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Die Bildungswelt von Microsoft – Mit Microsoft Teams und Office in der Schule unterrichten

Die Bildungswelt von Microsoft – Mit Microsoft Teams und Office in der Schule unterrichten

Screenshot der Beurteilungsliste

Die Bildungswelt von Microsoft – Mit Microsoft Teams und Office in der Schule unterrichten

Die Microsoft-Welt hält schon eine ganze Zeit lang Einzug in österreichischen Schulen. Wer kennt die Dienste und Programme rund um das Office-Paket nicht. Texte mit Word verfassen oder Präsentationen mit PowerPoint gestalten – das wird auch in unseren Schulen erledigt. Das Wissen darum wird zwar nicht immer von Lehrenden weitergegeben, trotzdem verlangt das Schülerinnen und Schülern vieles ab. Nach einem krassen Wechsel bin ich nun ebenso in dieser Welt tätig und bestreite meinen Alltag mit Outlook, Teams und OneDrive.

Ist Teams jetzt besser?

Vorab muss ich vielleicht erklären, was damit gemeint ist. Ich bin grundsätzlich Apple-User und habe in letzter Zeit mit den Tools von Google gearbeitet. Allen voran stellt Google Classroom eine exzellente Möglichkeit dar, hybriden Unterricht zu gestalten. Dabei sind die Google Pendants zu Word, Excel und PowerPoint genauso stark. Ich habe mir die Microsoft Welt nicht ausgesucht, aber in meiner aktuellen Situation bin ich Bestandteils einer Gemeinschaft geworden, die bereits auf Microsofts Produktpalette setzt. Außerdem ist die Kombination aus einem Notebook, einer Windows-Landschaft und der vorhandenen personellen Supportstruktur bereits eine gute Grundlage die Office-Tools weiterhin zu verwenden.

Für alle, die an den Details nicht interessiert sind, jedoch mit Teams und Office arbeiten: am Ende des Beitrags gibt es wieder einige Tools, Videos und Goodies – kostenlos.

 

Grundlagen und ein paar Begriffe zum Start

Wer als Lehrerin oder Lehrer aktuell in Schulen tätig ist, der wird im Wirrwarr der Begriffe und Abkürzungen stecken aber hoffentlich nicht versinken. Da im Laufe der nächsten Zeilen so einiges auf dich zukommen wird, vorerst mal, worum es eigentlich geht.

Ich arbeite nach wie vor auch als Lehrer an einer Mittelschule und erledige dort eben nun mit diversen Microsoft Diensten und Programmen den Lehrenden-Alltag. Dazu gehören Word, Excel und PowerPoint genauso wie Outlook, Teams und OneDrive. Die Grundlage bildet ein Microsoft 365 Account, den ich als Lehrer der Schule erhalten habe. Damit habe ich Zugriff auf diverse Microsoft-Dienste, wie etwa Office 365 (also die aktuellste Version der Office-Programme). Zu Office zählen u.a.

  • Microsoft Word (Textverarbeitung)
  • Microsoft Excel (Tabellenkalkulation)
  • Microsoft PowerPoint (Präsentationen)

Darüberhinaus habe ich mit meinem Zugang auch eine vollwertige Mailadresse und anstatt ein Standardprogramm zum Abruf der Mails zu benutzen, verwende ich Microsoft Outlook. Wenn schon Microsoft, dann richtig. Meine Dateien werden im Cloud-Speicherdienst OneDrive gelagert. Damit habe ich für meine schulischen Belange einen eigenen Platz und kann von dort aus im gleichen Software-Ökosystem arbeiten. Für die Kommunikation im Kollegium, die Organisation und das „E“ von E-Learning bietet Microsoft Teams platz. Dieser Zusammenschluss aus allen möglichen Dingen bietet

  • die Möglichkeit Klassen und Gegenstände/Fächer zu organisieren
  • einen Weg der Kommunikation. zwischen Lehrenden und Lernenden.
  • eine Zusammenfassung wichtiger Infos in Kanälen und Threads (ähnlich wie bei WhatsApp und Online-Foren).
  • verschiedene Optionen, wie digitale Aufgaben erstellt, verteilt, eingesammelt und bewertet werden können.
  • eine zentrale Möglichkeit das eigene Wissen, das Wissen des Kollegiums und auch das Wissen der Lernenden zusammenzubringen.
  • beherbegt eine Video-Konferenz-Lösung, die zwar nicht ausgezeichnet ist aber durchaus Stärken in manchen Bereichen mitbringt (z.B. bei der Bildschirmfreigabe).

Die vielen Vokabel und Begriffe fasse ich für dich hier zusammen (einfach aufklappen um mehr zu erfahren).

 

Microsoft 365

Microsoft 365 ist eine kostenpflichtige Abonnement-Möglichkeit von Microsoft. Dazu zählen etwa auch die vollständig installierbare Versionen der Office-Anwendungen: Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Publisher und Access (Publisher und Access sind nur für den PC erhältlich). Die OneNote-App ist in Windows 10 enthalten und steht auf dem Mac kostenlos zur Verfügung.

Der Begriff löste Office 365 ab.

Office und office.com

Microsoft Office fasst „Büro-Software“ zusammen. Dazu zählen etwa auch Word, Excel und PowerPoint. Die einzelenen Programme lassen sich lokal installieren aber auch im Browser aufrufen. Bei Letzterem handelt es sich aber um eine eingeschränkte Version, die nicht den vollen Funktionsumfang bietet. Zentral können die Dienste auch nach einem Login auf www.office.com erreicht werden. Dabei ist auch ein Abruf der E-Mails über Outlook möglich. 

Outlook

Microsoft Outlook ist ein sehr häufig verwendeter E-Mail Client. Mit diesem Programm können nicht nur Mails gelesen und verschickt, sondern auch geordnet werden. Über diese Grenzen hinaus gibt es noch ein sehr mächtiges Kalenderwerkzeug. Dort können einzelne Termine und auch ganze Kalender mit Personen, Gruppen oder ganzen Organisationen geteilt werden. Mit dabei ist auch der Microsoft Planner, der ähnlich wie eine ToDo-Liste funktioniert – im Kanban-Board-Style.
E-Mails aus Outlook können direkt in eine Aufgabe verwandelt werden und Richtlinien können einzelne E-Mails in gewisse Ordner verschieben. ein voller Posteingang wird dadurch vermieden – die Mails werden katalogisiert und in Ordnern innerhalb von Outlook angezeigt.
Neben der Option über office.com auf seine E-Mails zuzugreifen kann auch die Software auf PC, Mac oder Mobilgeräten installiert werden.

OneDrive

OneDrive wird der Cloud-Speicher von Microsoft genannt. Wie auch GoogleDrive, Dropbox oder ähnliche Dienstleister bietet OneDrive eine einfache Möglichkeit Daten online zu speichern. Gesichert sind diese Daten dann mit dem Microsoft-Account und können überall auf der Welt über eine aktive Internetverbindung abgerufen werden.
Nicht nur die eigenen Dateien finden hier Platz – Dokumente, Bilder und auch ganze Ordner können freigegeben werden, sodass auch andere „ansehen“ oder sogar mitarbeiten können. Das gelingt überdies in Echtzeit und gleichzeitig.
Lädt man sich OneDrive auf den Computer herunter hat man auch lokal einen Ordner, der mit dem Internet synchronisiert wird. Dabei kann bspw. im Windows Explorer eine Datei verschoben werden, die dann am anderen Ende der Welt über das Internet abgerufen werden kann.

SharePoint

SharePoint ist ein zentraler Ort, der über den Browser erreicht werden kann. Dabei gibt es aber zwei Möglichkeiten:
Entweder ich erstelle einen „SharePoint“, also bspw. eine Art interne Website, wo Dokumente, Ordner und Informationen abgelegt werden oder ich bin der Konsument des erstellten „SharePoints“.
SharePoint verfügt auch über eine sehr mächtige Suchfunktion, sodass Dokumente im Unternehmen über viele Grenzen hinaus gefunden werden können (sofern diese freigegeben sind). Mehr Infos

Das ist Microsoft Teams und hier möchte ich gleich ein paar Tipps loswerden, wie dieses Tool Nutzen bringend und effizient eingesetzt werden kann.

Die Grundlage bilden hier einzelne Teams, die eigentlich eine art Gruppe sind. Alle Personen, die in einem Team sind können sich dann vernetzen und austauschen. Ein Team kann im Schulumfeld natürlich aus Lehrenden und Lernenden bestehen.

Und hier geht es direkt los mit dem ersten Tipp: Verwende in der Schule ein Team pro Unterrichtsgegenstand bzw. Fach. Damit machst nicht nur du dir das Leben leichter, sondern belästigst auch nicht andere Lehrerinnen und Lehrer mit deinen Inhalten. Außerdem muss auch die Seite der Schülerinnen und Schüler betrachtet werden. Wenn diese viele Gegenstände in nur einem Team haben, dann kann es zu einer Anhäufung von Inhalten, sowie zu Verwirrung kommen. Es ist auch tatsächlich nicht einfach für 10-14-Jährige die gestellten Aufgaben und Postings voneinander zu trennen, wenn alles unter einem großen Namen (Team) zusammenläuft.

Weiter geht es mit den sogenannten Kanälen. Kanäle bieten eine weitere Untergliederung innerhalb eines Teams. Wie die Benennung der Kanäle lautet, ist die Sache der Lehrenden bzw. jenen Personen, die die Eigentümerschaft über das Team haben. Vor allem macht es meiner Erfahrung nach Sinn, die Kanäle thematisch zu trennen. Damit ist auch klar, worum es im Team geht. Manchmal sehe ich auch zeitliche Untergliederungen (z.B. Nach Monaten), das hängt aber tatsächlich von der eigenen Umgebung ab. Ich verwende in Mathematik jedenfalls Themen. Damit können auch Querverbindungen leicht hergestellt werden. In Sprachen könnten das auch die „Units“ aus dem Schulbuch sein.

 

Zum Schuluss empfehle ich neben einer einheitlichen Bennennung der Teams am Schulstandort auch die Grundeinstellungen in Teams durchzugehen. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass festgelegt wird, was Schülerinnen und Schüler in einem gewissen Kanal dürfen. Die eigenen Benachrichtigungseinstellungen sollten dabei keinesfalls zu kurz kommen. Damit hier eine einfachere Übersicht gewonnen werden kann, gibt es direkt ein kleines Video dazu.

Organisation und Management

Neben der Möglichkeit via Chat, Anruf, Videokonferenz oder Posting untereinander in Kontakt zu treten gibt es auch subtilere Wege. Der Kalender bietet sich hierbei an, egal ob in Teams oder in Outlook. Termine erstellen, andere dazu einladen, Informationen hinzufügen oder einen passenden link für eine Videokonferenz anzufügen – alles geht hier. Auch das Teilen von Kalenderinhalten oder gesamen Kalendern ist möglich. Jedes Team und jeder Kanal ist so vernetzt, dass die jeweiligen Kaländereinträge auch bei den richtigen Personen landen. Nehmen wir eine Aufgabe, die von Schülerinnen und Schülern zu lösen ist: Diese kann auch als Kalendereintrag an die betreffenden geschickt werden. Dabei ist es aber nicht notwendig, jede Person einzeln anzuhängen, es güngt, wenn in der Aufgabe vermerkt ist, welches Team gemeint ist. Unter anderem empfehle ich ein Team pro Gegenstand/Fach.

Für die Dateiorganisation verwende ich aber nicht Microsoft Teams, sondern OneDrive. Dabei hilft mir dieser Online-Speicher meine Dateien zu verwalten, eine klare Trennung zwischen Privatem und Schulischem einzuhalten und die passenden Inhalte in Teams zu teilen.

Für kurze Gespräche plane ich keine Videokonferenz, ich nutze die „Anruffunktion“. Ein Video-Anruf ist ganz ähnlich aufgebaut und es klingelt auch am anderen Ende. Für schnelle Nachrichten, vor allem mit Einzelpersonen oder kleinen Gruppen nutze ich den Chat. In den diversen Kanälen gibt es eher neue Informationen und Hinweise.

Wie sieht es mit der Hardware aus?

Teams läuft eigentlich überall: Im Browser, auf Smartphone und Tablet und natürlich als Desktop-Version nicht nur unter Windows, sondern auch am Mac. Für Unterwegs und auch um schnell etwas zu beantworten nutze ich mein Smartphone. Damit gelingt vor allem die Kommunikation im Chat eigentlich gleich wie mit aktuellen Instant Messengern (WhatsApp, Signal, Telegram, Threema, Facebook Messenger, …).

Sobald es um das Zusammenstellen von Aufgaben geht oder auch die Planung von Inahlten, setze ich mich zum Computer. Manchmal mache ich das unter Windows 10 oder 11, damit ich eine ähnliche Übersicht habe wie die Schülerinnen und Schüler, meistens nutze ich aber die Mac-Desktopversion. Das klappt ganz gut und hat nur einen sehr großen Nachteil für mich: Teams unterstützt nicht den Wechsel zwischen verschiedenen Organisations-Accounts. Also der Wechsel zwischen meinem Schulaccount, dem Unternehmensaccount und dem von der Hochschule ist mühsam, da immer eine Abmeldung durchgeführt werden muss.

Der nicht außer Acht zu lassene Vorteil von Teams ist aber die natlose Integration von Office. Word-Dokumente können direkt in Teams geöffnet und bearbeitet werden – natürlich in der gleichen, simpel gehaltenen Version wie im Browser, aber immerhin. Damit können auch Schülerinnen und Schüler direkt in Teams Aufgaben bearbeiten.

Aufgaben stellen – die Möglichkeiten

Natürlich ist es in der Schule ein zentrales Thema, dass Aufgaben an Lernende ausgegeben werden. Diese Aufgaben sollen fertig bearbeitet wieder zurück an Lehrende kommen und werden im besten Fall dann noch direkt in Teams bewertet und eventuell sogar mit Feedback versehen.

Ganz einfach betrachtet bietet Teams drei Möglichkeiten für Aufgaben:

  • Eine externe Aufgabe, ein Hinweis zu einer Seite bzw. ein angehängtes Dokument.

Dabei wird die Aufgabe mit einem Link oder direkt mit einem Dokument versehen. Dabei arbeiten die Schülerinnen und Schüler dann die Anweisungen ab und retournieren die Aufgabe (abgeben). Die Möglichkeiten sind hierbei sehr vielfältig. Ein Word-Dokument könnte dabei als Platz für eine Geschichte dienen, eine PowerPoint-Datei stellt den Platz für eine Präsentation zur Verfügung. Teams kann auch noch mit einigen weiteren Apps erweitert werden. Mehr dazu

  • Das Quiz.

Microsoft Forms bzw. die Formulare von Microsoft können auch als Quiz ausgegeben werden. Die Möglichkeiten dort sind zwar im Verhältnis zu Google Forms (Google Quiz) stark reduziert, schnelle Überprüfungen mit Single- und Multiple-Choice Antworten sowie auch offenen Abfragen sind einfach zusammengestellt. Die Stärke liegt hierbei in der Automatisierung. Ein Quiz kann, wenn die richtigen Antworten hinterlegt sind, automatisch ausgewertet werden. Zwar ist die Vorbereitung etwas zeitintensiver, dafür gibt es kaum Nachbereitung.

  • Vorbereitete oder bereits vergangene Aufgaben wiederzuverwenden.

Schon erledigte und ältere Aufgaben können über die Grenzen des aktuellen Teams hinaus auch wiederverwendet werden. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn in Parallelklassen die gleichen Gegenstände/Fächer unterrichtet werden. (z.B. Geografie in zwei gleichen Schulstufen)

(Fast) alles rund um Aufgaben:

Anleitung für die Erstellung von Quizzes:

Ein Quiz von A-Z erstellen:

Warum gibt es so viele Schulen, die mit Microsoft arbeiten

Das wüsste ich auch sehr gerne. Ich kann nur Vermutungen anstellen – diese reichen von „Einflussreich am Arbeitsmarkt“ über „Etablierte Software in vielen Bereichen“ bis hin zur „starken Lobby“, die es vielleicht gibt.

Seit dem letzten Jahr gibt es aber noch eine ganz andere Motivation, nämlich die Geräteinitiative. Diese ist ein Teil des Projekts „Digitale Schule“ bzw. des 8-Punkte-Plans um österreichische Schulen zu digitalisieren. Bis 2024 stellt hierbei das österreichische Bildungsministerium (BMBWF) 250 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt sah im Herbst 2019, aus heutiger Sicht am Anfang der Corona-Pandemie, eine schulische Maßnahme vor, Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten auszustatten. Dabei war die Entscheidung den Schulen selbst überlassen – diese sollten sich mit der Materie auseinandersetzen und dann aus verschiedenen Geräten frei wählen können. Neben Windows Notebook und Windows Tablet gab es noch das Apple iPad, Android Tablets oder Chromebooks. Für viele Schulen ist die Wahl wohl in die Windows-Richtung gegangen, da die meisten Schulen bereits mit Windows arbeiten (z.B. Lehrer-PCs, Informatikräume, private Haushalte, …).

Grundlage und Entscheidungshilfe wurde dabei in Form von zwei MOOCs (massive open online course) geliefert, die unter der Leitung der Virtuellen-PH entstanden sind. Der Distance-Learning-MOOC brachte einen Überblick und richtet sich nach wie vor an Lehrkräfte, während der später folgende digi.konzpet-MOOC vor allem Entscheiderinnen, wie etwa Direktorinnen und Direktoren, sowie auch Schulqualitätsmanager vorsah. Damit sollten Schulen dotwenige Grundlagen verinnerlicht haben um eine so weitreichende Entscheidung treffen zu können. Außerdem wurde ebenfalls von der Virtuellen-PH, aber auch von eEducation diverse Angebot freigeschalten und Vernetzungsmöglichkeiten wurden geboten.

 

Hilfe! Ich bin Lehrerin oder Lehrer. Wie soll ich mich nun vorbereiten?

Auch wenn Schülerinnen und Schüler bereits das Gerät in Händen halten ist es keineswegs zu spät um sich mit der Materie vertraut zu machen. Der Distance-Learning-MOOC bietet nach wie vor eine gute Grundlage. Für die Microsoft-Plattform gibt es laufend neue Fortbildungen, die auch ortsunabhängig besucht werden können. Die Palette reicht von Selbstlernkursen über asynchrone Seminare bis hin zu einstündigen online-Vorträgen. Dabei ist in der Windows-Welt oft Tablet und Notebook/Laptop gleichzusetzen. Außer dem Touchscreen, der mit Stifeingaben umzugehen weiß gibt es fast keine Unterschiede. Fortbildungen zu Microsoft

Neben Angeboten, die die Google-Suche liefert oder eben jenen von Pädagogischen Hochschulen gibt es da noch Microsoft selbst. Hierbei werden ganz gezielte und auf die Microsoft-Welt ausgelegte Fortbildungen angeboten, es gibt auch einiges zu lernen. Mehr Infos dazu

Um es so vorsichtig wie möglich auszudrucken: Per Gesetz müssen Lehrende ständig am Ball bleiben, dazu zählt auch die digitale Welt. Vorab alles gut oder schlecht zu reden hilft hierbei in keiner Art und Weise. Vor allem ist es notwendig vorhandenen Ressourcen adäquat einzusetzen – dafür ist ein gutes Fundament an Wissen, ein wenig Wissbegierde, Zeit und Lust notwendig. Und nicht zu letzt gibt es in fast allen Schulen „lokale Influencer“, diesich bereits auskennen. Bei denen Wissen abzuholen wäre oft der erste, leichtetste und auch günstigste Weg.

PS: Die Virtuelle-PH hat im Dezember 2021 eine neue Serie an MOOCs veröffentlicht. Hier kann vollkommen Zeit- und Ortsunabhängig im eigenen Tempo gelernt werden. Und so wie dieser Bereich aussieht, könnte da noch mehr kommen: MiniMOOC

Materialien

Ja – du darfst das gerne haben und sogar teilen. Wie fast alles, was ich so baue, gebe ich auch das gerne weiter.

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Screenshot der Beurteilungsliste

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Schnelle Ergebnisse für eine mathematische Aufgaben – wer will das nicht? Als Lehrender habe ich in den Schulstufen 5-8 oft meine Probleme zu schnellen Ergebnissen zu kommen. Es gibt zwar für vieles Einzellösungen aber ich wollte alles auf einem Platz haben. Thematisch sortiert habe ich mir also einfach eine Google Tabelle zusammengestellt, die natürlich auch in Excel funktioniert. Dort trage ich Angaben ein und erhalte direkt die passende Lösung. Beispielsweise soll das Volumen und die Oberfläche eines Zylinders berechnet werden – nach Eingabe von Radius und Höhe erhalte ich direkt G, U, M, O und V.

Kannst du nicht selbst rechnen?

Die Frage sollte eher lauten: „warum rechnest du nicht selbst?“. Im Unterrichtsalltag habe ich direkt viele Beispiele aus Büchern und auch selbst ausgedachte. Das Problem ist natürlich immer die Zeit. Ich hätte also gerne die Lösung sofort, sodass ich bei Schwierigkeiten individueller auf einzelne Lernende eingehen kann. Außerdem habe ich in meinem „Epischen Rechner“ auch Zwischenergebnisse, sodass ich Rechenwege schneller auf Fehler überprüfen kann – es zählt nicht nur das Endergebnis, sondern der gesamte Weg bis dorthin.

Im Dokument – das hier auch frei zur Verfügung steht – werden die orangen Felder befüllt, die grünen werden automatisch berechnet. In Schulbüchern ist oft von „gegeben“ und „gesucht“ die Rede, weshalb auch in der Tabelle diese Wortwahl verbaut ist. Die Tabelle kann natürlich grafisch und inhaltlich angepasst werden, mir passt sie aktuell so. Nur die Schuldenrechnung ist noch in Arbeit. Ich habe einfach über die Schuljahre immer wieder etwas dazugenommen und kann damit sehr schnell agieren.

Benefit für Lernende

Tatsächlich dürfen meine Schülerinnen und Schüler den Rechner auch verwenden. Ich habe das Dokument über unser Lernmanagement-System virtuell ausgeteilt, damit Hausübungen selbst kontrolliert werden. Dabei ist für mich, wie schon immer, nicht das Ergebnis am Schluss entscheidend, sondern der Weg dorthin. Ohne Rechenweg, also mit reinen Ergebnissen gibt es keine Beurteilung. Dafür hat die Klasse aber ein Tool zur Hand, das auch Zwischenergebnisse liefert. Beispielsweise könnte bereits der Umfang der Grundfläche beim Zylinder fehlerhaft sein – das würde dann auch zur fehlerhaften Berechnung der Oberfläche führen.

Download

Ja – du darfst das gerne haben. Wie fast alles, was ich so baue, gebe ich auch das gerne weiter. Der erste Button führt dich direkt zum Epischen Rechner – dort kannst du dir die kleine Liste ansehen. Ganz unten sind die Reiter für verschiedene Themengebiete – dort kannst du auch über „Datei -> Herunterladen“ eine Excel-Version herunterladen. Möchtest du direkt eine Kopie dieser Liste in deinem Google-Drive haben, dann nimm den zweiten Button.

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Screenshot der Beurteilungsliste

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Digitale Schrift in allen Lebenslagen kann nicht nur privat, sondern auch im Unterricht vorteilhaft eingesetzt werden. Die App GoodNotes bietet viele Möglichkeiten um zu schreiben und zu skizzieren und noch viele weitere, die im Klassenzimmer Anwendung finden. Auch für Mathematik eignet sich das Tool meiner Wahl – mehr dazu und einige give-aways gibt es hier.

Bevor wir starten

Im aktuellen Schuljahr bin ich in mehreren Klassen Mathematiklehrer und auch Biologiestunden zählen zu meiner Lehrfächerverteilung. Natürlich gibt es da noch mehr, GoodNotes lässt sich hierbei aber am Besten einsetzen. Meine Mitschrift erfolgt live am Tablet in der Stunde, die Lernenden sehen auf dem projizierten Bild, was ich mache – eine Art digitale Tafel. Sie sehen aber keine Einstellungen, Benachrichtigungen, sondern nur das reine, digitale Tafelbild. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • kein Löschen der Tafel mehr
  • besserer Kontrast (z.B. schwarz auf weiß) und gute Lesbarkeit
  • vielfältige Möglichkeiten durch den Einsatz von Farben, Formen, Skizzen, Markierungen, u.v.m.
  • Lernende können das Layout besser in das Heft übertragen (A4 bei mir, A4 bei den Schülerinnen und Schülern)
  • einfaches Vergrößern und Verkleinern und auch zoomen
  • leichtes Zurückscrollen (z.B. zur letzten Stunde)
  • schnelles einfügen von Inhalten wie etwa Bildern
  • Blickkontakt mit den Schülerinnen und Schülern
  • schnelle Hinweise durch den digitalen Laserpointer

In vielen Bereichen eignet sich der Gedanke, zuerst an das Ziel zu denken. In meinem Fall half mir das, GoodNotes zu entdecken und effizient zu nutzen. Ich benötige einerseits einen Ersatz für die Kreidetafel, der es möglich macht während Unterrichtsstunden in die vergangenen Aufzeichnungen zu blicken und andererseits eine Möglichkeit auch meine mathematischen Kritzeleien unterzubringen. Konstruktionen von Formen und Körpern führe ich jedoch nach wie vor offline bzw. analog mit Stift, Geodreieck, Zirkel und Papier durch. Zum Schluss möchte ich aber noch die Möglichkeit haben, dass Schülerinnen und Schüler nur das sehen, was sie sehen sollen und via Exportfunktion auch meine Mitschrift sehen können.

Diese Funktionen bietet mir GoodNotes und kann sogar noch über Umwege ein klein wenig mehr.

Was braucht man?

Neben Apples iPad ist ein Stift voraussetzung, um GoodNotes effizient zu nutzen. Da der originale Apple Pencil manchen doch zu teuer erscheint, gebe ich hier ein paar Gedanken mit: Der originale Stift ist zu 100% auf das iPad zugeschnitten. In der ersten Version wird dieser über den Lightning-Port direkt am iPad geladen, in der zweiten Generation klappt dies induktiv. Je nach iPad ist entweder jener der ersten Generation oder eben der andere kompatibel. Neben reinem Schreiben eignet sich dieser aber auch hervorragend zum Zeichnen – dabei unterstützt der Apple Pencil auch im abgeschrägten Zustand die Eingabe und verhält sich dabei ähnlich wie ein Bleistift oder Buntstift.

Sollte das iPad in Kombination mit dem Stift überwiegend zum Schreiben genutzt werden, dann gibt es von Adonit oder Logitech passende und günstigere Alternativen:

Diese Stifte bieten vielleicht nicht den gleichen Komfort beim Laden und Verwalten, sind für Schrift aber eine absolute Empfehlung. Soll es doch der Apple Pencil werden, könnte es auch sein, dass man diesen gebraucht gut und günstig findet – es gibt doch einige Leute, die den falschen Stift gekauft haben und diesen dann über diverse Plattformen wieder loswerden möchten.

Weit über die Grundfunktionen hinaus

GoodNotes bietet in der fünften Version nicht nur die Möglichkeit Notizbücher zu befüllen, sondern auch einen eigenen Modus der bei einer Beamer- oder Monitor-Verbindung aktiv wird. In meinem Umfeld ist das iPad über einen HDMI-Adapter mit dem Beamer verbunden, sodass die Schülerinnen und Schüler das sehen, was ich schreibe. Der Präsentationsmodus, dessen automatische Aktivierung eingestellt werden kann, lässt Menüpunkte und Auswahlwerkzeuge beim Beamer-Bild verschwinden. So sehe ich die übliche GoodNotes-Ansicht, andere sehen jedoch nur das Hintergrundbild und meine Schrift. So werden ganze Seiten im Hochformat angezeigt, während beispielsweise Ausschnitte im Querformat dargestellt sind. Die Ablenkung ist dann nicht gegeben. In meinem Fall sehen die Schülerinnen und Schüler nicht, wenn ich zwischen Radiergummi und Stift wechsle. Seit dem Update auf iPadOS 13 steht in GoodNotes 5 auch die Funktion zur Verfügung, zwei Dokumente nebeneinander geöffnet zu haben. Über einen Button wird ausgewählt, welches Dokument über den Beamer angezeigt wird. Ich habe damit das digitale Schulbuch oder PDF-Dokumente mit Vorbereitungen und mein digitales Schulübungsheft nebeneinander, projiziert wird aber immer nur eines von beiden.

Neben diversen Stiften und Tools um Formen zu zeichnen, gibt es auch Markier-Werkzeuge, eine automatische Handschrifterkennung und die Möglichkeit Bilder einzufügen. Dabei kann auch über Bilder geschrieben werden und schönere Skizzen gelingen schnell und einfach – es ist wie digitales Abpausen. Dabei können Linien auch im Nachhinein farblich angepasst oder direkt gelöscht werden das gilt auch für Linien und Formen, die dann noch eine Größenanpassung zulassen.

Ein Notizbuch richtig erstellen

Natürlich wollte ich nach dem Download sofort loslegen und merkte erst einige Zeit später, dass die Ein oder Andere Möglichkeit vorher bedacht werden sollte. Notizbücher bestehen aus einem Deckblatt, dass einfach die erste Seite des Notizbuches darstellt. Dahingehend kann neben den Vorlagen auch ein eigenes Bild dafür verwendet werden. Bei der Erstellung eines neuen Notizbuches fragt GoodNotes nach dem gewünschten Hintergrund. Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten in verschiedenen Formaten – auch linierte und karierte Templates gibt es dort.

Seit der fünften Version ist es nun möglich eine Ordnerstruktur aufzubauen – Drag & Drop wird auch unterstützt. Neben Ordnern und Dokumenten können auch Bilder aufgenommen oder Dokumente gescannt werden. Dazu dient dann die eingebaute Kamera. Ebenso kann von anderen Quellen, wie USB-Sticks oder Cloud-Speichern importiert werden. Bei der Erstellung eines neuen Dokuments wird aus einer Vielzahl an Titelblättern und Seitenlayouts ausgewählt. Neben den Vorlagen DINA7 bis DINA3 kann auch zwischen Letter oder Tabloid-Formaten ausgewählt werden. Weiterer Parameter ist die Hintergrundfarbe. Einige Auswahlmöglichkeiten der Papiersorte sind liniert, kariert, dotted, leer, cornell, Notenzeilen oder Tabulator.

Diese haben aber einen entscheidenden Nachteil: Die Abstände der Kästchen bzw. Linien stimmen nicht mit üblichen Heftformaten überein. Ich habe mir also eine PDF-Vorlage erstellt und diese in GoodNotes eingefügt. Damit ist die Mitschrift meines Mathematikunterrichts noch realistischer, da auch die Schülerinnen und Schüler auf dem gleichen kariertem Papier arbeiten. Nebenbei wäre das Ergebnis auch beim Ausdrucken deutlich übersichtlicher.

Zwei Kästchen entsprechen bei meiner Vorlage dem üblichen Zentimeter und auch beim linierten Papier habe ich die Größe entsprechen angepasst. Damit auch du davon profitieren kannst, gibt es den Download der PDF-Vorlagen ganz unten. Am Besten kann man diesen Beitrag direkt am iPad öffnen, dann muss die Vorlage nicht noch extra transferiert werden (dazu gibt es die jeweiligen QR-Codes zum Scannen). Hinweise zur Verwendung der Vorlagen befinden sich am Ende diesen Beitrags.

Vorlage: kariert

Vorlage: liniert

Sonst noch was?

Für private Zwecke würde eigentlich auch Apples Notizen-App dienen, GoodNotes bietet im Schulkontext aber die Möglichkeit, aufwändige Tafelbilder für die Ewigkeit zu speichern und bereits im Vorfeld zu produzieren. Außerdem gelingt das Richtigstellen bzw. Korrigieren von Fehlern deutlich einfacher. Mein absolutes Lieblingsfeature ist aber der Sichtkontakt zu den Lernenden. Natürlich gibt es vielerlei Sozialformen und nicht nur Frontalunterricht, jedoch habe ich bspw. bei letzterem die Schülerinnen und Schüler nun direkt im Blick. Das ist meiner Meinung nach sehr vorteilhaft, da ich während meiner Arbeit sehr gerne auch spreche und dabei die Gruppe auch gerne ansehe. Der Nachteil ist jedoch, dass ich mehr sitze, als wenn ich an der Tafel arbeite – das muss ich dann anders ausgleichen.

GoodNotes unterstützt in der aktuellsten Version auch das gemeinsame Arbeiten an einem Notizbuch – die iCloud-Freigabe macht es möglich. Bei Backups kann aber auch auf andere Dienste, wie etwa Google Drive zurückgegriffen werden.

Tafelbilder, Vorbereitungen, Protokolle und andere Mitschriften bringen auch die Anwendung in Elterngesprächen mit sich. Dabei kann für eine Klasse ein Administrations-Notizbuch angelegt werden. Dabei greife ich persönlich doch lieber zu anderen Diensten und Listen führe ich auch vollkommen digital ohne Handschrift.

 

Download

Die App ist ausschließlich in Apples „App Store“ für etwa 9 € erhältlich. Ich finde den in letzter Zeit gestiegenen Preis, in Anbetracht der Funktionalität, immer noch mehr als angemessen. Das entspricht etwa den Ausgaben von drei bis vier Collageblöcken.

Neben den Papiervorlagen dient mir auch ein passendes Bild eines Geo-Dreiecks im Mathematikunterricht. Die Handhabung ist zwar nicht perfekt, jedoch für meine Zwecke vollkommen ausreichend: dabei das Dreieck als Bild einfügen und durch die Größenanpassung auf der Seite platzieren. (Link zum Dreieck)

Für die Papiervorlagen habe ich noch einen Hinweis: Nach dem Herunterladen sollte das PDF-Dokument direkt in GoodNotes importiert werden. Dabei ist es von Vorteil, wenn das Dokument, in welches die Vorlage gelangen soll, bereits vorher geöffnet ist. GoodNotes fragt mein Importieren nach, ob das PDF-Dokument in das aktuelle Notizbuch importiert werden soll. Ist die Volage importiert wird jede nächste Seite direkt mit der Vorlage hinterlegt. Ich importiere daher entweder direkt nach der Erstellung eines Notizbuches die Vorlage oder nehme die Vorlage direkt als neues Notizbuch und passe die erste Seite an (diese stellt dann auch das Thumbnail in der Übersicht dar).

Lernvideos, Streaming und Videokonferenzen – so macht man es sich leicht – Anleitung (OBS)

Lernvideos, Streaming und Videokonferenzen – so macht man es sich leicht – Anleitung (OBS)

Screenshot der Beurteilungsliste

Lernvideos, Streaming und Videokonferenzen – so macht man es sich leicht – Anleitung (OBS)

Bildschirmfreigabe, Webcam, Mikrofon: Lernvideos und Videokonferenzen haben doch einige Gemeinsamkeiten. Im Lernvideo wird oft Schritt für Schritt produziert, während bei Videokonferenzen dafür natürlich keine Zeit bleibt. Deshalb geht es in diesem Beitrag um eine schnelle und kostenlose Option die Tricks aus beiden Welten zu verbinden – und zwar einfach!

Damals, als noch …

Vor allem vor 2020 waren meine Lernvideos überwiegend Screencasts, die vor überwiegend mit Laptop oder iPad produziert wurden. Dabei sind die hauseigenen Funktionen ausreichend um Bildschirm und Ton (sogar via externem Mikrofon) gleichzeitig aufzunehmen. Was eigentlich nie vorkam, war das eigene Bild – also eine Einblendung der „Webcam“. Was Gaming-Streamer schon seit Jahren nutzen, um die Zuschauerbindung zu erhöhen habe ich wohl total verpasst. Ich liefere aber auch nur fünfminütige Häppchen mit Erklärungen in einfacher Form und nicht stundenlange Live-Streams.

YouTuber zu sein ist kein richtiger Beruf

Lehrer vor 2020

Seit März 2020 bin ich zum Teil auf Videokonferenzen angewiesen und unterrichte in meinen Mathematikstunden auch mit freigegebenem iPad-Bildschirm. Praktischerweise kann ich das mit dem Tablet umsetzen und in GoodNotes schreiben. Gleich zu Beginn störte natürlich das Aufsetzen des Stiftes am Display, denn das interne Mikrofon übertrug auch dieses Klackern. Weiteres Glück hatte ich dann, da ich mein USB-Mikrofon auch direkt am iPad nutzen konnte. Was jedoch weiterhin problematisch ist: Ich sehe niemanden, solange ich meinen Bildschirm freigebe – da blieb nur die Option, ein zweites Mal in die Session einzusteigen.

Das geht noch etwas besser

Nach einiger Zeit fand ich meinen Workflow mit Bildschirmübertragung iPad -> MacBook, sodass ich schnell zwischen Klasse und Bildschirmfreigabe wechseln konnte. Die Lösung war für viele Wochen praktikabel, jedoch aufwändig. Der Supergau war erreicht, als ich Konstruktionen in der Videokonferenz vorzeigen wollte, denn dabei helfen digitale Tools meiner Meinung nach nicht.

So hätte ich es gerne

Meine Anforderungen, was in der Videokonferenz zeitgleich sichtbar sein soll:

  • Mein Webcambild (da bin ich selbst zu sehen)
  • Meine Schülerinnen und Schüler
  • meinen iPad-Bildschirm, wo ich mitschreibe oder
  • das Kamerabild meines Tablets/Smartphones, dass von oben auf das Heft filmt

Die Herangehensweise war mir jedoch nicht bekannt, auch das Kamerabild des Smartphones in die Videokonferenz zu bekommen war nicht einfach aber möglich. Der Aufbau wurde immer komplexer und gleichzeitig immer weniger praktikabel. Außerdem möchte ich gerne anderen meine Lösungen empfehlen können. Zu dem Zeitpunkt wäre eine Umsetzung für Kolleginnen und Kollegen fast unmöglich.

Das ist meine Lösung

Vorerst: vor Kurzem bin ich auf EpocCam gestoßen, das mein Smartphone in eine externe Webcam verwandelt – das ist jedoch im Beitrag Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht bereits gut beschrieben.

Mein Retter für fast sämtliche Probleme war die bei Streamern aus dem Gaming-Bereich beliebte Software OBS Studio. Dieses open-source Programm bietet für Windows, Mac und Linux die Möglichkeit viele unterschiedliche Video- und Audioquellen zugleich zu bündeln. Das entstehende Bild/Signal kann direkt aufgenommen werden, was eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Videoschnitt darstellt. Keine Mühsame Audiosynchronisation mehr und auch der Bild-in-Bild-Schnitt fällt komplett weg. OBS ist nach ein paar Einrichtungsschritten direkt startbereit und zeigt mein Webcambild, das Bild meiner Smartphonelinse und den Inhalt meines iPad-Bildschirms auf einmal. Hier ein Screenshot aus einem aufgenommenen Video:

    Das praktische dabei ist, dass alle drei Bildquellen und meine Stimme zeitlich aufgenommen werden. Im Anschluss muss ich eigentlich keine Nachbesserungen mehr vornehmen, außer den Anfang und das Ende wegzuschneiden, wenn dabei zu viel Zeit vergangen ist (Einschalten/Ausschalten der Aufnahme-Funktion)

    Ein absoluter Vorteil ist aber nicht nur die Aufnahme-Funktion, sondern die virtuelle Webcam. Vereinfacht gesagt kann das in OBS zurecht gerichtete Bild als Webcam in Videokonferenzen ausgewählt werden. OBS gaukelt also dem Computer vor, dass es eine Webcam sei. Das Bild ist sozusagen zusammengesetzt aus mehreren Videoquellen und läuft in Echtzeit. Auch das Anpassen von Positionen der einzelnen Bilder ist problemlos möglich.

    So baue ich Lernvideos und virtuelle Webcam auf

    In OBS selbst habe ich mir einige sogenannte Szenen hergerichtet. In jeder Szene ist das Bild ein wenig anders. Es gibt welche, die nur ein Webcambild zeigen oder auch welche, wo iPad-Bildschirm mit Webcam-Bild-Einblendung zu sehen sind. Alle Eingaben können frei verschoben und in der Größe angepasst werden. Ebenso habe ich ein drei-Perspektiven-Bild zusammengebastelt, das folgendes zur gleichen Zeit zeigt:

    • mein Webcambild, auf dem ich zu sehen bin
    • den iPad-Bildschirm, wo ich vorrechnen kann
    • ein Kamerabild, das meinen Taschenrechner zeigt (damit ersichtlich ist, wie Eingaben erfolgen)

    Schema meiner Top 3 Szenen

    So baue ich Lernvideos und virtuelle Webcam auf

    Ja, klar. OBS ist kostenlos, EpocCam kann auch mit der kostenlosen Variante hier genutzt werden. Wer andere Geräte verwendet oder gar einen zweiten Computer mit in das System bringen will, der ist mit der Software Mirroring360 gut beraten. Wer statt iPhone ein Android-Smartphone verwendet, kann statt EpocCam DroidCam verwenden. Damit schnell klar wird, wie das funktioniert, gibt es direkt eine kurze Anleitung, OBS ist aber auch ausreichend auf YouTube dokumentiert. Um die Szenen zu bestücken gibt es die Möglichkeit diverse Quellen hinzuzufügen:

    Audioquellen
    interne und externe Mikrofone

    Bildschirmaufnahme
    Bei der Fensteraufnahme wird nur das in der Quelle definierte Fenster aufgenommen. Dieses Fenster muss dabei nicht durchgehend aktiv sien.

    Videoaufnahmegerät
    Die integrierte Webcam aber auch externe Kameras, die via USB verbunden sind. Ebenso gibt es hier EpocCam (Smartphone als Webcam)

    Fernbedienung: Schneller Wechsel und live-Einblendungen

    Elgatos Streamdeck ist dafür eine Lösung, aber schau dir die nächsten Zeilen genau an, denn damit kannst du unter Umständen sehr viel Geld sparen.

    Das angesprochene Streamdeck ist ein Hardwareprodukt, dass über einige Knöpfe verfügt und an den Computer angeschlossen wird. Heruntergebrochen handelt es sich hierbei um eine Art Tastatur, die Gewisse Befehle an den Computer sendet um beispielsweise OBS fernzusteuern. Damit gelingt ein Wechsel zwischen Szenen schnell und einfach per Knopfdruck. Natürlich können auch Bilder, Text u.v.m. ein- und wieder ausgeblendet werden. Simple Befehle wie das Starten der Software OBS oder das Beenden einer Videoaufnahme zählen ebenso zu den Grundfunktionen. Da es sich hierbei um Hardware handelt, die mit spezieller Software ausgestattet ist, hat das seinen Preis.

    In meinem Fall hat ein iPad Mini der ersten Generation hier Abhilfe geschaffen: Die kostenlose Software Touch Portal läuft auf Windows, MacOS, Android, iOS und iPadOS und ist damit auch quer durch den Betriebssystem-Garten verfügbar. Ich empfehle einfach ein altes Smartphone oder Tablet, das nicht mehr in regelmäßiger Verwendung ist. Am Computer wird die Software installiert und eingerichtet, am Tablet/Smartphone gibt es dann die App, die jene grafische Übersicht bietet, die am Computer eingestellt wird. So wird in meinem Fall ein altes iPad zur Fernsteuerung für meinen Computer – ich nutze es vor allem für OBS. Dabei kann ich zwischen Szenen wechseln, die Aufnahme starten oder auch Einblendungen zu meinem Stream hinzufügen. Ein „Thumbs-Up-Emoji“ wird auf Knopfdruck eingeblendet und via virtueller Webcam für Teilnehmende in der Videokonferenz sichtbar.

    Aber ich verwende Windows und Android

    Ich bin davon überzeugt, dass auch das einige betreffen wird. Da Windows und Android nicht aus dem gleichen Haus stammen gibt es dabei nur mangelnde Integrität. Trotzdem haben einige Entwicklerinnen und Entwickler zahlreiche Lösungen. Viele Davon sind kostenpflichtig, manche sogar sehr kostspielig oder nur über ein komplexes Abo-System nutzbar. Eine Lösung, die sogar open-source ist, kann ich jedenfalls empfehlen. Auch wenn die Einrichtung auf den ersten Blick etwas komplexer erscheint, läuft auch das gut und ist bereits in diesem Video ausgezeichnet dokumentiert. Die Software scrcpy (screencopy) ist über GitHub verfügbar aber mehr dazu gibts wirklich im Video.

    Fazit kurz und knapp

    Ich spare mir nun nicht nur sehr viel Zeit bei der Videoproduktion, sondern kann effizient Videokonferenzen gestalten. Da ich fast ausschließlich im Browser arbeite funktioniert OBS auch bei allen gängigen Tools. Zoom wird bspw. auch in der Desktop-Variante unterstützt, Webex jedoch nicht, bei MS Teams ist es bei der Desktop-Version scheinbar eine Glückssache, ob OBS als Webcam erlaubt ist oder nicht – im Browser läuft es gut.

    Links aus diesem Beitrag

    Weitere Nützliche Informationen

    Am 18.04.2021 wurde dieser Beitrag um ein Paar Punkte und Möglichkeiten ergänzt. Im Zuge der Planung für eine eLecture (Online Fortbildung) wurden noch einige Details ans Tageslicht befördert, die ebenso in den Beitrag geflossen sind.

    In der eLecture wird ein „Tool“ erwähnt, dass es ermöglicht unter MacOS Desktopsymbole mit einem Klick zu verstecken – dies ist eine Applikation, die mit Hilfe von kurzen Terminal-Befehlen ausgeführt wird. Von außen sieht es nach einem eigenständigen Programm aus. Möchtest du wissen, was sich innerhalb des Programms befindet, dann öffne die Datei einfach mit der Software „Automator“ und schau hinein. Hier gibt es jedenfalls den Download:

    Die Möglichkeit der virtuellen Webcam in OBS und Microsoft Teams unter MacOS (Apple) sind nicht immer Freunde. Dieser Befehl kann dazu beitragen, dass virtuelle Webcams in der Teams-Desktop-App angezeigt werden. Einfach das Programm „Terminal“ öffnen, den folgenden Befehl dort einfügen und mit „Enter“ bestätigen:

    sudo codesign – remove-signature "/Applications/Microsoft Teams.app/Contents/Frameworks/Microsoft Teams Helper (Renderer).app"

     

    Am 19.04.2021 fand eine eLecture an der Virtuellen Pädagogischen Hochschule statt, die Aufzeichnung ist nun online, einfach den Button unten anklicken.

     

     

    Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht.

    Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht.

    Viele Stunden pro Woche vor dem Bildschirm? Videokonferenzen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen? Produktive Meetings und Arbeitsbesprechungen? Für diese Fälle eignen sich natürlich Videokonferenz-Tools, die wir bereits kennen. Was prinzipiell alle gemeinsam haben ist die Möglichkeit das Bild der Webcam einzublenden. Eine hohe Qualität ist da nicht immer vorhanden. Was taugt also für die Webkonferenz, was verwende ich?

    Tipps für die interne Webcam

    Grundsätzlich haben die allermeisten Laptops und auch einige All-in-one-Rechner eine Webcam im Display integriert. Dabei ist nicht nur die Linse, sondern der lichteinfangende Sensor wahnsinnig klein. Je kleiner der Sensor ist, desto schlimmer wird die Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen. Deshalb habe ich in der Vergangenheit sehr oft „hell=gut“ transferiert. Je heller die eigene Umgebung ist, desto besser wird die Bildqualität in Videokonferenzen. Einige machten mich darauf aufmerksam, dass sie bessere Webcams als externes Gerät nutzen. Dabei kommen wir schnell in eine Preisregion von über 50 €. Auch ich bin betroffener und fand eine super Lösung.

    Jeder hat schon eine gute Webcam – aber nicht jeder hat sie schon entdeckt

    In vielen Beiträgen mache ich auf die Macht des eigenen Smartphones aufmerksam. Als täglicher Begleiter bietet es mir viele Möglichkeiten – doch auch als Webcam? Das muss man erst mal richtig verstehen.

    Eine Webcam, egal ob eingebaut oder als USB-Gerät, liefert dem Computer Bildinformationen. Dadurch kann die Information auch in den Videokonferenzen eingesetzt werden. Welches Gerät das Bild liefert ist in vielen Fällen egal. Da mein Smartphone eine deutlich bessere Kamera besitzt als mein Laptop, verwende ich nun diese einfach als Webcam. Einerseits habe ich damit nicht nur Geld gespart sondern auch deutlich bessere Bildergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. Ich kann also auch mit „normalen“ Zimmerlampen oder bewölktem Himmel leben. Doch wie funktioniert das?

    Auf dem Smartphone installiert man sich eine App und auf dem betreffenden Computer einen passenden Treiber. Dieser sorgt dafür, dass das Smartphone-Bild an den Computer übertragen wird und der Computer das als „Webcam“ einstuft. Dadurch ist die Verwendung in diversen Videokonferenz-Systemen möglich.

    EpocCam von Elgato (iOS)

    Dieses Tool verwende ich, nachdem ich einige andere auch ausprobiert habe. Die kostenlose Version reichte für einen Test, ich investierte dann aber doch etwa 8€ für die Pro-Version. Im Verhältnis zu einer eigenen Webcam ist das immer noch fast nichts. Damit habe ich dann folgende Vorteile lieben gelernt:

    • Webcam-Position unabhängig vom Bildschirm (Verbindung auch via WLAN möglich)
    • Smartphone auch als Mikrofon nutzen
    • Smartphone als Dokumentenkamera in Videokonferenzen verwenden

    Gerade der letzte Punkt hat bei mir einige Sorgen gelöst. Im Mathematik Unterricht habe ich mein iPad in Verwendung. Das klappt eigentlich sehr gut, solange es nicht sehr geometrisch wird. Zehnjährigen die Handhabe mit Zirkel und Geo-Dreieck remote über Videokonferenzen beizubringen erfordert einiges an Geschick. Ich habe zwar eine gut funktionierende Lösung für mich gefunden (zwei Geräte in einer Videokonferenz), jedoch ist der Aufbau sehr komplex. EpocCam übernimmt jetzt für mich diesen Teil, denn mein Smartphone filmt dann einfach Papier und Stift, wenn ich etwas vorzeigen möchte. In 5 Sekunden gelingt es dann aber auch wieder so umzubauen, dass ich mit meinem Bild zu sehen bin. Mein Smartphone (iPhone) beherbergt die EpocCam-App, mein Laptop erkennt diese App als Webcam und so funktioniert das dann:

    1. EpocCam auf dem Smartphone installieren (Hier geht es zur App: Pro Version, Free Version)
    2. EpocCam Treiber auf dem Computer installieren (Windows | Mac)
    3. App am Smartphone starten und am Computer im Videokonferenz-Tool „EpocCam“ als Webcam auswählen

    Nicht nur das Bild, sondern auch der Mikrofon-Ton kann ausgewählt werden. Dadurch gibt es gleich eine vollwertige externe Webcam mit gutem Bild und in vielen Fällen auch gutem Ton. Die Bild- und Tonqualität von iPhones ist für diese Zwecke super. Und zum Abschluss: Ich habe ein iPhone mit drei verschiedenen Kameralinsen, die ich jeweils auch in EpocCam nutzen kann. Vor allem mit dem Weitwinkel-Objektiv des Smartphones schaffe ich viel Platz zwischen Linse und mir.

    Android kann das nicht?

    Kurz gesagt: doch! Für EpocCam gibt es auch eine Alternative für Android-Smartphone. DroidCam (Playstore-Link) bietet ähnliche Möglichkeiten und der passende „Treiber“ wird von dev47apps für Windows/Linux mitgeliefert (Download).

    Diese Lösung habe ich jedoch nicht ausprobiert, sondern nur recherchiert.

    Mein Setup mit Vor- und Nachteilen

    Ich kann natürlich nur für meinen Fall sprechen, der zahlt sich jedoch nur aus, wenn alles sehr häufig verwendet wird:

    • Laptop
    • Smartphone als Webcam (EpocCam)
    • externes Großmembran-Mikrofon (USB)
    • LED-Licht
    • Tablet mit Stift

    Mein Mikrofon ist nicht mehr wegzudenken. Vor allem bei Video- und Voice-Over-Produktion greife ich darauf sehr gerne zurück. Das LED-Licht, ein Weihnachtsgeschenk bettet sich seit kurzer Zeit hervorragend ein. Da es auch akkubetrieben eine starke Leistung aufweist gibt es zahlreiche Einsatzszenarien, auch außerhalb von Videokonferenzen. Laptop, Smartphone und Tablet sind ohnehin die täglichen Instrumente. So in etwa kann das dann aussehen, wenn ich nicht gerade beim Schreibtisch sitze:

    ür Licht und Smartphone nutze ich mein altes Kamerastativ, das Smartphone dient als Webcam, das Licht hellt die Situation nochmals auf und das Mikrofon daneben zeichnet meine Stimme auf. Mit dem Tablet und der Bildschirmaufnahme gelingen so auch schnell und einfach Videos mit Bild-in-Bild.

    Wenn ich nun mein Heft/Buch während einer Online-Unterrichtsstunde zeigen möchte, kann ich das Smartphone einfach umpositionieren. Dafür eigenen sich aber andere Stative. Ähnlich wie bei allem sollte man vor einem Kauf festlegen, was man eigentlich machen möchte.

    Zur besseren Übersicht gibt es hier die einzelnen Produkte (ein Kauf zahlt sich aber auch auf anderen Plattformen aus; ansonsten gibt es noch die „gebraucht-wie neu“ Option):

    Es gibt natürlich auch viele weitere Optionen, verschiedene Hersteller und für jeden wird etwas anderes passen. Ich möchte weder Marken noch Produkte empfehlen, die ich nicht selbst im Einsatz habe.