Die Bildungswelt von Microsoft – Mit Microsoft Teams und Office in der Schule unterrichten

Die Bildungswelt von Microsoft – Mit Microsoft Teams und Office in der Schule unterrichten

Screenshot der Beurteilungsliste

Die Bildungswelt von Microsoft – Mit Microsoft Teams und Office in der Schule unterrichten

Die Microsoft-Welt hält schon eine ganze Zeit lang Einzug in österreichischen Schulen. Wer kennt die Dienste und Programme rund um das Office-Paket nicht. Texte mit Word verfassen oder Präsentationen mit PowerPoint gestalten – das wird auch in unseren Schulen erledigt. Das Wissen darum wird zwar nicht immer von Lehrenden weitergegeben, trotzdem verlangt das Schülerinnen und Schülern vieles ab. Nach einem krassen Wechsel bin ich nun ebenso in dieser Welt tätig und bestreite meinen Alltag mit Outlook, Teams und OneDrive.

Ist Teams jetzt besser?

Vorab muss ich vielleicht erklären, was damit gemeint ist. Ich bin grundsätzlich Apple-User und habe in letzter Zeit mit den Tools von Google gearbeitet. Allen voran stellt Google Classroom eine exzellente Möglichkeit dar, hybriden Unterricht zu gestalten. Dabei sind die Google Pendants zu Word, Excel und PowerPoint genauso stark. Ich habe mir die Microsoft Welt nicht ausgesucht, aber in meiner aktuellen Situation bin ich Bestandteils einer Gemeinschaft geworden, die bereits auf Microsofts Produktpalette setzt. Außerdem ist die Kombination aus einem Notebook, einer Windows-Landschaft und der vorhandenen personellen Supportstruktur bereits eine gute Grundlage die Office-Tools weiterhin zu verwenden.

Für alle, die an den Details nicht interessiert sind, jedoch mit Teams und Office arbeiten: am Ende des Beitrags gibt es wieder einige Tools, Videos und Goodies – kostenlos.

 

Grundlagen und ein paar Begriffe zum Start

Wer als Lehrerin oder Lehrer aktuell in Schulen tätig ist, der wird im Wirrwarr der Begriffe und Abkürzungen stecken aber hoffentlich nicht versinken. Da im Laufe der nächsten Zeilen so einiges auf dich zukommen wird, vorerst mal, worum es eigentlich geht.

Ich arbeite nach wie vor auch als Lehrer an einer Mittelschule und erledige dort eben nun mit diversen Microsoft Diensten und Programmen den Lehrenden-Alltag. Dazu gehören Word, Excel und PowerPoint genauso wie Outlook, Teams und OneDrive. Die Grundlage bildet ein Microsoft 365 Account, den ich als Lehrer der Schule erhalten habe. Damit habe ich Zugriff auf diverse Microsoft-Dienste, wie etwa Office 365 (also die aktuellste Version der Office-Programme). Zu Office zählen u.a.

  • Microsoft Word (Textverarbeitung)
  • Microsoft Excel (Tabellenkalkulation)
  • Microsoft PowerPoint (Präsentationen)

Darüberhinaus habe ich mit meinem Zugang auch eine vollwertige Mailadresse und anstatt ein Standardprogramm zum Abruf der Mails zu benutzen, verwende ich Microsoft Outlook. Wenn schon Microsoft, dann richtig. Meine Dateien werden im Cloud-Speicherdienst OneDrive gelagert. Damit habe ich für meine schulischen Belange einen eigenen Platz und kann von dort aus im gleichen Software-Ökosystem arbeiten. Für die Kommunikation im Kollegium, die Organisation und das „E“ von E-Learning bietet Microsoft Teams platz. Dieser Zusammenschluss aus allen möglichen Dingen bietet

  • die Möglichkeit Klassen und Gegenstände/Fächer zu organisieren
  • einen Weg der Kommunikation. zwischen Lehrenden und Lernenden.
  • eine Zusammenfassung wichtiger Infos in Kanälen und Threads (ähnlich wie bei WhatsApp und Online-Foren).
  • verschiedene Optionen, wie digitale Aufgaben erstellt, verteilt, eingesammelt und bewertet werden können.
  • eine zentrale Möglichkeit das eigene Wissen, das Wissen des Kollegiums und auch das Wissen der Lernenden zusammenzubringen.
  • beherbegt eine Video-Konferenz-Lösung, die zwar nicht ausgezeichnet ist aber durchaus Stärken in manchen Bereichen mitbringt (z.B. bei der Bildschirmfreigabe).

Die vielen Vokabel und Begriffe fasse ich für dich hier zusammen (einfach aufklappen um mehr zu erfahren).

 

Microsoft 365

Microsoft 365 ist eine kostenpflichtige Abonnement-Möglichkeit von Microsoft. Dazu zählen etwa auch die vollständig installierbare Versionen der Office-Anwendungen: Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Publisher und Access (Publisher und Access sind nur für den PC erhältlich). Die OneNote-App ist in Windows 10 enthalten und steht auf dem Mac kostenlos zur Verfügung.

Der Begriff löste Office 365 ab.

Office und office.com

Microsoft Office fasst „Büro-Software“ zusammen. Dazu zählen etwa auch Word, Excel und PowerPoint. Die einzelenen Programme lassen sich lokal installieren aber auch im Browser aufrufen. Bei Letzterem handelt es sich aber um eine eingeschränkte Version, die nicht den vollen Funktionsumfang bietet. Zentral können die Dienste auch nach einem Login auf www.office.com erreicht werden. Dabei ist auch ein Abruf der E-Mails über Outlook möglich. 

Outlook

Microsoft Outlook ist ein sehr häufig verwendeter E-Mail Client. Mit diesem Programm können nicht nur Mails gelesen und verschickt, sondern auch geordnet werden. Über diese Grenzen hinaus gibt es noch ein sehr mächtiges Kalenderwerkzeug. Dort können einzelne Termine und auch ganze Kalender mit Personen, Gruppen oder ganzen Organisationen geteilt werden. Mit dabei ist auch der Microsoft Planner, der ähnlich wie eine ToDo-Liste funktioniert – im Kanban-Board-Style.
E-Mails aus Outlook können direkt in eine Aufgabe verwandelt werden und Richtlinien können einzelne E-Mails in gewisse Ordner verschieben. ein voller Posteingang wird dadurch vermieden – die Mails werden katalogisiert und in Ordnern innerhalb von Outlook angezeigt.
Neben der Option über office.com auf seine E-Mails zuzugreifen kann auch die Software auf PC, Mac oder Mobilgeräten installiert werden.

OneDrive

OneDrive wird der Cloud-Speicher von Microsoft genannt. Wie auch GoogleDrive, Dropbox oder ähnliche Dienstleister bietet OneDrive eine einfache Möglichkeit Daten online zu speichern. Gesichert sind diese Daten dann mit dem Microsoft-Account und können überall auf der Welt über eine aktive Internetverbindung abgerufen werden.
Nicht nur die eigenen Dateien finden hier Platz – Dokumente, Bilder und auch ganze Ordner können freigegeben werden, sodass auch andere „ansehen“ oder sogar mitarbeiten können. Das gelingt überdies in Echtzeit und gleichzeitig.
Lädt man sich OneDrive auf den Computer herunter hat man auch lokal einen Ordner, der mit dem Internet synchronisiert wird. Dabei kann bspw. im Windows Explorer eine Datei verschoben werden, die dann am anderen Ende der Welt über das Internet abgerufen werden kann.

SharePoint

SharePoint ist ein zentraler Ort, der über den Browser erreicht werden kann. Dabei gibt es aber zwei Möglichkeiten:
Entweder ich erstelle einen „SharePoint“, also bspw. eine Art interne Website, wo Dokumente, Ordner und Informationen abgelegt werden oder ich bin der Konsument des erstellten „SharePoints“.
SharePoint verfügt auch über eine sehr mächtige Suchfunktion, sodass Dokumente im Unternehmen über viele Grenzen hinaus gefunden werden können (sofern diese freigegeben sind). Mehr Infos

Das ist Microsoft Teams und hier möchte ich gleich ein paar Tipps loswerden, wie dieses Tool Nutzen bringend und effizient eingesetzt werden kann.

Die Grundlage bilden hier einzelne Teams, die eigentlich eine art Gruppe sind. Alle Personen, die in einem Team sind können sich dann vernetzen und austauschen. Ein Team kann im Schulumfeld natürlich aus Lehrenden und Lernenden bestehen.

Und hier geht es direkt los mit dem ersten Tipp: Verwende in der Schule ein Team pro Unterrichtsgegenstand bzw. Fach. Damit machst nicht nur du dir das Leben leichter, sondern belästigst auch nicht andere Lehrerinnen und Lehrer mit deinen Inhalten. Außerdem muss auch die Seite der Schülerinnen und Schüler betrachtet werden. Wenn diese viele Gegenstände in nur einem Team haben, dann kann es zu einer Anhäufung von Inhalten, sowie zu Verwirrung kommen. Es ist auch tatsächlich nicht einfach für 10-14-Jährige die gestellten Aufgaben und Postings voneinander zu trennen, wenn alles unter einem großen Namen (Team) zusammenläuft.

Weiter geht es mit den sogenannten Kanälen. Kanäle bieten eine weitere Untergliederung innerhalb eines Teams. Wie die Benennung der Kanäle lautet, ist die Sache der Lehrenden bzw. jenen Personen, die die Eigentümerschaft über das Team haben. Vor allem macht es meiner Erfahrung nach Sinn, die Kanäle thematisch zu trennen. Damit ist auch klar, worum es im Team geht. Manchmal sehe ich auch zeitliche Untergliederungen (z.B. Nach Monaten), das hängt aber tatsächlich von der eigenen Umgebung ab. Ich verwende in Mathematik jedenfalls Themen. Damit können auch Querverbindungen leicht hergestellt werden. In Sprachen könnten das auch die „Units“ aus dem Schulbuch sein.

 

Zum Schuluss empfehle ich neben einer einheitlichen Bennennung der Teams am Schulstandort auch die Grundeinstellungen in Teams durchzugehen. Dabei ist es nicht nur wichtig, dass festgelegt wird, was Schülerinnen und Schüler in einem gewissen Kanal dürfen. Die eigenen Benachrichtigungseinstellungen sollten dabei keinesfalls zu kurz kommen. Damit hier eine einfachere Übersicht gewonnen werden kann, gibt es direkt ein kleines Video dazu.

Organisation und Management

Neben der Möglichkeit via Chat, Anruf, Videokonferenz oder Posting untereinander in Kontakt zu treten gibt es auch subtilere Wege. Der Kalender bietet sich hierbei an, egal ob in Teams oder in Outlook. Termine erstellen, andere dazu einladen, Informationen hinzufügen oder einen passenden link für eine Videokonferenz anzufügen – alles geht hier. Auch das Teilen von Kalenderinhalten oder gesamen Kalendern ist möglich. Jedes Team und jeder Kanal ist so vernetzt, dass die jeweiligen Kaländereinträge auch bei den richtigen Personen landen. Nehmen wir eine Aufgabe, die von Schülerinnen und Schülern zu lösen ist: Diese kann auch als Kalendereintrag an die betreffenden geschickt werden. Dabei ist es aber nicht notwendig, jede Person einzeln anzuhängen, es güngt, wenn in der Aufgabe vermerkt ist, welches Team gemeint ist. Unter anderem empfehle ich ein Team pro Gegenstand/Fach.

Für die Dateiorganisation verwende ich aber nicht Microsoft Teams, sondern OneDrive. Dabei hilft mir dieser Online-Speicher meine Dateien zu verwalten, eine klare Trennung zwischen Privatem und Schulischem einzuhalten und die passenden Inhalte in Teams zu teilen.

Für kurze Gespräche plane ich keine Videokonferenz, ich nutze die „Anruffunktion“. Ein Video-Anruf ist ganz ähnlich aufgebaut und es klingelt auch am anderen Ende. Für schnelle Nachrichten, vor allem mit Einzelpersonen oder kleinen Gruppen nutze ich den Chat. In den diversen Kanälen gibt es eher neue Informationen und Hinweise.

Wie sieht es mit der Hardware aus?

Teams läuft eigentlich überall: Im Browser, auf Smartphone und Tablet und natürlich als Desktop-Version nicht nur unter Windows, sondern auch am Mac. Für Unterwegs und auch um schnell etwas zu beantworten nutze ich mein Smartphone. Damit gelingt vor allem die Kommunikation im Chat eigentlich gleich wie mit aktuellen Instant Messengern (WhatsApp, Signal, Telegram, Threema, Facebook Messenger, …).

Sobald es um das Zusammenstellen von Aufgaben geht oder auch die Planung von Inahlten, setze ich mich zum Computer. Manchmal mache ich das unter Windows 10 oder 11, damit ich eine ähnliche Übersicht habe wie die Schülerinnen und Schüler, meistens nutze ich aber die Mac-Desktopversion. Das klappt ganz gut und hat nur einen sehr großen Nachteil für mich: Teams unterstützt nicht den Wechsel zwischen verschiedenen Organisations-Accounts. Also der Wechsel zwischen meinem Schulaccount, dem Unternehmensaccount und dem von der Hochschule ist mühsam, da immer eine Abmeldung durchgeführt werden muss.

Der nicht außer Acht zu lassene Vorteil von Teams ist aber die natlose Integration von Office. Word-Dokumente können direkt in Teams geöffnet und bearbeitet werden – natürlich in der gleichen, simpel gehaltenen Version wie im Browser, aber immerhin. Damit können auch Schülerinnen und Schüler direkt in Teams Aufgaben bearbeiten.

Aufgaben stellen – die Möglichkeiten

Natürlich ist es in der Schule ein zentrales Thema, dass Aufgaben an Lernende ausgegeben werden. Diese Aufgaben sollen fertig bearbeitet wieder zurück an Lehrende kommen und werden im besten Fall dann noch direkt in Teams bewertet und eventuell sogar mit Feedback versehen.

Ganz einfach betrachtet bietet Teams drei Möglichkeiten für Aufgaben:

  • Eine externe Aufgabe, ein Hinweis zu einer Seite bzw. ein angehängtes Dokument.

Dabei wird die Aufgabe mit einem Link oder direkt mit einem Dokument versehen. Dabei arbeiten die Schülerinnen und Schüler dann die Anweisungen ab und retournieren die Aufgabe (abgeben). Die Möglichkeiten sind hierbei sehr vielfältig. Ein Word-Dokument könnte dabei als Platz für eine Geschichte dienen, eine PowerPoint-Datei stellt den Platz für eine Präsentation zur Verfügung. Teams kann auch noch mit einigen weiteren Apps erweitert werden. Mehr dazu

  • Das Quiz.

Microsoft Forms bzw. die Formulare von Microsoft können auch als Quiz ausgegeben werden. Die Möglichkeiten dort sind zwar im Verhältnis zu Google Forms (Google Quiz) stark reduziert, schnelle Überprüfungen mit Single- und Multiple-Choice Antworten sowie auch offenen Abfragen sind einfach zusammengestellt. Die Stärke liegt hierbei in der Automatisierung. Ein Quiz kann, wenn die richtigen Antworten hinterlegt sind, automatisch ausgewertet werden. Zwar ist die Vorbereitung etwas zeitintensiver, dafür gibt es kaum Nachbereitung.

  • Vorbereitete oder bereits vergangene Aufgaben wiederzuverwenden.

Schon erledigte und ältere Aufgaben können über die Grenzen des aktuellen Teams hinaus auch wiederverwendet werden. Das zahlt sich vor allem dann aus, wenn in Parallelklassen die gleichen Gegenstände/Fächer unterrichtet werden. (z.B. Geografie in zwei gleichen Schulstufen)

(Fast) alles rund um Aufgaben:

Anleitung für die Erstellung von Quizzes:

Ein Quiz von A-Z erstellen:

Warum gibt es so viele Schulen, die mit Microsoft arbeiten

Das wüsste ich auch sehr gerne. Ich kann nur Vermutungen anstellen – diese reichen von „Einflussreich am Arbeitsmarkt“ über „Etablierte Software in vielen Bereichen“ bis hin zur „starken Lobby“, die es vielleicht gibt.

Seit dem letzten Jahr gibt es aber noch eine ganz andere Motivation, nämlich die Geräteinitiative. Diese ist ein Teil des Projekts „Digitale Schule“ bzw. des 8-Punkte-Plans um österreichische Schulen zu digitalisieren. Bis 2024 stellt hierbei das österreichische Bildungsministerium (BMBWF) 250 Millionen Euro zur Verfügung. Das Projekt sah im Herbst 2019, aus heutiger Sicht am Anfang der Corona-Pandemie, eine schulische Maßnahme vor, Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten auszustatten. Dabei war die Entscheidung den Schulen selbst überlassen – diese sollten sich mit der Materie auseinandersetzen und dann aus verschiedenen Geräten frei wählen können. Neben Windows Notebook und Windows Tablet gab es noch das Apple iPad, Android Tablets oder Chromebooks. Für viele Schulen ist die Wahl wohl in die Windows-Richtung gegangen, da die meisten Schulen bereits mit Windows arbeiten (z.B. Lehrer-PCs, Informatikräume, private Haushalte, …).

Grundlage und Entscheidungshilfe wurde dabei in Form von zwei MOOCs (massive open online course) geliefert, die unter der Leitung der Virtuellen-PH entstanden sind. Der Distance-Learning-MOOC brachte einen Überblick und richtet sich nach wie vor an Lehrkräfte, während der später folgende digi.konzpet-MOOC vor allem Entscheiderinnen, wie etwa Direktorinnen und Direktoren, sowie auch Schulqualitätsmanager vorsah. Damit sollten Schulen dotwenige Grundlagen verinnerlicht haben um eine so weitreichende Entscheidung treffen zu können. Außerdem wurde ebenfalls von der Virtuellen-PH, aber auch von eEducation diverse Angebot freigeschalten und Vernetzungsmöglichkeiten wurden geboten.

 

Hilfe! Ich bin Lehrerin oder Lehrer. Wie soll ich mich nun vorbereiten?

Auch wenn Schülerinnen und Schüler bereits das Gerät in Händen halten ist es keineswegs zu spät um sich mit der Materie vertraut zu machen. Der Distance-Learning-MOOC bietet nach wie vor eine gute Grundlage. Für die Microsoft-Plattform gibt es laufend neue Fortbildungen, die auch ortsunabhängig besucht werden können. Die Palette reicht von Selbstlernkursen über asynchrone Seminare bis hin zu einstündigen online-Vorträgen. Dabei ist in der Windows-Welt oft Tablet und Notebook/Laptop gleichzusetzen. Außer dem Touchscreen, der mit Stifeingaben umzugehen weiß gibt es fast keine Unterschiede. Fortbildungen zu Microsoft

Neben Angeboten, die die Google-Suche liefert oder eben jenen von Pädagogischen Hochschulen gibt es da noch Microsoft selbst. Hierbei werden ganz gezielte und auf die Microsoft-Welt ausgelegte Fortbildungen angeboten, es gibt auch einiges zu lernen. Mehr Infos dazu

Um es so vorsichtig wie möglich auszudrucken: Per Gesetz müssen Lehrende ständig am Ball bleiben, dazu zählt auch die digitale Welt. Vorab alles gut oder schlecht zu reden hilft hierbei in keiner Art und Weise. Vor allem ist es notwendig vorhandenen Ressourcen adäquat einzusetzen – dafür ist ein gutes Fundament an Wissen, ein wenig Wissbegierde, Zeit und Lust notwendig. Und nicht zu letzt gibt es in fast allen Schulen „lokale Influencer“, diesich bereits auskennen. Bei denen Wissen abzuholen wäre oft der erste, leichtetste und auch günstigste Weg.

PS: Die Virtuelle-PH hat im Dezember 2021 eine neue Serie an MOOCs veröffentlicht. Hier kann vollkommen Zeit- und Ortsunabhängig im eigenen Tempo gelernt werden. Und so wie dieser Bereich aussieht, könnte da noch mehr kommen: MiniMOOC

Materialien

Ja – du darfst das gerne haben und sogar teilen. Wie fast alles, was ich so baue, gebe ich auch das gerne weiter.

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

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Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Schnelle Ergebnisse für eine mathematische Aufgaben – wer will das nicht? Als Lehrender habe ich in den Schulstufen 5-8 oft meine Probleme zu schnellen Ergebnissen zu kommen. Es gibt zwar für vieles Einzellösungen aber ich wollte alles auf einem Platz haben. Thematisch sortiert habe ich mir also einfach eine Google Tabelle zusammengestellt, die natürlich auch in Excel funktioniert. Dort trage ich Angaben ein und erhalte direkt die passende Lösung. Beispielsweise soll das Volumen und die Oberfläche eines Zylinders berechnet werden – nach Eingabe von Radius und Höhe erhalte ich direkt G, U, M, O und V.

Kannst du nicht selbst rechnen?

Die Frage sollte eher lauten: „warum rechnest du nicht selbst?“. Im Unterrichtsalltag habe ich direkt viele Beispiele aus Büchern und auch selbst ausgedachte. Das Problem ist natürlich immer die Zeit. Ich hätte also gerne die Lösung sofort, sodass ich bei Schwierigkeiten individueller auf einzelne Lernende eingehen kann. Außerdem habe ich in meinem „Epischen Rechner“ auch Zwischenergebnisse, sodass ich Rechenwege schneller auf Fehler überprüfen kann – es zählt nicht nur das Endergebnis, sondern der gesamte Weg bis dorthin.

Im Dokument – das hier auch frei zur Verfügung steht – werden die orangen Felder befüllt, die grünen werden automatisch berechnet. In Schulbüchern ist oft von „gegeben“ und „gesucht“ die Rede, weshalb auch in der Tabelle diese Wortwahl verbaut ist. Die Tabelle kann natürlich grafisch und inhaltlich angepasst werden, mir passt sie aktuell so. Nur die Schuldenrechnung ist noch in Arbeit. Ich habe einfach über die Schuljahre immer wieder etwas dazugenommen und kann damit sehr schnell agieren.

Benefit für Lernende

Tatsächlich dürfen meine Schülerinnen und Schüler den Rechner auch verwenden. Ich habe das Dokument über unser Lernmanagement-System virtuell ausgeteilt, damit Hausübungen selbst kontrolliert werden. Dabei ist für mich, wie schon immer, nicht das Ergebnis am Schluss entscheidend, sondern der Weg dorthin. Ohne Rechenweg, also mit reinen Ergebnissen gibt es keine Beurteilung. Dafür hat die Klasse aber ein Tool zur Hand, das auch Zwischenergebnisse liefert. Beispielsweise könnte bereits der Umfang der Grundfläche beim Zylinder fehlerhaft sein – das würde dann auch zur fehlerhaften Berechnung der Oberfläche führen.

Download

Ja – du darfst das gerne haben. Wie fast alles, was ich so baue, gebe ich auch das gerne weiter. Der erste Button führt dich direkt zum Epischen Rechner – dort kannst du dir die kleine Liste ansehen. Ganz unten sind die Reiter für verschiedene Themengebiete – dort kannst du auch über „Datei -> Herunterladen“ eine Excel-Version herunterladen. Möchtest du direkt eine Kopie dieser Liste in deinem Google-Drive haben, dann nimm den zweiten Button.

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

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GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Digitale Schrift in allen Lebenslagen kann nicht nur privat, sondern auch im Unterricht vorteilhaft eingesetzt werden. Die App GoodNotes bietet viele Möglichkeiten um zu schreiben und zu skizzieren und noch viele weitere, die im Klassenzimmer Anwendung finden. Auch für Mathematik eignet sich das Tool meiner Wahl – mehr dazu und einige give-aways gibt es hier.

Bevor wir starten

Im aktuellen Schuljahr bin ich in mehreren Klassen Mathematiklehrer und auch Biologiestunden zählen zu meiner Lehrfächerverteilung. Natürlich gibt es da noch mehr, GoodNotes lässt sich hierbei aber am Besten einsetzen. Meine Mitschrift erfolgt live am Tablet in der Stunde, die Lernenden sehen auf dem projizierten Bild, was ich mache – eine Art digitale Tafel. Sie sehen aber keine Einstellungen, Benachrichtigungen, sondern nur das reine, digitale Tafelbild. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • kein Löschen der Tafel mehr
  • besserer Kontrast (z.B. schwarz auf weiß) und gute Lesbarkeit
  • vielfältige Möglichkeiten durch den Einsatz von Farben, Formen, Skizzen, Markierungen, u.v.m.
  • Lernende können das Layout besser in das Heft übertragen (A4 bei mir, A4 bei den Schülerinnen und Schülern)
  • einfaches Vergrößern und Verkleinern und auch zoomen
  • leichtes Zurückscrollen (z.B. zur letzten Stunde)
  • schnelles einfügen von Inhalten wie etwa Bildern
  • Blickkontakt mit den Schülerinnen und Schülern
  • schnelle Hinweise durch den digitalen Laserpointer

In vielen Bereichen eignet sich der Gedanke, zuerst an das Ziel zu denken. In meinem Fall half mir das, GoodNotes zu entdecken und effizient zu nutzen. Ich benötige einerseits einen Ersatz für die Kreidetafel, der es möglich macht während Unterrichtsstunden in die vergangenen Aufzeichnungen zu blicken und andererseits eine Möglichkeit auch meine mathematischen Kritzeleien unterzubringen. Konstruktionen von Formen und Körpern führe ich jedoch nach wie vor offline bzw. analog mit Stift, Geodreieck, Zirkel und Papier durch. Zum Schluss möchte ich aber noch die Möglichkeit haben, dass Schülerinnen und Schüler nur das sehen, was sie sehen sollen und via Exportfunktion auch meine Mitschrift sehen können.

Diese Funktionen bietet mir GoodNotes und kann sogar noch über Umwege ein klein wenig mehr.

Was braucht man?

Neben Apples iPad ist ein Stift voraussetzung, um GoodNotes effizient zu nutzen. Da der originale Apple Pencil manchen doch zu teuer erscheint, gebe ich hier ein paar Gedanken mit: Der originale Stift ist zu 100% auf das iPad zugeschnitten. In der ersten Version wird dieser über den Lightning-Port direkt am iPad geladen, in der zweiten Generation klappt dies induktiv. Je nach iPad ist entweder jener der ersten Generation oder eben der andere kompatibel. Neben reinem Schreiben eignet sich dieser aber auch hervorragend zum Zeichnen – dabei unterstützt der Apple Pencil auch im abgeschrägten Zustand die Eingabe und verhält sich dabei ähnlich wie ein Bleistift oder Buntstift.

Sollte das iPad in Kombination mit dem Stift überwiegend zum Schreiben genutzt werden, dann gibt es von Adonit oder Logitech passende und günstigere Alternativen:

Diese Stifte bieten vielleicht nicht den gleichen Komfort beim Laden und Verwalten, sind für Schrift aber eine absolute Empfehlung. Soll es doch der Apple Pencil werden, könnte es auch sein, dass man diesen gebraucht gut und günstig findet – es gibt doch einige Leute, die den falschen Stift gekauft haben und diesen dann über diverse Plattformen wieder loswerden möchten.

Weit über die Grundfunktionen hinaus

GoodNotes bietet in der fünften Version nicht nur die Möglichkeit Notizbücher zu befüllen, sondern auch einen eigenen Modus der bei einer Beamer- oder Monitor-Verbindung aktiv wird. In meinem Umfeld ist das iPad über einen HDMI-Adapter mit dem Beamer verbunden, sodass die Schülerinnen und Schüler das sehen, was ich schreibe. Der Präsentationsmodus, dessen automatische Aktivierung eingestellt werden kann, lässt Menüpunkte und Auswahlwerkzeuge beim Beamer-Bild verschwinden. So sehe ich die übliche GoodNotes-Ansicht, andere sehen jedoch nur das Hintergrundbild und meine Schrift. So werden ganze Seiten im Hochformat angezeigt, während beispielsweise Ausschnitte im Querformat dargestellt sind. Die Ablenkung ist dann nicht gegeben. In meinem Fall sehen die Schülerinnen und Schüler nicht, wenn ich zwischen Radiergummi und Stift wechsle. Seit dem Update auf iPadOS 13 steht in GoodNotes 5 auch die Funktion zur Verfügung, zwei Dokumente nebeneinander geöffnet zu haben. Über einen Button wird ausgewählt, welches Dokument über den Beamer angezeigt wird. Ich habe damit das digitale Schulbuch oder PDF-Dokumente mit Vorbereitungen und mein digitales Schulübungsheft nebeneinander, projiziert wird aber immer nur eines von beiden.

Neben diversen Stiften und Tools um Formen zu zeichnen, gibt es auch Markier-Werkzeuge, eine automatische Handschrifterkennung und die Möglichkeit Bilder einzufügen. Dabei kann auch über Bilder geschrieben werden und schönere Skizzen gelingen schnell und einfach – es ist wie digitales Abpausen. Dabei können Linien auch im Nachhinein farblich angepasst oder direkt gelöscht werden das gilt auch für Linien und Formen, die dann noch eine Größenanpassung zulassen.

Ein Notizbuch richtig erstellen

Natürlich wollte ich nach dem Download sofort loslegen und merkte erst einige Zeit später, dass die Ein oder Andere Möglichkeit vorher bedacht werden sollte. Notizbücher bestehen aus einem Deckblatt, dass einfach die erste Seite des Notizbuches darstellt. Dahingehend kann neben den Vorlagen auch ein eigenes Bild dafür verwendet werden. Bei der Erstellung eines neuen Notizbuches fragt GoodNotes nach dem gewünschten Hintergrund. Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten in verschiedenen Formaten – auch linierte und karierte Templates gibt es dort.

Seit der fünften Version ist es nun möglich eine Ordnerstruktur aufzubauen – Drag & Drop wird auch unterstützt. Neben Ordnern und Dokumenten können auch Bilder aufgenommen oder Dokumente gescannt werden. Dazu dient dann die eingebaute Kamera. Ebenso kann von anderen Quellen, wie USB-Sticks oder Cloud-Speichern importiert werden. Bei der Erstellung eines neuen Dokuments wird aus einer Vielzahl an Titelblättern und Seitenlayouts ausgewählt. Neben den Vorlagen DINA7 bis DINA3 kann auch zwischen Letter oder Tabloid-Formaten ausgewählt werden. Weiterer Parameter ist die Hintergrundfarbe. Einige Auswahlmöglichkeiten der Papiersorte sind liniert, kariert, dotted, leer, cornell, Notenzeilen oder Tabulator.

Diese haben aber einen entscheidenden Nachteil: Die Abstände der Kästchen bzw. Linien stimmen nicht mit üblichen Heftformaten überein. Ich habe mir also eine PDF-Vorlage erstellt und diese in GoodNotes eingefügt. Damit ist die Mitschrift meines Mathematikunterrichts noch realistischer, da auch die Schülerinnen und Schüler auf dem gleichen kariertem Papier arbeiten. Nebenbei wäre das Ergebnis auch beim Ausdrucken deutlich übersichtlicher.

Zwei Kästchen entsprechen bei meiner Vorlage dem üblichen Zentimeter und auch beim linierten Papier habe ich die Größe entsprechen angepasst. Damit auch du davon profitieren kannst, gibt es den Download der PDF-Vorlagen ganz unten. Am Besten kann man diesen Beitrag direkt am iPad öffnen, dann muss die Vorlage nicht noch extra transferiert werden (dazu gibt es die jeweiligen QR-Codes zum Scannen). Hinweise zur Verwendung der Vorlagen befinden sich am Ende diesen Beitrags.

Vorlage: kariert

Vorlage: liniert

Sonst noch was?

Für private Zwecke würde eigentlich auch Apples Notizen-App dienen, GoodNotes bietet im Schulkontext aber die Möglichkeit, aufwändige Tafelbilder für die Ewigkeit zu speichern und bereits im Vorfeld zu produzieren. Außerdem gelingt das Richtigstellen bzw. Korrigieren von Fehlern deutlich einfacher. Mein absolutes Lieblingsfeature ist aber der Sichtkontakt zu den Lernenden. Natürlich gibt es vielerlei Sozialformen und nicht nur Frontalunterricht, jedoch habe ich bspw. bei letzterem die Schülerinnen und Schüler nun direkt im Blick. Das ist meiner Meinung nach sehr vorteilhaft, da ich während meiner Arbeit sehr gerne auch spreche und dabei die Gruppe auch gerne ansehe. Der Nachteil ist jedoch, dass ich mehr sitze, als wenn ich an der Tafel arbeite – das muss ich dann anders ausgleichen.

GoodNotes unterstützt in der aktuellsten Version auch das gemeinsame Arbeiten an einem Notizbuch – die iCloud-Freigabe macht es möglich. Bei Backups kann aber auch auf andere Dienste, wie etwa Google Drive zurückgegriffen werden.

Tafelbilder, Vorbereitungen, Protokolle und andere Mitschriften bringen auch die Anwendung in Elterngesprächen mit sich. Dabei kann für eine Klasse ein Administrations-Notizbuch angelegt werden. Dabei greife ich persönlich doch lieber zu anderen Diensten und Listen führe ich auch vollkommen digital ohne Handschrift.

 

Download

Die App ist ausschließlich in Apples „App Store“ für etwa 9 € erhältlich. Ich finde den in letzter Zeit gestiegenen Preis, in Anbetracht der Funktionalität, immer noch mehr als angemessen. Das entspricht etwa den Ausgaben von drei bis vier Collageblöcken.

Neben den Papiervorlagen dient mir auch ein passendes Bild eines Geo-Dreiecks im Mathematikunterricht. Die Handhabung ist zwar nicht perfekt, jedoch für meine Zwecke vollkommen ausreichend: dabei das Dreieck als Bild einfügen und durch die Größenanpassung auf der Seite platzieren. (Link zum Dreieck)

Für die Papiervorlagen habe ich noch einen Hinweis: Nach dem Herunterladen sollte das PDF-Dokument direkt in GoodNotes importiert werden. Dabei ist es von Vorteil, wenn das Dokument, in welches die Vorlage gelangen soll, bereits vorher geöffnet ist. GoodNotes fragt mein Importieren nach, ob das PDF-Dokument in das aktuelle Notizbuch importiert werden soll. Ist die Volage importiert wird jede nächste Seite direkt mit der Vorlage hinterlegt. Ich importiere daher entweder direkt nach der Erstellung eines Notizbuches die Vorlage oder nehme die Vorlage direkt als neues Notizbuch und passe die erste Seite an (diese stellt dann auch das Thumbnail in der Übersicht dar).

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

Videokonferenzen halten seit 2020 Einzug in der Bildungswelt und natürlich auch weit darüber hinaus. Schon fast genervt wirken manche TeilnehmerInnen vom immer selben Anblick: Kacheln mit Webcambildern, ein paar Interaktive Tools und der Chat als Austauschformat. Ja, Break-Out-Rooms sind für viele auch nichts Neues mehr. Dabei gibt doch noch ganz andere Wege, wie man sich austauschen kann.

What?

Ja! Neben klassischen Videokonferenz-Tools, die ich selbst auch nutze, gibt es einige Vertreter die ganz anders an die Sache herangehen. Was brauchbar wäre, sind Lösungen, die ein freies Bewegen im Raum zulassen, gleichzeitig muss es aber auch „Vortrags-Settings“ geben, die es ermöglichen, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin alle erreicht. Klug wäre es auch, wenn man mit jenen in Kontakt treten kann, die man aktuell sehen und hören will/sollte. Nicht nur Gruppenarbeiten sondern auch Freizeitmöglichkeiten erstrecken sich dadurch. Zum Glück für mich gibt es das bereits.

Dieses nette Tool erzeugt eine virtuelle Welt, die dem Design nach Game-Boy-Spielen aus den 1990er Jahren ähnelt. Nach dem Betreten des Raumes nimmt man in Gestalt einer verpixelten Figur am Geschehen teil. Mit den Pfeiltasten auf der Tastatur navigiert man durch den Raum und kann sich so anderen Personen (Pixel-Character) nähern. In einem gewissen Radius um sich herum, kann man dann andere nicht nur auf der Karte des Raumes sehen, sondern auch das Webcambild. Zusätzlich hört man sich dann noch über das Mikrofon. Im Verhältnis zu einem klassischen Videokonferenz-Tool bietet gather.town also die Möglichkeit der Vernetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Damit können sich jene Gruppieren, die etwas zu Besprechen haben. Die Möglichkeit der Bildschirmfreigabe und der Chat sind ebenso Funktionen des Tools. Letzteres kann sogar in zwei Bereiche untergliedert werden. Einerseits kann man mit seiner direkten Umgebung chatten, so erhalten nicht alle im Raum eine Nachricht, das kann aber mit „everyone“ ebenso erzielt werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch spezielle Bereiche, wie die „private-spaces“. Das sind spezielle Punkte oder Orte, wo sich dann alle sehen und hören, die anwesend sind. Das könnte bspw. rund um einen Tisch sein. Damit werden dann die Webcams sichtbar und man kann sich auch akustisch austauschen. Der Spotlight-Place bietet dafür die Möglichkeit mit einem ganzen Raum zu kommunizieren, ohne das die örtliche Nähe eine Rolle spielt. Wie im Titelbild ganz oben kann dann auch ein „Vorlesungs-Szenario“ in gather.town abgehalten werden.

Ein Punkt der noch dazugehört ist der Preis. Ich nutze gather.town in der vollkommen kostenlosen Variante und kann damit 25 Personen gleichzeitig in einem Raum unterbringen. Das ist für eine Schulklasse oder auch eine Gruppe von Studierenden oder für die Freizeit eigentlich ganz in Ordnung. Dann wird es jedoch kostspieliger. Die Preise richten sich nach einem pay-per-use Modell – dabei ist mit $1/user für zwei Stunden Nutzung auch eine günstige online-Party möglich. Dabei gebe ich folgende Gedanken mit:

  • Für Personen ist die Teilnahme sehr einfach
  • Die Kosten sind meiner Meinung nach in Ordnung, wenn man Kosten für einen realen Seminarraum bedenkt, der angemietet wird

    So ist die virtuelle Welt aufgebaut

    Grundsätzlich beschreibe ich gather.town mit einem 3-Ebenen-Prinzip. Die Grundlage, also die hinterste Ebene bildet ein Bild. Dieses kann aus einer Vorlagengalerie gewählt oder auch selbst gestaltet werden. Auf diesem Bild wird auch die grundlegende Richtung sichtbar. Damit kann das Bild die Grundlage für einen Seminarraum oder auch eine Dachterrasse bieten.

    Auf diese Ebene folgt dann der Teil, der von gather.town direkt eingespielt wird. Dazu zählen spezielle Bereiche, wie „private-Spaces“, die nicht direkt sichtbar sind, aber auch Möbelstücke, Pflanzen, Dekoration und interaktive Inhalte. Damit ist es möglich virtuelle Pinnwände, Bildschirme oder Infotafeln zu platzieren. Diese interaktiven Elemente können allerlei Dinge, wie Websites, Videos oder Bilder beherbergen. Bei „embedded Pages“ können natürlich auch Padlets oder Spiele eingebunden werden. So hat man einen Bereich, der eben solche interaktive Elemente bereitstellt und diese werden wiederum nur ab einem gewissen Radius, also räumlicher Nähe aktivierbar.

    Die dritte und oberste Ebene bildet wiederum ein Bild. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Damit gelingt es bei der Rooftop-Bar das gewisse Etwas mit Hilfe von Lichtern, die teilweise transparent über dem Geschehen liegen zu erzeugen.

    Das ist mir zuviel

    Natürlich wird man auf den ersten Blick ein wenig von den vielen Möglichkeiten erschlagen. Wer auf die Virtuelle Welt dennoch nicht komplett verzichten will, dem sagt vielleicht wonder.me zu. Dort gibt es ebenso die Möglichkeit durch örtliche Nähe in Kontakt zu treten – die Oberfläche bietet jedoch nur wenig Vielfalt.

    Wenn gather.town dennoch sinnvoll erscheint, dann könnten dir meine Videos beim Kennenlernen und Einrichten vielleicht helfen. Ich habe auch einen Raum eingerichtet, den man einfach betreten kann – unten ist der Link dazu. Dabei kann gather.town kurz aus Teilnehmendensicht ausprobiert werden (kostenlos). Mir hat es auf jene Fall sehr viel Spaß bereitet diese virtuelle Welt einzurichten und ganz kurz im Zuge der #digiPH4 zu präsentieren und mit einigen Hochschullehrenden ein bisschen Zeit beim informellen Austausch zu verbringen.

    Update – 14.02.2021

    In gather.town gab es nun ein Update, das die Map-Maker-Eigenschaften weiter vorantreibt. Dahingehend gibt es auch ein Update-Video.

      Linkliste

      Kooperative Online-Seminare an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich

      Kooperative Online-Seminare an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich

      Moodle kann eine mächtige Lernplattform sein. Doch durch den großen Funktionsumfang werden auch einige abgeschreckt und Nutzen daher Kurse als Dokumentenablage. Um den professionellen Einsatz von Moodle als Lernplattform bei der Abhaltung von LehrerInnenfort- und -weiterbildungen an der PH Niederösterreich (PH-NÖ) zu fördern, gab die Hochschule die Erstellung von Best-Practice-Moodlekursen in Auftrag. Ziel war die Erstellung einer Masterkurs-Vorlage, die zeigt, was mit Moodle in der Hochschullehre möglich ist, und die von LektorInnen an der PH Niederösterreich für ihre Lehrveranstaltungen genutzt und nach ihren Bedarfen befüllt werden kann.

      Beatrice Kogler und Kai Hebein, beide ausgebildete Lehrende, studieren berufsbegleitend E-Learning und Wissensmanagement an der Fachhochschule Burgenland. Ein Teil des Studiums besteht aus der Durchführung eines Praxisprojekts. Als Projektauftraggeber vermerkte die PH-NÖ den Bedarf an einer Art Vorlage für Lehrende, die den Einstieg in das Lernmanagement-System Moodle erleichtern soll.

      https://www.youtube.com/watch?v=8bE6uqh7xYI

      Mag. Robert Schrenk, Bakk. betreute uns seitens der FH im Laufe des Projekts mit Besprechungen, Rat und Tat.

      An die Arbeit

      Gemeinsam mit Prof. Mag. (FH) Walter Fikisz, MA, BEd von der PH-NÖ gab es im August 2020 ein Kick-off-Meeting um den Projektauftrag zu vervollständigen. Dabei wurde ebenso ein Zugang für das hauseigene Moodle hinterlegt, sodass das Projektteam Zugriff hatte und Kurse gestalten konnte. Was am Anfang schon klar ist: Es gibt keine dezidierte Projektleitung, was bei zwei Personen auch nur wenig Sinn macht. Die PH-NÖ legte bereits im Vorfeld ein Dokument mit vielen hilfreichen Informationen an, sodass die Thematik bzw. viel eher die Probleme mit Moodle klar wurden. Moodle ist vielfältig und dadurch nicht ganz so einfach zu bedienen. Nicht nur im Zuge des Masterstudiums sondern auch privat und beruflich hat sich das Projektteam bereits mit Moodle auseinandergesetzt und dadurch erkannt, welche Möglichkeiten gut funktionieren.

      Projektziele

      Zwei Kurse sollten erstellt werden. Einerseits ein Prototyp, der bereits im Wintersemester 2020 eingesetzt werden sollte. Dabei ging es um die Lehrveranstaltung „Gesellschaftliche Auswirkungen der Mediennutzung“, die ein Teil des Hochschullehrgangs „Lehrer/in für Digitale Grundbildung“ ist. Zuvor wurde diese von Walter Fikisz offline abgehalten und einige Informationen, Übungen und Beispiele mit Hilfe von Moodle transferiert. Unsere Aufgabe bestand darin, diese Lehrveranstaltung in ein Kooperatives Online-Seminar umzuwandeln. Dabei geht es nicht nur darum, Lerninhalte in Moodle hochzuladen, sondern Interaktivität zu erzeugen. Auch ein „Miteinander“ soll ein egozentrisches Arbeiten teilweise ersetzen. Der zweite Kurs bildet eine Vorlage für Lehrende der Institution.

      Masterkurs – Moodle Vorlage

      Nachdem der Prototyp fertig war, ging es darum, einen Moodle-Kurs zu bauen, der auf den ersten Blick wie ein aktiver Kurs einer Lehrveranstaltung aussieht. Der Unterschied besteht aber vor allem im Inhalt. Statt reale Inhalte einer Lehrveranstaltung einzubauen wurden im Masterkurs Demoinhalte eingefügt, die die einzelnen Bestandteile, Möglichkeiten, Inhalte und Aktivitäten von Moodle erklären. So gibt es beispielsweise eine Textseite, die sich selbst erklärt oder ein Forum im dem steht, wofür ein Forum gut geeignet ist. Auch interaktive Elemente sind ein großer Bestandteil des Kurses – diese wurden mit dem kostenlosen Moodle-PlugIn H5P erzeugt. Diese Beispiele zeigen dann ein interaktives Element und eine schnelle Einführung. Die Vorlage sollte aber nicht überfordern, weshalb nur eine Auswahl an Aktivitäten eingebaut wurden.

      Grafische Aufbereitung

      Moodle ist von Haus aus nicht immer besonders benutzerfreundlich aufgebaut. Bei der Vorlage geht es nicht nur um die Inhalte, sondern auch um die grafische Aufbereitung der einzelnen Elemente. Deshalb gibt es neben den Kursabschnitten auch einen „Kursheader“, der fixierte Inhalte zu jeder Zeit anzeigt. Wir erachten diese Dinge als wichtig bzw. hilfreich für Kursteilnehmende:

      • Name des Referenten/der Referentin
      • Kursdauer
      • Online-Präsenz bzw. synchrone Phasen
      • Allgemeine Informationen zum jeweiligen Kurs (1-2 Sätze)

      Unterhalb dieser Textelemente befinden sich Icons (Quelle: Pixabay), die zu interessanten Seiten, dem Forum oder Beurteilungskriterien führen. Der „Home-Button“ stellt ebenso ein Element dar, dass bei vielen Moodle-Kursen hilfreich sein könnte. Moodle bietet zwar die Möglichkeit über die Kursnavigation mit wenigen Mausklicks wieder auf die Startseite de Kurses zurückzukehren, mit dem „Home-Button“ gelingt dies jedoch mit einem einzigen Klick.

      Anleitung statt Dokumentation

      Damit sich Lehrende schnell zurechtfinden oder einfach nach wenigen Minuten entscheiden können, ob dieser Kurs zum Einsatz kommt, gibt es ein Einführungsvideo. In diesem erhalten potentielle NutzerInnen nicht nur einen Überblick über die Struktur, sondern auch hilfreiche Informationen zur Bearbeitung. Diese Fragen werden beispielsweise direkt geklärt:

      • Was muss ich tun?
      • Welche Möglichkeiten habe ich?
      • Was sind Abschnitte und wie kann ich diese ändern?

      Unser Favorit: Das Grid-Format

      Moodle bietet natürlich nicht nur eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten und Möglichkeiten der Erweiterung durch PlugIns, sondern auch einige Kursformate. Damit ist die Anordnung von Inhalten und die grobe Gliederung dieser gemeint. In der aktuellen Instanz der PH-NÖ befinden sich Themen- und Zeitgliederungen. Wir wollten die UX (User Experience) erhöhen, damit nicht nur die Leitung der Lehrveranstaltung schnell und einfach navigieren kann, sondern auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine gute Übersicht erhalten.

      Das Grid-Format erlaubt es Inhalte in Blöcken zu organisieren. Dadurch kann entweder in Themengebieten oder zeitlichen Abschnitten gegliedert werden. Im Prototyp haben wir uns für Themengebiete entschieden, da die Lehrveranstaltung über eine kurze Zeitdauer abgehalten wird. Es wäre aber auch möglich in Wochen zu unterteilen – das ist je nach Anwendungszweck unterschiedlich. Die einzelnen Kacheln können mit Titel und Bild hinterlegt werden, wodurch der Kurs insgesamt schöner gestaltet ist.

      So ist die Vorlage zu nutzen

      Unter der Annahme, dass die Lehrveranstaltungen ohnehin geplant sind, kann die Master-Vorlage einfach kopiert werden. Im nächsten Schritt folgt die Befüllung mit Inhalten und das Erstellen von interaktiven Elementen, falls dies gewünscht ist.

      1. Kurs kopieren
      2. Beschreibung, Titel und Header-Informationen ändern
      3. Entscheidung: Kacheln themen- oder zeitbasiert verwenden
      4. Kacheln beschriften und die Demoinhalte entfernen oder anpassen

      Vor allem dieser letzte Schritt wird durch die Vorlage stark unterstützt. Die Demoinhalte bieten bereits eine kurze Beschreibung und können dahingehend einfach verschoben/umplatziert werden.

      Die Herausforderungen des Projekts

      Das Projekt ist weitestgehend problemlos abgelaufen. Vor allem mit Walter Fikisz pflegten wir eine regen, wertschätzenden und produktiven Kontakt während des Projektablaufs. Nach dem virtuellen Kick-off folgten noch weitere virtuelle Treffen, ansonsten verwendeten wir Mails bei der Kommunikation. Intern haben wir unser Projekt mit Microsoft Teams und dem Planner (Tasks) gestaltet. Dabei stellten wir schon die ersten Probleme fest:

      • Teams ist an ein Microsoft-Konto gebunden
      • Die online-Varianten von Word, Excel und PowerPoint liefern nur einen sehr kleinen Funktionsumfang und haben große Probleme mit Formatierungen

      Da wir beide auch beruflich MS Teams verwenden und zusätzlich einen Zugang über die Fachhochschule nutzen, gibt es oft Probleme beim Wechseln von Konten. Da der Start aber bereits abgewickelt war, die Ordnerstruktur schon aufgebaut und die Aufgaben im Planner organisiert waren, machte ein Wechsel auf ein anderes Tool keinen Sinn mehr. Unsere Organisation ist wohl als hybrides Projektmanagement zu verstehen. Die Arbeitspakete, Aufgaben und Workflows wurden im Kanban-Board-Style dargestellt, was sich aber als Problem für die Fachhochschule herausstellte, denn dort wurde ein Balkenplan gefordert – wir besserten also nach.

      Zeit ist ein entscheidender Faktor

      Direkt nach dem Start des Projekts waren wir voller Euphorie und investierten viel Zeit um das Projekt zu planen und den Start schnell hinter uns zu lassen. Dann kam der Schulbeginn und einige Veränderungen im Job-Leben des Teams. Neuer Job, Distance Learning und zusätzliche Aufgaben, später noch der Start des Semesters an der FH und damit verbunden auch diverse projektbezogene Aufgaben machten uns das Leben schwer. Das Projekt wurde durch eine sprichwörtliche Armada an weiteren Arbeitsaufträgen begleitet. Projektauftrag, Handbuch, wissenschaftliche Artikel, Stand der Forschung, Publikation, Projekt-Rahmenbedingungen und Präsentation waren einige Abgaben der begleitenden Lehrveranstaltung.

      Learning

      Das Projekt war im Zweierteam gut durchführbar, hätte aber von weiteren Projektteammitgliedern profitiert. Wir konnten unsere Kenntnisse in Bezug auf Moodle weiter vertiefen und uns Wissen zu Instructional Design von kooperativen Moodlekursen aneignen. Danke sagen wir hiermit auch Walter Fikisz für die angenehme Zusammenarbeit während des Projekts und hoffen, dass die entstandenen Moodlekurse den Lehrenden an der PH Niederösterreich hilfreich sein werden.

      Projektpräsentation an der FH-Burgenland am 15.01.2021 (virtuell)