaktiven Elementen, falls dies gewünscht ist.

      1. Kurs kopieren
      2. Beschreibung, Titel und Header-Informationen ändern
      3. Entscheidung: Kacheln themen- oder zeitbasiert verwenden
      4. Kacheln beschriften und die Demoinhalte entfernen oder anpassen

      Vor allem dieser letzte Schritt wird durch die Vorlage stark unterstützt. Die Demoinhalte bieten bereits eine kurze Beschreibung und können dahingehend einfach verschoben/umplatziert werden.

      Die Herausforderungen des Projekts

      Das Projekt ist weitestgehend problemlos abgelaufen. Vor allem mit Walter Fikisz pflegten wir eine regen, wertschätzenden und produktiven Kontakt während des Projektablaufs. Nach dem virtuellen Kick-off folgten noch weitere virtuelle Treffen, ansonsten verwendeten wir Mails bei der Kommunikation. Intern haben wir unser Projekt mit Microsoft Teams und dem Planner (Tasks) gestaltet. Dabei stellten wir schon die ersten Probleme fest:

      • Teams ist an ein Microsoft-Konto gebunden
      • Die online-Varianten von Word, Excel und PowerPoint liefern nur einen sehr kleinen Funktionsumfang und haben große Probleme mit Formatierungen

      Da wir beide auch beruflich MS Teams verwenden und zusätzlich einen Zugang über die Fachhochschule nutzen, gibt es oft Probleme beim Wechseln von Konten. Da der Start aber bereits abgewickelt war, die Ordnerstruktur schon aufgebaut und die Aufgaben im Planner organisiert waren, machte ein Wechsel auf ein anderes Tool keinen Sinn mehr. Unsere Organisation ist wohl als hybrides Projektmanagement zu verstehen. Die Arbeitspakete, Aufgaben und Workflows wurden im Kanban-Board-Style dargestellt, was sich aber als Problem für die Fachhochschule herausstellte, denn dort wurde ein Balkenplan gefordert – wir besserten also nach.

      Zeit ist ein entscheidender Faktor

      Direkt nach dem Start des Projekts waren wir voller Euphorie und investierten viel Zeit um das Projekt zu planen und den Start schnell hinter uns zu lassen. Dann kam der Schulbeginn und einige Veränderungen im Job-Leben des Teams. Neuer Job, Distance Learning und zusätzliche Aufgaben, später noch der Start des Semesters an der FH und damit verbunden auch diverse projektbezogene Aufgaben machten uns das Leben schwer. Das Projekt wurde durch eine sprichwörtliche Armada an weiteren Arbeitsaufträgen begleitet. Projektauftrag, Handbuch, wissenschaftliche Artikel, Stand der Forschung, Publikation, Projekt-Rahmenbedingungen und Präsentation waren einige Abgaben der begleitenden Lehrveranstaltung. 

      Learning

      Das Projekt war im Zweierteam gut durchführbar, hätte aber von weiteren Projektteammitgliedern profitiert. Wir konnten unsere Kenntnisse in Bezug auf Moodle weiter vertiefen und uns Wissen zu Instructional Design von kooperativen Moodlekursen aneignen. Danke sagen wir hiermit auch Walter Fikisz für die angenehme Zusammenarbeit während des Projekts und hoffen, dass die entstandenen Moodlekurse den Lehrenden an der PH Niederösterreich hilfreich sein werden.

      Projektpräsentation an der FH-Burgenland am 15.01.2021 (virtuell)
      Lehrer in der Krise – Corona als Chance für die Bildung

      Lehrer in der Krise – Corona als Chance für die Bildung

      Derzeit befinden wir uns noch immer mitten in der Krise – doch welcher Krise eigentlich genau? Ist es nur die Pandemie oder deckt jene eben neue Krisen auf? Für die Bildung ist das Jahr 2020 eigentlich eine Chance vieles für die Zukunft vorzubereiten – nicht nur im Hygiene-Bereich.

      Wir schreiben den 16. März 2020 und auf meinem Terminkalender steht „Journaldienst“. Ein Begriff der Schule für eine Bereitschaft Schülerinnen und Schüler zu betreuen, die nicht zu Hause bleiben können. Es war im Laufe der Folgewochen eine willkommene Abwechslung zum Alltag vor dem Bildschirm. Bereits in den ersten Tagen des ersten Lockdowns war klar, dass viele Schulen keine Ahnung hatten, was jetzt zu tun ist. Gründe dafür sind jedoch sicher nicht in der Faulheit von Lehrerinnen und Lehren zu finden, sondern in Problemen, die seit Jahren da sind.

      Wie funktioniert das Lernen eigentlich?

      Ich bin kein Mediziner, kein Erziehungswissenschaftler, kein Psychologe, kein Lerntheoretiker sondern Lehrer. Damit habe ich von vielen Dingen nur geringe Kenntnis. Trotzdem muss ich natürlich wissen, wie das Lernen funktioniert – darauf baut mein Unterricht auf. Dabei kann ich das Buch „Lernen“ von Manfred Spitzer sehr empfehlen. Jene, die mich kennen werden wahrscheinlich kaum glauben können, dass ich diesen Autor empfehle, obwohl mein Leben weitestgehend digital verläuft. STOP! Ganz so einfach ist es nicht. Was ich aus diesen kritischen Ansichten auf jeden Fall lernte ist, dass man googeln nicht durch googeln lernt, sondern nur durch viel Hintergrundwissen. Dieser Punkt ist in der Schule sehr gut zu beobachten. Bei Rechercheaufträgen stehen Schülerinnen und Schüler vor einer Monsteraufgabe. Kaum wird die Suchmaschine des eigenen Vertrauens befüllt, werden Millionen von Ergebnissen geliefert. Dabei ergibt sich nun das Problem des Filterns. Das ist auch der Grund, warum bei Referaten Wikipedia zitiert wird.

      Ein großes Hintergrundwissen erleichtert die Suche im Internet enorm, weshalb ich sehr viel sehr schnell suchen und finden kann, wenn es sich um digitale Probleme handelt.

      Lernen ist motivations- und belohnungsempfindlich. Ohne Motivation und Lob wird der Prozess zum Problem. Ab und zu kann aber auch Bestrafung und Schmerz sehr dienlich sein – man denke einfach an das Beispiel sich den Finger an der heißen Herdplatte zu verbrennen. Dies stellt eine Ausnahme dar. Anhand Spitzers Erklärungen der neuronalen Karten kann ich vereinfacht wiedergeben, dass Lernen umso besser funktioniert, je mehr Wege für den Prozess durchs Hirn vollzogen werden müssen. Haptik unterstützt Lernen genauso wie die Phantasie. Ein klassisches Beispiel wäre hierbei das Erlernen von Vokablen. Wird mit jedem Wort eine Handlung verbunden, muss diese Information über mehrere Wege im Gehirn, was zur Unterstützung des Lernens führt. Dieser ganz kleine Überblick reicht für mein eigenes kleines Gedankenexperiment in diesem Beitrag.

      Digitale Bildung – nur so funktioniert es

      Das würden sich jetzt manche wünschen und mache eben nicht, ich wünsche es mir nicht. Hochemotional und authentisch kann ich in der Klasse stehen, jedoch keinen vergleichbaren E-Learning Kurs abbilden. Lernpfade bieten eine Abwechslung und Videokonferenzen können auch gut eingesetzt werden, doch ersetzen lässt sich der Präsenzunterricht nicht so einfach.

      Ich denke, je älter die Zielgruppe ist, desto besser funktioniert eine selbstgesteuerte Lernphase ohne Präsenz. Kooperative Onlineseminare gibt es bereits – die Virtuelle PH hat dahingehend ein großzügiges Programm.

      Aber: In einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung schreibt Prof. Dr. Bardo Herzig über digitale Medien:

      In didaktischer Hinsicht stellen digitale Medien Lernmaterialien bzw. Lernwerkzeuge dar.

      Prof. Dr. Bardo Herzig

      Dahingehend nehme ich meine digitale Umgebung auch als Werkzeug wahr. Ich verwende Tools in meinem Alltag um mein Lehrerleben effizienter zu gestalten. Dabei ist mein Ziel nicht das Streben nach mehr Freizeit, sondern nach Weiterbildung und sozial-emotionaler Hilfe für meine Schülerinnen und Schüler. Gerade der letzte Punkt gehört zu einem wichtigen Bestandteil, was ich im Laufe meines Lehramtsstudiums so nicht erfuhr.

      … ein Tipp am Rande

      Ja, digitale Tools können bei Lernenden gut ankommen. Die Abwechslung zum regulären Unterricht können Lernspiele aber genauso bieten wie Exkursionen. Auch wenn auf den ersten Blick ein Museumsbesuch bei Schülerinnen und Schülern nicht immer sehr gut ankommt, wird das vermittelte Wissen durchaus besser hängenbleiben.

      Digitale Medien können den eigenen Unterricht auffrischen – Vielfalt ist das Stichwort. Doch haptische und emotionale Erlebnisse dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

      Werkzeug – das braucht man

      Auch wenn die Diskussion ob digitale Medien gut oder schlecht sind niemals enden will, benötigen Schulen einige Dinge, bevor auch nur an E-Learning zu denken ist. Dabei hätten Entscheidungsträger schon viele Jahre vorher agieren können.

      Bevor auch nur das erste Kabel verlegt und der erste Computer ausgepackt wird, müssen Lehrende wissen, was sie tun. Wissen um Medienpädagogik, Medienbildung, Medienerziehung, Urheberrecht, Technik und Anwendungen sind die Grundlage. Was nutzt sonst der Computer im Unterricht?! Ich sehe digitale Medien in der Schulbildung als eine Medaille mit zwei Seiten. Auf der einen werden Lernende auf dem Weg in die Gesellschaft begleitet, vorbereitet unterstützt. Hilfe um das Verstehen, wie Software und Hardware funktionieren sind omnipräsent. Auf der anderen Seite ist ein umfangreiches Wissen über die Welt notwenig um auch nur den Hauch einer Ahnung zu erhalten, wie Software und Hardware funktionieren und anzuwenden sind. Wie oben weiter beschrieben wird nicht nur beim Anwenden gelernt, sondern bereits davor. Ich wage einen schrägen Vergleich aus einem von Manfred Spitzers Vorträgen, wobei er erklärt, wie Kinder laufen lernen:

      … vielmehr lernt das Kind das Laufen wie alles andere auch: von Fall zu Fall!

      Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer

      Dabei stellt sich, umgewälzt auf digitale Medien im Unterricht zur Vorbereitung auf „das Leben“, für mich die Frage: Haben wir so lange Zeit oder wäre es nicht effizienter, wenn Kinder in der Schule viel über die Welt lernen und danach digitale Medien verwenden?

      Eigenstudie – so war es bei mir

      Heute fragen mich viele um Rat, wenn es um digitale Belange geht. Dabei reicht das Spektrum vom nicht funktionierenden Kopierer in der Schule über Webauftritte und Design bis hin zu komplexen Aufgaben am Computer, wobei ein tiefgreifendes Wissen Voraussetzung ist. Kann ich mit digitalen Medien so gut umgehen, weil ich bereits in der Primarstufe (Alter 7-10) mit Computern arbeitete?

      » NEIN «

      Meine ersten Experimente begannen etwa mit 14 Jahren, als mein Vater einen Computer anschaffte um selbst Fotos der Digitalkamera auszudrucken. Ein ISDN Anschluss mit 56k Modem war mit dabei um mit der Microsoft Windows Millennium Edition im Slow-Motion-Tempo durch das damalige Web 2.0 zu navigieren. Beim Herumspielen mit dem Gerät ist mir ein Fehler unterlaufen, den ich – so wies mich mein Vater an – selbst wieder lösen musste. Eine Lösung brachte einige Tage später das „Internet“ wieder zurück aber erst Jahre später erkannte ich meinen eigentlichen Fehler (Ich deaktivierte einen Treiber).

      Ich war einer der letzten meiner Schulklasse, der ein Handy mit Farbbildschirm besaß, der letzte in der Oberstufe, der schnelles Internet zu Hause hatte und erst kurz vor der Matura erwarb ich ein Smartphone, ein HTC Wildfire S. Am Ende meiner Sekundarstufenbildung verwendete ich das Handy bereits um Mitschriften zu digitalisieren, auf Google Drive abzulegen und zu teilen. Ich versuchte mich an verschiedenen Anwendungen im Internet und weil es sehr viel Spaß machte, lernte ich das vermutlich sehr schnell und nachhaltig.

      Aus dieser Geschichte leite ich nun ab, dass die Verwendung von digitalen Medien nicht mit zehn Jahren oder gar früher beginnen muss um auf ein späteres, digitaleres Leben vorbereitet zu sein.

      Seit drei Jahren unterrichte ich „Digitale Grundbildung“, ein Jahr zuvor bereits mit den Gegenstand „Medienerziehung“ (etwas ganz ähnliches). Dabei sehe ich, wie digitale Medien von Schülerinnen und Schülern im Alter von 10-12 Jahren verwendet werden. Das Führen eines Medientagebuchs gibt mir auch einen Überblick über die private Nutzung – damit gelingt das Thematisieren in der Gruppe auch deutlich einfacher und besser. Durch meine Kenntnisse im Social-Media-Bereich bin ich auch den Lernenden gegenüber authentisch und kann dementsprechend adäquat auf Fragen antworten. 

       

      So nutzen die Kinder die Medien

      Als der neu geschaffene Unterrichtsgegenstand „Medienerziehung“ – teilweise aus meiner Feder – in die Stundentafel meiner Schule übernommen wurde, war ich sehr froh. Die Überraschung folgt jedoch sehr unerwartet im Herbst. Die Schule war zum damaligen Zeitpunkt bereits mit WLAN ausgestattet und anstatt des herkömmlichen Informatik-Raumes gab es 26 Laptops, die sich automatisch ohne Passworteingabe mit den Netzwerk verbanden.

      Damit ausgestattet legte ich los, wie ich es eben für richtig hielt. Inspiriert vom Informatikunterricht meiner eigenen Schulzeit, angereichert mit aktuellen Themen, begab ich mich in die Klasse und die Kinder dort waren zum Teil vollkommen überfordert. Es gab wohl folgendes Problem: Schülerinnen und Schüler, die 2002-2006 geboren sind konnten zum Teil einen technologischen Bestandteil, den Computer, einfach überspringen und trotzdem digitale Medien in Form von Spielekonsole, Tablet oder Smartphone verwenden. Dadurch fehlte für mich ein wichtiger Bestandteil: Wie bediene ich einen Laptop. Ich musste also mit einer vollkommen heterogenen Gruppe arbeiten in der zum einen Personen bereits Computer-Erfahrungen vorwiesen während andere ein solches Gerät niemals zuvor bedienten. Mein persönliches Highlight war eine Schülerin, die ratlos vor dem Laptop saß und nicht wusste, was der Cursor/Mauszeiger ist. Sie wollte wohl mit reiner Gedankenkraft das kleine Pfeilsymbol am Bildschirm bewegen. Als ich ihr den Zusammenhang zwischen Bildschirm und Touchpad erläuterte verfolgte sie nicht nur mit den Augen, sondern mit dem gesamten Kopf die Mausbewegungen. Mit der Zeit legte sich das. Nach einem Semester war ich mir nicht mehr ganz so sicher, wie das in Zukunft weiterhin nachhaltig funktionieren wird. Ich, der sich für digitale Medien aussprach, musste nun feststellen, dass es doch nicht wie vermutet, einfach ist.

      Mit den Jahren legte ich mir ein Konzept zurecht – an den Lehrplan der Digitalen Grundbildung angelehnt und verknüpft mit meinem angesammelten Wissen über Medien und Kinder.

      Meiner Erfahrung nach werden Medien bei Kindern im Alter von 10-14 Jahren vor allem zum Vergnügen eingesetzt. Dabei spielt die Schule nur eine Nebenrolle, die Hauptrolle kommt den Erziehungsberechtigten und dem Freundeskreis zu. Das Elternhaus entscheidet maßgeblich mit, wie digitale Inhalte bei Kindern ankommen. Werden vorwiegend Spiele (z.B. an der Konsole) gespielt, dann gibt es natürlich kein Wissen darüber, wie Textverarbeitsungsprogramme am Computer funktionieren. Diese Feststellung ist für mich durch Erfahrungen aus der Schule klar und schlüssig.

      Nach dem Besprechen von Urheberrecht und dem Recht am eigenen Bild wird vielen Schülerinnen und Schülern erst klar, dass sie schon oft dagegen verstoßen haben, ohne es zu wissen. Auch die eigenen Eltern sind dann Täter. Wenn diese die eigenen Kinder ablichten und im Internet oder Chat-Gruppen (bspw. WhatsApp) präsentieren ohne vorher klar gefragt zu haben. Die Frage kann dabei natürlich nicht lauten: „Darf ich dich fotografieren?“. Eltern müssten den eigenen Kinder auch klar machen, was mit dem Foto passiert und hinweisen, dass solche Fotos dann für viele einsehbar und weiterverschickbar sind (auch wenn es nur die „Insta-Story“ ist). Der Schmale Grad, Eltern über das Kinderwissen zu erziehen, ist nicht einfach.

      Die aktuelle JIM-Studie (Medienpädagogischer Vorschungsverbund Südwest) präsentiert auch, dass bei 1.200 12-19 jährigen fast alle (>90%) ein Smartphone aber nur etwa 72% einen Laptop besitzen.

      Smartphone, Internet und Musik stehen bei der täglichen Mediennutzung an erster Stelle

      JIM-Studie 2020

      Social Media bei 11-17-jährigen

      Der jährliche Jugend-Internet-Monitor von Saferinternet bietet eine gute Übersicht, was Kinder und Jugendliche (n=400) mit Smartphone und Tablet so nebenher machen. Dabei spielt die Kommunikation und Interaktion mit Anderen eine wesentliche Rolle. Der Vergleich mit Fremden, virtuelle Vorbilder und Werbung stehen dabei im Fokus.  

      Wenn ich in der Schule meine Insights und Statistiken von YouTube, Twitch usw. zeige, dann ist oft das Staunen groß. Es gibt auch Fragestunden, wo die Gruppe Fragen stellen kann. Dabei kommt eigentlich immer, wie viel man mit YouTube verdient. Das ist auch klar, da immer ein oder zwei dabei sind, die YouTuber werden wollen. Auf diese Frage gehe ich nur indirekt ein und lenke die Diskussion in eine andere Richtung:

      Wer bezahlt eigentlich den YouTuber? Woher kommt das Geld? Bezahlt der, der ein Video anschaut eigentlich Geld dafür.

      Die Kinder in der ersten und zweiten Klasse (Mittelschule) sagen oft, dass die Klickzahlen oder die Anzahl der Abonnenten für das Geld sorgen und YouTube dann einfach Geld an die KanalbesitzerInnen ausschüttet. Das ist natürlich so nicht wahr. Vielen wird im Nachhinein erst bewusst, dass sie sich selbst oft Stundenlang Werbung ansehen und durch Produktplatzierungen (Product Placement) in YouTube Videos gelenkt werden. Natürlich ist da mein Unterricht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn eine Reduktion der Aufruf-Quote erreiche ich damit nicht.

      Lücke im System?

      Woher sollen denn Lehrende eigentlich wissen, wie sie mit digitalen Endgeräten, Verwaltung und den jeweiligen Gesetzen im Schulkontext umgehen? Wie werden Lehrende auf den aktuellen 8-Punkte-Plan vorbereitet?

      Ab dem kommenden Schuljahr werden Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Schulstufe (Sekundarstufe 1; Mittelschule und AHS-Unterstufe) mit digitalen Endgeräten ausgestattet. Dabei gibt es „auch eine bestimmte Anzahl an Geräten für Pädagoginnen und Pädagogen in den teilnehmenden digitalen Klassen“ (Quelle: digitaleschule.gv.at). Das begrüße ich ja eigentlich, doch wie werden die angesprochenen Lehrerinnen und Lehrer darauf vorbereitet? Sicher wird es diverse Weiterbildungsmöglichkeiten geben und Austauschplattformen (formell und informell) sprießen aus dem Boden. Davon bekommen Lehramtsstudierende jedoch nur wenig mit, denn meiner Erfahrung nach wird das Konzept von der Spitze an begonnen und dringt dann erst in Richtung Fundament vor. 

      Durch angepasste Lehrpläne, Bücher und Mediatheken wird die Geräteinitiative am Papier in Schulen anlaufen. Schülerinnen und Schüler werden mit Endgeräten ausgestattet und die Fort- und Weiterbildung angekurbelt. Der Rest bleibt für mich ein Gedankenspiel.

      Das wünsche ich mir

      Einerseits hält die Digitalisierung und der Weg zum Paperless-Office in der Arbeitswelt weiter Einzug. Dokumentenmanagement, Dateimanagement, Textverarbeitung und Tabellenkalkulationen werden weitestgehend mit digitalen Endgeräten abgewickelt. Natürlich möchte ich, dass Schülerinnen und Schüler darauf gut vorbereitet sind. Gelingt die Vorbereitung durch „Auswendiglernen“ gewisser Befehle am Computer? Ein Beispiel: „Speichern unter …“ ist eine großer Herausforderung. Wird ein angelegtes Dokument abgespeichert, muss ein definiertes Ziel angegeben werden – dafür gibt es die Möglichkeit diesen Schritt ganz einfach auswendig zu lernen. Dadurch gelingt die Lösung genau für diese eine, spezielle Umgebung – wenn sich dabei etwas ändert (z.B. das Programm), kann es mitunter sehr schwierig werden. Als Mathematiker ist das vollkommen klar, weil wer nur die Formel kennt oder ein Beispiel auswendig lernt wird bei künftigen Aufgaben eher scheitern, als jener, der das „große Ganze“ im Hintergrund versteht.

      Daher lautet meine Empfehlung eben nicht Computer, Laptops oder andere digitale Endgeräte „hart“ zu erlernen, sondern durch einen gezielten und wohl überlegten Einsatz im Unterricht ein unterschwelliges Interesse (wenn auch manchmal erzwungen) zu wecken. Beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Unterrichts mit Inhalten und Wegen und stoßen dabei auf Probleme könnte damit die Chance größer sein, dass sie dieses Problem, vielleicht auch mit Hilfe anderer, lösen. Ein Computerspiel, das vor allem seit 2019 Einzug in Kinderzimmern hält ist Fortnite. Dabei geht es vereinfacht gesagt darum, andere Spielerinnen und Spieler abzuschießen, sodass man als letzter überlebt und damit gewinnt. Warum auch immer ist das Spiel derart beliebt, sodass mehr als 60% meiner Schülerinnen und Schüler es regelmäßig oder unregelmäßig spielen. Wenn ein Fehler im spiel auftritt, dann suchen die Lernenden (verzweifelt) nach einer Lösung. Wenn dieser Punkt erreicht ist, dann entwickelt sich die notwendige Lösungskompetenz. 

      Weil es Spaß macht, lohnt es sich für Kinder auch, sich damit weiter zu beschäftigen. Das versuche ich mir zu Nutze zu machen. In der ersten Klasse (etwa 10-jährige) haben viel Freude mit dem gestalten von Glückwunschkarten für Weihnachten. Dabei bietet sich ein erster Einstieg in Textverarbeitungsprogramme an. Was macht eine Schriftart mit dem Text, wie is das mit der Schriftgröße und Farbe, wie füge ich ein Bild ein? Diese Fragen werden dann via Buddy-System erklärt. Nach einer grundlegenden Information von mir können einige das Wissen bereits anwenden und zeigen sehr oft mit Begeisterung den anderen, langsameren, wie es geht.

      Jetzt ganz konkret, damit mein geplantes Vorhaben – der unterschwellige Einsatz digitaler Medien im Unterricht – auch klappt:

      • umfassende digitale Ausstattung für Lehrende
      • gezielte und verpflichtende Fortbildungen oder
      • gezielte und passende Fortbildungen die freiwillig durch gesetzte Anreize besucht werden
      • Einheitliches Konzept pro Schulstandort mit Vernetzung zu Good-Practice von anderen
      • Gigabit-WLAN in allen Räumen
      • 1 zu 1 Ausstattung von Schülerinnen und Schülern
      • Extra Verwaltungspersonal, die für die Wartung sämtlicher Geräte da sind
      •  Einfach zu verstehende Anwendugsbeispiele und regelmäßige „Vor-Ort-Schulungen“

      Schlusskommentar

      Auch dieser lange Beitrag endet! Mit kombinierten Kenntnissen aus Medienpädagogik, Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Medienerziehung, Mediendidaktik, Erfahrung und Grundzügen aus der Psychiatrie (Lernen) ist mir klar, dass Googeln nicht durch googeln erlernt werden kann und damit auch „speichern unter …“ kein auswendig gelerntes Verfahren sein kann. Viel mehr müssen die Hintergründe verstanden und das Eigeninteresse geweckt werden – und das geht natürlich schon ab sechs bis sieben Jahren (auch ohne digitale Endgeräte).

      Mehr Aktivität in online Seminaren, Meetings und Videokonferenzen

      Mehr Aktivität in online Seminaren, Meetings und Videokonferenzen

      Seit März 2020 wissen wir, dass längerfristig viele Veranstaltungen, Workshops und Seminare online stattfinden (können). Nicht immer ist es einfach, das zu bewerkstelligen. Ein großes durcheinander liefert da die Suche nach Tools, Methoden und Möglichkeiten. Eine klare Linie zu erkennen ist schwer und selbst wenn etwas passendes gefunden wurde muss es vorerst ausprobiert werden. Expertinnen und Experten sind sich auch nicht immer einig. Deshalb stelle ich mein Wissen in diesem Beitrag zur Verfügung. Hierbei soll eine Übersicht von Tools und Methoden das Leben in online-Seminaren erleichtern und gruppenspezifisches Arbeiten fördern.


      NICHT LESEN – SOFORT ZUR TOOLBOX

      Ab dem 16.03.2020 erfuhren wir in Österreich einen Lockdown, der unsere dienstlichen und privaten Wege einschränkte. Schnell wurde klar, dass digitale Räume das bieten sollen, was bisher im offline-Setting notwenig war. Das ist aber nicht so einfach. Nicht alles aus unserer realen Welt lässt sich schnell und einfach digitalisieren und umgekehrt gibt es ebenso technische Möglichkeiten, die den Einsatz in offline-Lernumgebungen nur anreichern können. Kurz zusammengefasst: Online und offline lassen sich gemeinsam nutzen, jedoch bietet jedes für sich alleine Vor- und Nachteile.

      Grundlagen

      Ich nehme einen klassischen Workshop oder ein Seminar mit einer Länge von etwa zwei Stunden als Vorlage. Dabei unterteile ich direkt in online und offline Setting.

      OFFLINE

      Im klassischen Seminarraum findet synchron, also zur selben Zeit ein Treffen von mehreren Personen statt. Nach der Einladung und Zusage liegen die Vorteile vorerst klar auf der Hand: wir sind vor Ort, im richtigen Raum zur richtigen Zeit. Alle haben sich extra die Zeit dafür genommen. Benötigtes Equipment muss im Vorfeld bedacht werden.

      • Flipchart/Tafel, Stifte/Kreide
      • Moderationskoffer
      • Sitzmöglichkeiten

      Damit kann die Veranstaltung eigentlich beginnen.

      ONLINE

      Bereits im Vorfeld eines synchronen online-Seminars muss die Überlegung angestellt werden, wo denn die Veranstaltung stattfindet. Die Raumanforderungen richten sich ganz einfach an das, was ich als Trainer gerne machen möchte.

      • Webcam, Audio, Chat, virtueller Spielplatz
      • Geschützter Raum (z.B. mit Passwort)
      • Bildschirmfreigabe
      • Teilen von Dokumenten
      • Break-Out-Rooms (für Teilnehmende)

      Wenn dieser Teil geklärt ist, dann geht es darum, die Teilnehmenden einzuladen – damit ist Zeit, Dauer und Ort geklärt.

      Egal ob online oder offline – Ort, Zeit und Anforderungen müssen im Vorfeld geklärt werden. Gleiches gilt auch für eine gezielte Planung des Ablaufs. Während bei Veranstaltungen vor Ort viel aus Gesprächen entwickelt werden kann muss online besonders auf einen Ausgleich geachtet werden. Das Thema Pausen ist wahrscheinlich schon bekannt. Da die Bildschirmzeit deutlich intensiver wahrgenommen wird, sollten bei online-Seminaren mehr Pausen eingeplant werden.

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      Rechte und Pflichten – Datenschutz und Co

      Ein polarisierendes Thema bietet das Wort „Datenschutz“. Viele sprechen darüber und nur wenige wissen eigentlich genau Bescheid. Natürlich ist der Schutz der eigenen Daten wichtig – keine Frage! Darf ich nun also Videokonferenz-Tools verwenden, was darf man denn nicht und, und, und. Doch bevor ich dieses Thema kurz beleuchte gebe ich noch einen Tipp: Sucht man im Internet nach dem Thema, werden tausende Quellen mit verschiedenen Aussagen gefunden. Hersteller schreiben über sich selbst und Wikipedia hat weltweite Quellen. Grundsätzlich gibt es bereits Unterschiede zwischen Österreich und Deutschland. Also wenn du recherchierst, dann immer im betreffenden Land, denn Datenschutzgesetze sind doch ein klein wenig unterschiedlich, auch wenn die DSGVO EU-weit einheitliche, übergeordnete Regelungen vorgibt.

      Mein Freund das Urheberrecht

      Wer Urheber oder Urheberin ist und ein Werk schöpft, darf auch entscheiden, was damit passiert. Ein einfaches Beispiel bietet sich an, wenn jemand ein Foto schießt. Diese Person hat die Entscheidungsgewalt darüber, was mit dem Foto danach passiert und ob es andere kostenlos oder entgeltlich verwenden oder veröffentlichen dürfen. Das ist der klassische Schutz, der automatisch ohne einer extra Anmeldung mit dem Entstehen des Fotos gegeben ist. Gleiches gilt auch für Texte, PowerPoint-Folien, Bilder, Videos, Audio u.v.m.

      Für den Einsatz im online-Seminar muss das auf jeden Fall berücksichtigt werden – Lizenzen wie Creative Commons helfen uns dabei. Grundsätzlich gilt: Zuerst fragen, dann verwenden! Manchmal erhalte ich die Antwort aber bereits bevor ich die Frage stelle. Willst du Inhalte in online-Szenarien vorzeigen, dann kannst du das auch ganz einfach machen. Im Toolkit ganz unten gibt es viele nützliche Links auf Websites, die genau das liefern.

      Datenschutz generell

      Hier wird die Gesellschaft in mehrere Lager gespalten. Neben denen, die so versessen darauf sind, dass „online“ keine Zusammenarbeit möglich ist gibt es andere, denen es vollkommen egal ist und sich direkt anmelden, ganz egal auf welcher Plattform. Ich werde in diesem Beitrag einige Tools vorstellen, die online-Seminare aufregender machen. Für die einzelnen Datenschutzbedingungen der aufgezeigten Dienste muss natürlich in den jeweiligen Bedingungen des Herstellers nachgelesen werden. Mit diesen Beispielen kannst du dir das Leben jedoch etwas vereinfachen:

      • OHNE ANMELDUNG: Ich als Trainer stelle bspw. eine digitale Pinnwand zur Verfügung, die im Zuge des online-Seminars online und ohne Anmeldung genutzt werden kann. Dabei spielt für mich der Datenschutz eine Rolle, da ich mich wahrscheinlich registrieren muss, für Teilnehmende kommt dem jedoch nur wenig Bedeutung zu, vor allem, wenn die Inhalte hinterher offline zum privaten Gebrauch gespeichert werden. Daten von Teilnehmenden, die gespeichert werden sind auf jeden Fall die klassischen Server-Log-Files wie IP-Adresse, Datum, Betriebssystem usw.
      • MIT ANMELDUNG: Ich als Trainer stelle bspw. eine digitale Pinnwand zur Verfügung, die im Zuge des online-Seminars online mit Anmeldung der Teilnehmenden genutzt werden kann. Hierbei muss im Vorfeld klar gesagt werden, dass sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort registrieren/anmelden müssen. Ich bin jedoch nicht für den Datenschutz verantwortlich, sondern der jeweilige Anbieter. Es ist dabei auch jedem Teilnehmer und jeder Teilnehmerin selbst überlassen, den Dienst zu nutzen.
      • ICH VERARBEITE DATEN: Ich als Trainer stelle ein Plattform zur Verfügung oder speichere Daten der Teilnehmenden ab. Dabei muss natürlich das Einverständnis eingeholt werden. Eine einfache Abfrage (gut wäre schriftlich) könnte dabei helfen. Bereits bei der Anmeldung kann geregelt werden, dass die produzierten Inhalte allen zur Verfügung stehen. Ebenso kann eine Ausnahme für die erneute Veröffentlichung von Teilnehmenden eingefügt werden. Damit dürfen alle alles haben, jedoch nicht veröffentlichen. Das gilt vor allem auch dann, wenn das Seminar aufgezeichnet wird.

      Auch wenn einige Videokonferenztools in der Vergangenheit in ein schlechtes Licht rutschten – es gab ja genügend Anlass dazu – hat sich das meiner Meinung nach deutlich gelegt. Online-Meetings sind sicherer geworden und der Datenschutz erhöht. Wenn jemand grundsätzlich gegen ein System ist, kann er oder sie eben nicht teilnehmen. Wenn es sich bei Teilnehmenden um Erwachsene handelt, dann kann auch jede Person selbst entscheiden. In der Schule ist das natürlich vollkommen anders, hier muss die DSGVO vollkommen eingehalten werden, ansonsten ist eine Nutzen ausgeschlossen.

      Vorbereitung ist alles?

      Nicht nur die inhaltliche und organisatorische, sondern auch die mentale Vorbereitung spielt eine Rolle. Auf diese gehe ich nicht besonders ein, da mir die ausreichende Entspannung vor dem online-Seminar ein Glas Wasser und 5 Minuten Musik geben. Was jedoch durchaus hilfreich ist, ist die Umgebung. Ich als Trainer möchte ja eigentlich gut zu sehen sein, wenn mein Webcambild eingeblendet wird. Nicht alle Regeln müssen befolgt werden, es  ist aber empfehlenswert, darüber nachzudenken und einen eigenen Weg zu finden, wie man das bewerkstelligt.

      • helle, ruhige Umgebung: Tageslicht nutzen, nicht mit Kunstlicht mischen (das ergibt eine orange Haut)
      • externes Mikrofon, damit die Teilnehmenden einen angenehmen Ton haben (kein Muss, wenn das eingebaute Laptop-/Webcammikro einen guten Dienst erweist)
      • Blick in die Webcam: Ungewohnt, jedoch haben die, die zuschauen einen ganz anderen Eindruck. Es sieht auch seltsam aus, wenn ich mit einer Person spreche, die unter oder über mich blickt. Noch schlimmer: Blick auf den anderen Monitor.
      • Bild auf Augenhöhe: Ja, das ist nicht leicht. Bei Webcams sollte die Kameralinse auf Augenhöhe positioniert sein, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch auf Augenhöhe angesprochen werden. Bei Laptops hilft ein Dickes Buch, das als Unterlage dient. Natürlich ist das Schreiben und bedienen des Gerätes dann erschwert, jedoch danken es ihnen Zuschauerinnen und Zuschauer
      • Hintergrund: Ich bin kein Freund von Virtuellen Hintergründen, da diese entweder nicht immer gut funktionieren, lächerlich aussehen oder einfach plastisch wirken. Wir befinden uns zwar in der virtuellen Welt, mein Körper ist jedoch sehr real.

      Beim Hintergrund war in letzter Zeit das Bücherregal sehr beliebt. Doch was passiert eigentlich, wenn ich so professionell und belesen wirke? Meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden abgelenkt. Sie fangen mit der Zeit an die Bücher zu lesen, also natürlich die Titel, die auf dem Buchrücken zu sehen sind.
      Tiefe erzeugen lautet das Stichwort. Der Abstand zwischen Person und Hintergrund muss dafür etwas größer sein und natürlich ist das nicht überall möglich – dann könnte man vielleicht den Computer drehen oder gleich den ganzen Tisch? Schummeln ist erlaubt, denn auch ich selbst stelle ab und zu mal eine Pflanze im Hintergrund auf ein Regal, die sonst niemals dort stehen würde.

       

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      Los gehts, naja fast

      Eine gute Planung vorausgesetzt befinden wir uns jetzt kurz vor dem Start des online-Seminars. Zeit und Ort bzw. gewähltes Tool sind klar. Bei der Beginnzeit ist zu bedenken, einen kurzen Technikcheck im Vorfeld zu gewährleisten. Trainer sollten sich maximal auf die Veranstaltung konzentrieren können. Entweder es gibt eine Person für die Moderation, die die technischen Hintergründe im Auge behält oder Trainerinnen und Trainer können das selbst veranstalten. Egal welche Lösung zum Ziel führt: auch der digitale Raum muss einige Minuten vor dem Start aufgesperrt werden. 

      Ich empfehle zehn Minuten, bevor das Seminar starten soll bereits eine „Ankomm-Phase“ einzurichten. Dabei ist es wichtig Teilnehmende zu begrüßen, zu sagen, wann es los geht und zu fragen, ob man gut gehört und gesehen wird. Wenn Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Verlauf des online-Seminars sprechen oder das Webcambild zeigen sollen, dann muss das vorher ausprobiert werden. Dabei entgeht man den klassischen Pannen wie „ich höre nichts“ oder „kann man mich hören?“.

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      Über den Ablauf lässt sich streiten

      Das ist ähnlich wie in der Medizin, je mehr man fragt, desto vielfältiger werden die Antworten. Und beim „Google“ hört es dann vollkommen auf. Frei und ungefiltert gibt es hier Abläufe und Empfehlungen für alle möglichen Anwendungen, jedoch oft ohne fundierte Erfahrung, Beschreibung oder Belege. Natürlich auch hier bei mir. ?

      Gute Planung ist das halbe Seminar oder so ähnlich. Zu Beginn sollte nach einer adäquaten Vorstellung auch direkt der Verlauf des Seminars erklärt werden. Vor allem online verliert man ab und zu den Überblick, wenn ein Thema nach dem anderen Folgt. Ein roter Faden, der sich durch die online-Phase erstreckt hilft Teilnehmenden immens. Eine Folie einzublenden, die den Ablauf zeigt ist also ein Vorteil. Darüberhinaus können die verschiedenen Abschnitte auch im Layout verschieden sein – eine farbliche Unterscheidung ist auch möglich. Stelle wir uns mal einfach vor, dass ein online-Seminar um 18:00 Uhr beginnt, etwa zwei Stunden dauert, es gibt idealerweise ein bis zwei Pausen und Übungen bei denen alle mitmachen, sowie drei Themenblöcke. Dann könnte der Ablauf so in etwa skizziert werden:

      1. Ankommen, Begrüßen, Technikcheck (17:50 – 18:00 Uhr)
      2. Start der Veranstaltung (18:00 Uhr)
      3. Begrüßung, Vorstellung, Ablauf
      4. Themenblock 1
      5. Themenblock 2
      6. Pause (je nachdem wann)
      7. Themenblock 3
      8. Abschluss der Veranstaltung, weiterführende Informationen
      9. Verabschiedung

      Wenn nun mit Farben gearbeitet wird, dann ergeben sich hier mehrere Blöcke. 1-3 sowie 8-9 können zusammengefasst werden – mit den drei Themen ergeben sich dann fünf verschiedene Layout-/ Farbmöglichkeiten oder eben Variationen. Auch eine Ladebalken-ähnliche Darstellung auf den Folien weist auf den Fortschritt hin. Das Einblenden von Seitenzahlen ist nur dann hilfreich, wenn auch die Gesamtanzahl der Folien dabeisteht.

      Und noch so ein Tipp am Rande: Wenn etwas spannendes zum Schluss des online-Seminars kommt oder exklusiver Inhalt folgt, dann kann man das am Anfang ruhig sagen. Die Drop-Out-Rate wird bestimmt ein wenig sinken. Vor allem bei kostenlosen oder unverbindlichen Veranstaltungen werden einige Teilnehmende so ein wenig gefesselt.

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      Startschuss für das online-Seminar

      Um hier ein generelles Konzept zu liefern ist die Vielfalt viel zu groß. Was jedoch durchaus sinnvoll ist, dass Teilnehmende nicht nur das Webcam-Bild des Trainers betrachten, sondern auch visuell geleitete Unterstützung in Form von Bildern, Videos oder eben Folien erhalten. Dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und Variationen – ein Fokus auf das notwendige reicht aber vollkommen. Wie auch offline gilt hier „weniger ist mehr“. Während gesprochen wird, kann natürlich niemand ordentlich zuhören, wenn gleichzeitig Text auf Folien zu lesen ist. Ausklammern lässt sich das nur durch eine Sprechpause oder durch gezieltes Aufbauen von Präsentationen.

      Hier ein eigenes Beispiel, das zeigen soll, wie es klappen könnte:


      Das soll den groben Ablauf eines online-Seminars darstellen. Blende ich alle vier Themenschwerpunkte zugleich ein, werden Lernende zu lesen beginnen und ich muss pausieren, obwohl ich eigentlich ein paar Sätze zu jedem Punkt sagen möchte. Deshalb empfiehlt es sich hier sparsamer zu arbeiten. Wie im zweiten Bild können die Punkte auch einzeln, nach der Reihe eingeblendet werden.

      1. Headline sagen
      2. Headline einblenden
      3. kurze Pause (dann sollten alle den „Untertitel“ gelesen haben
      4. weitere Worte zur Headline bzw. zu diesem Punkt eben

      Das wiederholt man, bis die Folie „fertig“ ist. Wenn der Ablauf schlicht gehalten ist, also nur aus einzelnen Wörtern besteht, dann geht es natürlich auch direkt – alles auf einmal.

       

      Bei Veranstaltungen, die als Vortrag gehalten werden, oder maximal eine Stunde dauern ist es meiner Meinung nach nicht immer notwendig einen Ablauf zu zeigen. Da handelt es sich oft um ein in sich geschlossenes Thema.

       

      Präsentationstools wie PowerPoint, Keynote oder Google Präsentationen eignen sich hervorragend um hergezeigt zu werden. Das Tool der Wahl ist bei vielen einfach PowerPoint, auch bei mir ganz oft. Nicht weil ich Microsoft so gerne habe, sondern weil PowerPoint einfach und mächtig ist. Es lassen sich nicht nur Präsentationen, Plakate oder Flyer gestalten, sondern auch Grafiken für die einzelnen Folien. Für ungeübte oder Personen, die nur wenig Zeit haben stellt der Menüpunkt „Designideen“ automatisch Vorschläge für das Layout zur Verfügung. Die Piktogramme-Bibliothek bietet eine große Auswahl von kleinen Bildchen, die Präsentationen ein wenig abrunden und abwechseln.

      Vergessen sollte man auf der Stelle Spezialeffekte. Hereinfliegen und Co sind ohnehin veraltet und führen auch offline eher zu einer Ablenkung, wenn diese planlos eingesetzt werden. Aufwändige Effekte stellen auch ein weiteres Problem im online-Setting dar. Bildschirme flackern eigentlich mehrmals pro Sekunde (z.B. 50 Mal bei 50Hz). Dadurch ergibt sich für unser Auge auch die flüssige Bewegung bei einer Animation. Bei Videoübertragungen bieten nicht alle Hersteller eine hohe Anzahl an Bildern pro Sekunde an. Dadurch stockt die Animation eventuell bei den Teilnehmenden. Einen Effekt, der sich sinnvoll einsetzen lässt, möchte ich jedoch dennoch erwähnen. Der Morphen-Effekt in PowerPoint kann auf vielfältige Art und Weise eingesetzt werden. Die Erklärungen und Empfehlungen würden den Blogbeitrag hier sprengen, weshalb ich einfach auf meine Video-Anleitung hinweise: Präsentieren mit PowerPoint

      Bevor ich es vergesse: Hier noch eine Liste mit Seiten, wo Bilder und Illustrationen nicht nur kostenlos, sondern auch frei bezogen werden. Daher kann man Inhalte von dort für seine Zwecke verwenden und auch veröffentlichen (sogar ohne eine Angabe der Quelle)

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      Interaktivität im online-Seminar

      Wie sicher allen klar ist unterscheiden sich Seminare von Vorträgen vor allem durch Interaktionen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das beginnt beim Chat, geht über das Webcam-Bild und das Sprechen bis hin zu nützlichen Tools. Letzteres kann eingesetzt werden um sich vorzustellen, Übungen zu absolvieren, etwas zu produzieren oder kollaborativ zu arbeiten. In vielen Fällen muss darauf geachtet werden, dass sich Teilnehmende nicht anmelden müssen, sondern einfach direkt losstarten können. Ist eine Anmeldung bei einem Tool für Beteiligte zwingend erforderlich, so sollte es im Vorfeld auf jeden Fall mitgeteilt werden. Dann kann jeder selbst entscheiden, ob das zielführend ist oder eben nicht.

      Die Tools, die hier vorgestellt werden sind nur eine kleine Auswahl, die meinen Bedarf jedoch weitestgehend decken und überwiegend kostenlos sind. Je kreativer man die einzelnen Dienste einsetzt, desto mehr Möglichkeiten werden geboten. Manchmal stellen sich gewisse Anwendungen direkt als Multi-Tools heraus und können mehrere Dinge, die man benötigt. Diese Tools sind unabhängig vom Meeting-System. Also egal ob Jitsi, Cisco Webex, GoToMeeting, MS Teams, Rakuten Viber, Skype, TeamViewer Blizz, Zoom oder Google Meet – die Tools spielen sich außerhalb der Videokonferenzlösungen ab. Ich gliedere hier ganz grob, nach dem Anwendungszweck:

      Zusammenarbeit

      Grundsätzlich eignen sich auch Microsoft oder Google Dokumente, die via Linkfreigabe geteilt werden. Dadurch ist es einfach möglich, gemeinsam an einem Dokument zu arbeiten, ohne dass sich Teilnehmende anmelden müssen.

      Präsentation

      Grundsätzlich eignet sich fast jedes Medium. Eigentlich reicht auch ein PDF-Dokument. Je weniger in der Präsentation herumfliegt, desto weniger Probleme ergeben sich beim Seminar.

      Abfragen/Umfragen

      Abfragen verschiedener Art können mit vielen Tools generieren will. Möchte man mal etwas anderes machen, dann gelingt das mit den Chat-Bot-Generator sehr elegant.

      Zur Verfügung stellen

      Wir leben im 21. Jahrhundert und statt ausgedruckten Hand-Outs gibt es nach online-Seminaren Dokumente via Mail oder über eine eigene Plattform. Ein beliebter Fehler ist es, einfach die Folien zu Verschicken. Der zweite Fehler entsteht, wenn die Folien so gestaltet sind, dass man diese gut als Dokument verschicken kann. Beides sind absolute No-Gos.

      • Präsentation gut für das Seminar → schlecht als Hand-Out herzunehmen
      • Präsentation mit Text und gut als Hand-Out → schlecht für das Seminar

      Wie umgeht man also das Dilemma? Man verwendet zwei Varianten! Das eine sind die Folien für das online-Seminar, die, wenn es gewünscht ist auch verschickt werden können. Als Nachtrag oder weiterführende Information folgt dann ein angepasstes Hand-Out. Das ist nicht immer viel Arbeit, denn es kann bereits bei der Seminarplanung entstehen. Dies kann auch als eigene Stütze während des Seminars dienen. Ganz nebenbei bemerkt ist dieser Beitrag ebenso ein Nachtrag eines vierstündigen Seminars (aufgeteilt auf zwei Tage mit je zwei Stunden). Die Präsentationsfolien wären ohne die passende Stimme und die zusätzlichen Erklärungen vollkommen hilflos.
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      Zum Schluss noch

      Wenn sich die Veranstaltung dem Ende neigt, sind wahrscheinlich sowohl Veranstalter, als auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschöpft und wollen sich im Anschluss nicht immer direkt vertiefen, sondern entspannen oder einfach weg vom Bildschirm. Dadurch ergibt sich eine Lücke des Nachdenkens, eine Zeit der Selbstreflexion. Deshalb sollte jedenfalls noch weiterführende Literatur, spannender Inhalt, Hand-Outs, die Präsentation oder ebenso anderes Material, das empfohlen werden kann, hier eingebettet sein.

      Entweder direkt als Download im Anschluss (geteilter Ordner, WetransferDropboxGoogle Drive, …) oder als E-Mail mit Dankesschreiben für die Teilnahme. Jetzt ist natürlich der Zeitpunkt da um das „angeteaserte“ Material zu verteilen.

      Eine gebührende Verabschiedung und Danksagung für die Teilnahme versteht sich von selbst. Was jedoch oft bleibt ist die Feedbacklosigkeit. Ein Link im Chat des Videokonferenztools und schon können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Feedback geben. Dabei kann ich ein paar fixe Antworten empfehlen, aber auch ein Textfeld mit freier Äußerung.

      » Das möchte ich außerdem noch mitteilen «

      Aber jetzt sind wir tatsächlich am Schluss des wohl bislang längsten Beitrags hier auf smartraven.net. Vielen Dank fürs Lesen und hab viel Spaß mit deinem online-Seminar.

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      Toolbox

      Wie vielen versprochen gibt es hier eine Liste mit den verschiedensten Tools, die mir auf die Schnelle so eingefallen sind. Schau doch in 2 Wochen nochmal vorbei, ich erweitere die Sammlung sicher noch.

      Das ist dir sicher noch nicht genug. Deshalb kannst du noch zwei weitere Orte mit nützlichen Inhalten aufrufen. „Tipps“ und den YouTube Kanal lernit


      SMARTRAVEN – TIPPS


      LERNIT – YOUTUBE

      Mathematik online – Formeln innerhalb von Google Formularen und auch dem Quiz

      Mathematik online – Formeln innerhalb von Google Formularen und auch dem Quiz

      Für mich war heute ein „Aha“ gleich vor dem „Wow“. Ich verwende innerhalb von Google Classroom sehr gerne das Quiz. Das bringt natürlich ein Problem mit sich – ich als Mathematiker liebe ja Formeln. Leider können nur sehr wenige Programme mit Formeln direkt umgehen – der Formeleditor wird dabei zum wichtigsten Werkzeug, wenn man nicht mit LaTeX arbeiten möchte. Und auch LaTeX wird nicht von allem unterstützt. Bei Google Formularen bzw. Quizzes ist es möglich sowohl Angabe als auch Antwortmöglichkeiten mit einem Bild zu versehen. Auch ohne Google Classroom ist der Einsatz sinnvoll möglich.

      Ausführlichere Vorgeschichte

      Ich verwende Google Classroom als E-Learning Plattform für meine Schülerinnen und Schüler. Das führt natürlich dazu, dass das ein oder andere Quiz erstellt wird. Nützlich ist es in jedem Fall, denn ich kann damit schnell und einfach Wissen oder Informationen überprüfen. Ebenso stellt es eine Abwechslung zum herkömmlichen Unterricht dar und passt zu meinem Gedanken „der Unterricht lebt von der Vielfalt“. Multimediales Lernen kann man nicht schönreden, ich weiß um die Probleme bescheid. Nichtsdestotrotz biete ich mit dem Quiz die Möglichkeit, dass Lerner individuell positive Punkte sammeln können. Immer wieder passiert es, dass ich am Anfang der Stunde Fragen stelle – dabei kommen nicht alle zu Wort. Wen nehme ich nun dran? Jene, die gut sind, um einen guten Eindruck zu hinterlassen oder jene die schlecht sind, um ihnen die Chance zu geben, sich zu verbessern. Was ist aber wenn … Naja.

      Nun aber weg vom Thema Leistung und Probleme und hin zum Quiz. Im Google-Quiz ist es möglich Fragen zu stellen und Antwortmöglichkeiten bereitzustellen. Offene Fragen verwende ich grundsätzlich nicht, da diese einen erheblichen Mehraufwand bei der Begutachtung verursachen. Je kreativer man dabei ist, desto mächtiger wird dieses kostenlose Tool. Und auch außerhalb von Google Workspace (früher: GSuite) ist eine Anwendung denkbar. Ich stehe vor der Frage, wie ich meine Quiz-Fragen und Antworten mit Formeln versehen kann.

      Bisherige Arbeitsweise

      Bislang arbeite ich mit Bildern. Diese können nämlich sowohl zur Frage, als auch zu den verschiedenen Antworten hinzugefügt werden. Für Formeln öffne ich den Formeleditor in Word oder Google Docs, schreibe dort die Formel hinein und erstellen eine Screenshot. Diese Bildschirmaufnahme wird gesammelt (z.B. am Desktop) und dann an die jeweilige Stelle im Quiz platziert.

      Neben der Frage und auch neben den Antwortmöglichkeiten entsteht beim Maus-Over ein Bildsymbol. Ein klick darauf öffnet die Möglichkeit den vorher angefertigten Screenshot hochzuladen. Das funktioniert zwar, ist jedoch mühsam und langwierig. Nicht zu letzt gibt es auch ein Problem mit der Skalierung. Die eingefügten Bilder sind nämlich unterschiedlich groß und müssen daher manuell angepasst werden. Doch Hilfe ist in SIcht.

      EquatIO – Math made digital

      Equatio ist eine Browser-Erweiterung für den Chrome Browser. Diese macht es direkt möglich innerhalb eines Formulars eine Formel einzufügen.

      Nach der Installation fügt es kleine, blaue Symbole neben den jeweiligen Zeilen im Quiz/Formular ein. Ein Klick auf diese öffnet einen Formeleditor innerhalb des Browsers. Dort kann direkt mit der Tastatur, via LaTeX oder sogar mittels Handschrift Mathematisches eingegeben werden. 

      Über das Handschreib-Symbol (Stift, links unten) gelangt man zu dieser Option. Links kann man mit der Maus oder dem Touchpad Eingaben tätigen, die im rechten Bereich als Formel ausgegeben werden. „Insert Math“ fügt diese Formel automatisch als Bild in mein Quiz ein. Damit kann einerseits eine Aufgabenstellung mit einer Formel versehen werden und andererseits auch die Antwortmöglichkeiten. Die Vielfalt wird nur durch die eigene Kreativität begrenzt.

      Grundsätzlich ist das eine solide Lösung, um ein Google-Quiz mit Formeln zu versehen – es erleichtert meine umständliche Herangehensweise stark und hilft mir deshalb.

      https://www.youtube.com/watch?v=6rdKg9mpXP8&list=PLh-ciEEMWTETvMa7MQBU5xnkHDAoJynTu&index=23

      EquatIO – Math made digital

      Diese Erweiterung funktioniert nur mit dem Chrome Browser von Google und Lehrende erhalten den kostenlosen Zugriff.


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