Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Screenshot der Beurteilungsliste

Epischer Rechner: Ergebnisse in Mathematik in Echtzeit für Lehrende und Lernende (Schule)

Schnelle Ergebnisse für eine mathematische Aufgaben – wer will das nicht? Als Lehrender habe ich in den Schulstufen 5-8 oft meine Probleme zu schnellen Ergebnissen zu kommen. Es gibt zwar für vieles Einzellösungen aber ich wollte alles auf einem Platz haben. Thematisch sortiert habe ich mir also einfach eine Google Tabelle zusammengestellt, die natürlich auch in Excel funktioniert. Dort trage ich Angaben ein und erhalte direkt die passende Lösung. Beispielsweise soll das Volumen und die Oberfläche eines Zylinders berechnet werden – nach Eingabe von Radius und Höhe erhalte ich direkt G, U, M, O und V. 

Kannst du nicht selbst rechnen?

Die Frage sollte eher lauten: „warum rechnest du nicht selbst?“. Im Unterrichtsalltag habe ich direkt viele Beispiele aus Büchern und auch selbst ausgedachte. Das Problem ist natürlich immer die Zeit. Ich hätte also gerne die Lösung sofort, sodass ich bei Schwierigkeiten individueller auf einzelne Lernende eingehen kann. Außerdem habe ich in meinem „Epischen Rechner“ auch Zwischenergebnisse, sodass ich Rechenwege schneller auf Fehler überprüfen kann – es zählt nicht nur das Endergebnis, sondern der gesamte Weg bis dorthin.

Im Dokument – das hier auch frei zur Verfügung steht – werden die orangen Felder befüllt, die grünen werden automatisch berechnet. In Schulbüchern ist oft von „gegeben“ und „gesucht“ die Rede, weshalb auch in der Tabelle diese Wortwahl verbaut ist. Die Tabelle kann natürlich grafisch und inhaltlich angepasst werden, mir passt sie aktuell so. Nur die Schuldenrechnung ist noch in Arbeit. Ich habe einfach über die Schuljahre immer wieder etwas dazugenommen und kann damit sehr schnell agieren.

Benefit für Lernende

Tatsächlich dürfen meine Schülerinnen und Schüler den Rechner auch verwenden. Ich habe das Dokument über unser Lernmanagement-System virtuell ausgeteilt, damit Hausübungen selbst kontrolliert werden. Dabei ist für mich, wie schon immer, nicht das Ergebnis am Schluss entscheidend, sondern der Weg dorthin. Ohne Rechenweg, also mit reinen Ergebnissen gibt es keine Beurteilung. Dafür hat die Klasse aber ein Tool zur Hand, das auch Zwischenergebnisse liefert. Beispielsweise könnte bereits der Umfang der Grundfläche beim Zylinder fehlerhaft sein – das würde dann auch zur fehlerhaften Berechnung der Oberfläche führen. 

Download

Ja – du darfst das gerne haben. Wie fast alles, was ich so baue, gebe ich auch das gerne weiter. Der erste Button führt dich direkt zum Epischen Rechner – dort kannst du dir die kleine Liste ansehen. Ganz unten sind die Reiter für verschiedene Themengebiete – dort kannst du auch über „Datei -> Herunterladen“ eine Excel-Version herunterladen. Möchtest du direkt eine Kopie dieser Liste in deinem Google-Drive haben, dann nimm den zweiten Button.

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Screenshot der Beurteilungsliste

GoodNotes + iPad als Gamechanger in der Schule – ein super Tool für die Praxis

Digitale Schrift in allen Lebenslagen kann nicht nur privat, sondern auch im Unterricht vorteilhaft eingesetzt werden. Die App GoodNotes bietet viele Möglichkeiten um zu schreiben und zu skizzieren und noch viele weitere, die im Klassenzimmer Anwendung finden. Auch für Mathematik eignet sich das Tool meiner Wahl – mehr dazu und einige give-aways gibt es hier.

Bevor wir starten

Im aktuellen Schuljahr bin ich in mehreren Klassen Mathematiklehrer und auch Biologiestunden zählen zu meiner Lehrfächerverteilung. Natürlich gibt es da noch mehr, GoodNotes lässt sich hierbei aber am Besten einsetzen. Meine Mitschrift erfolgt live am Tablet in der Stunde, die Lernenden sehen auf dem projizierten Bild, was ich mache – eine Art digitale Tafel. Sie sehen aber keine Einstellungen, Benachrichtigungen, sondern nur das reine, digitale Tafelbild. Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • kein Löschen der Tafel mehr
  • besserer Kontrast (z.B. schwarz auf weiß) und gute Lesbarkeit
  • vielfältige Möglichkeiten durch den Einsatz von Farben, Formen, Skizzen, Markierungen, u.v.m.
  • Lernende können das Layout besser in das Heft übertragen (A4 bei mir, A4 bei den Schülerinnen und Schülern)
  • einfaches Vergrößern und Verkleinern und auch zoomen
  • leichtes Zurückscrollen (z.B. zur letzten Stunde)
  • schnelles einfügen von Inhalten wie etwa Bildern
  • Blickkontakt mit den Schülerinnen und Schülern
  • schnelle Hinweise durch den digitalen Laserpointer

In vielen Bereichen eignet sich der Gedanke, zuerst an das Ziel zu denken. In meinem Fall half mir das, GoodNotes zu entdecken und effizient zu nutzen. Ich benötige einerseits einen Ersatz für die Kreidetafel, der es möglich macht während Unterrichtsstunden in die vergangenen Aufzeichnungen zu blicken und andererseits eine Möglichkeit auch meine mathematischen Kritzeleien unterzubringen. Konstruktionen von Formen und Körpern führe ich jedoch nach wie vor offline bzw. analog mit Stift, Geodreieck, Zirkel und Papier durch. Zum Schluss möchte ich aber noch die Möglichkeit haben, dass Schülerinnen und Schüler nur das sehen, was sie sehen sollen und via Exportfunktion auch meine Mitschrift sehen können.

Diese Funktionen bietet mir GoodNotes und kann sogar noch über Umwege ein klein wenig mehr.

Was braucht man?

Neben Apples iPad ist ein Stift voraussetzung, um GoodNotes effizient zu nutzen. Da der originale Apple Pencil manchen doch zu teuer erscheint, gebe ich hier ein paar Gedanken mit: Der originale Stift ist zu 100% auf das iPad zugeschnitten. In der ersten Version wird dieser über den Lightning-Port direkt am iPad geladen, in der zweiten Generation klappt dies induktiv. Je nach iPad ist entweder jener der ersten Generation oder eben der andere kompatibel. Neben reinem Schreiben eignet sich dieser aber auch hervorragend zum Zeichnen – dabei unterstützt der Apple Pencil auch im abgeschrägten Zustand die Eingabe und verhält sich dabei ähnlich wie ein Bleistift oder Buntstift.

Sollte das iPad in Kombination mit dem Stift überwiegend zum Schreiben genutzt werden, dann gibt es von Adonit oder Logitech passende und günstigere Alternativen:

Diese Stifte bieten vielleicht nicht den gleichen Komfort beim Laden und Verwalten, sind für Schrift aber eine absolute Empfehlung. Soll es doch der Apple Pencil werden, könnte es auch sein, dass man diesen gebraucht gut und günstig findet – es gibt doch einige Leute, die den falschen Stift gekauft haben und diesen dann über diverse Plattformen wieder loswerden möchten.

Weit über die Grundfunktionen hinaus

GoodNotes bietet in der fünften Version nicht nur die Möglichkeit Notizbücher zu befüllen, sondern auch einen eigenen Modus der bei einer Beamer- oder Monitor-Verbindung aktiv wird. In meinem Umfeld  ist das iPad über einen HDMI-Adapter mit dem Beamer verbunden, sodass die Schülerinnen und Schüler das sehen, was ich schreibe. Der Präsentationsmodus, dessen automatische Aktivierung eingestellt werden kann, lässt Menüpunkte und Auswahlwerkzeuge beim Beamer-Bild verschwinden. So sehe ich die übliche GoodNotes-Ansicht, andere sehen jedoch nur das Hintergrundbild und meine Schrift. So werden ganze Seiten im Hochformat angezeigt, während beispielsweise Ausschnitte im Querformat dargestellt sind. Die Ablenkung ist dann nicht gegeben. In meinem Fall sehen die Schülerinnen und Schüler nicht, wenn ich zwischen Radiergummi und Stift wechsle. Seit dem Update auf iPadOS 13 steht in GoodNotes 5 auch die Funktion zur Verfügung, zwei Dokumente nebeneinander geöffnet zu haben. Über einen Button wird ausgewählt, welches Dokument über den Beamer angezeigt wird. Ich habe damit das digitale Schulbuch oder PDF-Dokumente mit Vorbereitungen und mein digitales Schulübungsheft nebeneinander, projiziert wird aber immer nur eines von beiden. 

Neben diversen Stiften und Tools um Formen zu zeichnen, gibt es auch Markier-Werkzeuge, eine automatische Handschrifterkennung und die Möglichkeit Bilder einzufügen. Dabei kann auch über Bilder geschrieben werden und schönere Skizzen gelingen schnell und einfach – es ist wie digitales Abpausen. Dabei können Linien auch im Nachhinein farblich angepasst oder direkt gelöscht werden das gilt auch für Linien und Formen, die dann noch eine Größenanpassung zulassen.

Ein Notizbuch richtig erstellen

Natürlich wollte ich nach dem Download sofort loslegen und merkte erst einige Zeit später, dass die Ein oder Andere Möglichkeit vorher bedacht werden sollte. Notizbücher bestehen aus einem Deckblatt, dass einfach die erste Seite des Notizbuches darstellt. Dahingehend kann neben den Vorlagen auch ein eigenes Bild dafür verwendet werden. Bei der Erstellung eines neuen Notizbuches fragt GoodNotes nach dem gewünschten Hintergrund. Dabei gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten in verschiedenen Formaten – auch linierte und karierte Templates gibt es dort.

Seit der fünften Version ist es nun möglich eine Ordnerstruktur aufzubauen – Drag & Drop wird auch unterstützt. Neben Ordnern und Dokumenten können auch Bilder aufgenommen oder Dokumente gescannt werden. Dazu dient dann die eingebaute Kamera. Ebenso kann von anderen Quellen, wie USB-Sticks oder Cloud-Speichern importiert werden. Bei der Erstellung eines neuen Dokuments wird aus einer Vielzahl an Titelblättern und Seitenlayouts ausgewählt. Neben den Vorlagen DINA7 bis DINA3 kann auch zwischen Letter oder Tabloid-Formaten ausgewählt werden. Weiterer Parameter ist die Hintergrundfarbe. Einige Auswahlmöglichkeiten der Papiersorte sind liniert, kariert, dotted, leer, cornell, Notenzeilen oder Tabulator.

Diese haben aber einen entscheidenden Nachteil: Die Abstände der Kästchen bzw. Linien stimmen nicht mit üblichen Heftformaten überein. Ich habe mir also eine PDF-Vorlage erstellt und diese in GoodNotes eingefügt. Damit ist die Mitschrift meines Mathematikunterrichts noch realistischer, da auch die Schülerinnen und Schüler auf dem gleichen kariertem Papier arbeiten. Nebenbei wäre das Ergebnis auch beim Ausdrucken deutlich übersichtlicher.

Zwei Kästchen entsprechen bei meiner Vorlage dem üblichen Zentimeter und auch beim linierten Papier habe ich die Größe entsprechen angepasst. Damit auch du davon profitieren kannst, gibt es den Download der PDF-Vorlagen ganz unten. Am Besten kann man diesen Beitrag direkt am iPad öffnen, dann muss die Vorlage nicht noch extra transferiert werden (dazu gibt es die jeweiligen QR-Codes zum Scannen). Hinweise zur Verwendung der Vorlagen befinden sich am Ende diesen Beitrags.

Vorlage: kariert

Vorlage: liniert

Sonst noch was?

Für private Zwecke würde eigentlich auch Apples Notizen-App dienen, GoodNotes bietet im Schulkontext aber die Möglichkeit, aufwändige Tafelbilder für die Ewigkeit zu speichern und bereits im Vorfeld zu produzieren. Außerdem gelingt das Richtigstellen bzw. Korrigieren von Fehlern deutlich einfacher. Mein absolutes Lieblingsfeature ist aber der Sichtkontakt zu den Lernenden. Natürlich gibt es vielerlei Sozialformen und nicht nur Frontalunterricht, jedoch habe ich bspw. bei letzterem die Schülerinnen und Schüler nun direkt im Blick. Das ist meiner Meinung nach sehr vorteilhaft, da ich während meiner Arbeit sehr gerne auch spreche und dabei die Gruppe auch gerne ansehe. Der Nachteil ist jedoch, dass ich mehr sitze, als wenn ich an der Tafel arbeite – das muss ich dann anders ausgleichen.

GoodNotes unterstützt in der aktuellsten Version auch das gemeinsame Arbeiten an einem Notizbuch – die iCloud-Freigabe macht es möglich. Bei Backups kann aber auch auf andere Dienste, wie etwa Google Drive zurückgegriffen werden.

Tafelbilder, Vorbereitungen, Protokolle und andere Mitschriften bringen auch die Anwendung in Elterngesprächen mit sich. Dabei kann für eine Klasse ein Administrations-Notizbuch angelegt werden. Dabei greife ich persönlich doch lieber zu anderen Diensten und Listen führe ich auch vollkommen digital ohne Handschrift.

 

Download

Die App ist ausschließlich in Apples „App Store“ für etwa 9 € erhältlich. Ich finde den in letzter Zeit gestiegenen Preis, in Anbetracht der Funktionalität, immer noch mehr als angemessen. Das entspricht etwa den Ausgaben von drei bis vier Collageblöcken.

Neben den Papiervorlagen dient mir auch ein passendes Bild eines Geo-Dreiecks im Mathematikunterricht. Die Handhabung ist zwar nicht perfekt, jedoch für meine Zwecke vollkommen ausreichend: dabei das Dreieck als Bild einfügen und durch die Größenanpassung auf der Seite platzieren. (Link zum Dreieck)

Für die Papiervorlagen habe ich noch einen Hinweis: Nach dem Herunterladen sollte das PDF-Dokument direkt in GoodNotes importiert werden. Dabei ist es von Vorteil, wenn das Dokument, in welches die Vorlage gelangen soll, bereits vorher geöffnet ist. GoodNotes fragt mein Importieren nach, ob das PDF-Dokument in das aktuelle Notizbuch importiert werden soll. Ist die Volage importiert wird jede nächste Seite direkt mit der Vorlage hinterlegt. Ich importiere daher entweder direkt nach der Erstellung eines Notizbuches die Vorlage oder nehme die Vorlage direkt als neues Notizbuch und passe die erste Seite an (diese stellt dann auch das Thumbnail in der Übersicht dar). 

Tracking und Werbung – meinen Feinden geht es mit dem Pi-Hole an den Kragen (Werbeblocker)

Tracking und Werbung – meinen Feinden geht es mit dem Pi-Hole an den Kragen (Werbeblocker)

Tracking und Werbung – meinen Feinden geht es mit dem Pi-Hole an den Kragen (Werbeblocker)

Wir werden alle verfolgt und von großen Mächten beeinflusst. Kling das unglaubwürdig? Naja, teilweise!?

Laptop, Tablet, Smartphone und alle anderen Geräte, die in meinem Heimnetzwerk hängen, führen ständig Internet-Abfragen durch. Das geschieht nicht nur dann, wenn ich eine Website besuche oder eine App öffne, sondern auch hinter meinem Rücken. Dabei gibt es ganz harmlose Dinge wie Updates oder ein Abgleich mit meinem Cloud-Speicher. Trotzdem schleichen sich dabei unliebsame Gäste ein. Unter dem Stichwort Tracking und Werbung versuchen zahlreiche Dienste Inhalte auf mein Gerät zu bringen.

Spürt man davon was?

Das große, weite Internet bietet viele Möglichkeiten. Um zu verstehen, was ich in diesem Artikel beschreibe, werde ich technische Querverweise anführen. Damit auch weniger versierte Personen das nutzen können, bildet dieser Beitrag auch eine Schritt für Schritt Anleitung weiter unten.

 Surft man auf eine Website, dann wird auch die Werbung auf der betreffenden Seite geladen (sofern vorhanden). Abhilfe schaffen Werbeblocker (Adblocker), die als Browser-Erweiterung installiert werden. Das schützt jedoch nur den betroffenen Browser, im weitesten Sinne ist dabei dann die Grenze erreicht. Smartphone, Tablet und alle anderen Geräte sind weiterhin „ungeschützt“ im Internet unterwegs. Das heißt im Klartext, dass ein Adblocker am PC natürlich nicht den Browser am Handy schützt. Ein weiterer, sehr wichtiger Punkt bildet auch das Thema Maleware, schadhafte Software und Betrug – diese Seiten werden meistens von Browsererweiterungen nicht blockiert. Nicht zuletzt nenne ich hier die typischen Spione, die ganz offiziell Daten an Server schicken. Egal ob Windows, iCloud oder Amazon – sie alle senden Datenpakete an die eigenen Server, selbst wenn man schläft. In diesem Fall war es mein zugeklappter Laptop – es finden sich aber auch geblockte Verbindungen meines Smartphones:

Spürt man davon was?

Vorab: Ich bin kein Spezialist und spreche hier mit einfacher Stimme.

Gibt man www.smartraven.net in der Browserleiste ein, dann öffnet sich die betreffende Seite, jedoch wird im Hintergrund eine DNS Abfrage durchgeführt, denn mein Browser muss einen DNS-Server nach der passenden IP-Adresse befragen. DNS-Server führen Listen mit IP-Adressen und Domains und lösen damit das Problem. Unter anderem deshalb muss man eine neue „Internetadresse“ auch registrieren.

  • Die Information „www.smartraven.net“ wird im Browser eingegeben und an den Router gesendet
  • Falls der Router die passende IP nicht kennt, wird die Anfrage (über das Modem, das oft schon eingebaut ist) an einen DNS-Server weitergeleitet
  • Dieser Server sucht dann die passende IP heraus (diese lautet in dem Fall dann 81.19.159.15)
  • Vom DNS-Server kommt dann eine Rückantwort mit der IP, die dann der eigene Browser aufruft
  • Jetzt erst wird die passende Seite geladen

Das Problem ist dabei oft, dass bei vielen Seiten nun auch noch eine Anweisung der betreffenden Seite kommt, weitere Inhalte (u.a. Werbung) aufzurufen. Das sind dann die gewohnten „Werbeflächen“ auf Websites. Das heißt im Klartext, dass der DNS-Server auch die IP-Adressen der Werbung auflöst und an den Browser schickt. Anschaulicher in diesem Video:

Ich habe eine Lösung: Pi-Hole

Seit 2019 nutze ich eine Software um die DNS-Abfragen zu Filtern. Pi-Hole ist auf meinem Rasperry Pi installiert und und filtert die Anfragen so:

  • Ich gebe www.smartraven.net in meinem Browser ein und dieser sendet eine Anfrage über den Router an den eingestellten DNS-Server
  • Der Router ist so eingestellt, dass zuerst die Software Pi-Hole befragt wird
  • Pi-Hole hat einige Block-Listen gespeichert und klärt nun ab, ob die eingegeben Adresse dort vorhanden ist
  • Wird www.smartraven.net nicht in der Block-Liste angeführt, wird ein DNS-Server befragt und die Seite geladen.
  • Ist www.smartraven.net auf der Block-Liste, dann wird über den Router eine „nicht erreichbar-Antwort“ an den Browser weitergeleitet

Das hat nun zur Folge, dass ich unabhängig vom Gerät einen Adblocker in meinem Netzwerk habe. Dieser ist in Form des Rapberry Pi (via Lankabel) an meinem Router angeschlossen und denkt quasi mit. Meine Netzwerkverbindung ist dadurch nicht langsamer, denn die Abfrage geschieht blitzschnell und der Datenverkehr läuft ohnehin über meinen Router (mit eingebautem Modem) ins große, weite Web. Außerdem werden viele Anfragen blockiert und damit spezielle Inhalte eben nicht geladen.

Anleitung zum Nachmachen

Damit auch andere davon profitieren liefere ich hier eine Schritt für Schritt Anleitung, die ganz unten im Beitrag auch in Videoform eingebettet ist, ebenso finden sich dort alle Befehle, Links und Downloads (zusätzlich). Man kann eigentlich nichts kaputt machen – im schlimmsten Fall funktioniert es nicht, was aber unwahrscheinlich ist und die Angst vor dem schwarzen Fenster (Terminal) ist unbegründet. Das benötigt man: 

  • Linux-fähigen Computer, der dauerhaft läuft: Dazu eignet sich ein Raspberry Pi hervorragend (Anschaffung auch im lokalen Geschäft möglich; jährliche Stromkosten von 5-10€)
  • Raspberry Pi OS (das Betriebssystem für den Betrieb)
  • MicroSD Karte mit mindestens 8GB (falls keine vorhanden ist)
  • Einen Computer/Laptop mit dem die Installation/Einrichtung durchgeführt wird

Vorbereitung

Die „Festplatte“ des Raspberry Pi ist eine MicroSD Karte, deshalb muss vorerst das Betriebssystem (Pi OS) auf diese gespielt werden. Das gelingt sehr schnell mit dem Pi-Imager. Diese Software schreibt das Betriebssystem automatisch auf die MicroSD Karte. Damit man später auf den Raspberry Pi auch ohne Maus, Tastatur und Bildschirm zugreifen kann, fehlt nur noch eine „formatlose“ Datei, die SSH heißt. Ich habe dafür eine Datei vorbereitet, die bedenkenlos heruntergeladen werden kann: SSH-Datei-Download

Nach dem Download sollte die ZIP-Datei entpackt werden – in den meisten Fällen reich ein Doppelklick. Die SSH-Datei muss zum Schluss nur noch auf die MicroSD Karte kopiert werden (direkt, nicht in einen Unterordner). Jetzt kann die MicroSD Karte in den Raspberry Pi eingelegt werden, dieser wird über ein LAN-Kabel mit dem Router verbunden und die Stromversorgung wird hergestellt. Der Raspberry Pi startet automatisch, davon bekommt man nichts mit – er ist lautlos, nur die LED beginnt zu leuchten. 

Zugriff auf den Raspberry Pi

Der Raspberry Pi wird über einen Fernzugriff gesteuert und eingerichtet – das gelingt über die Secure Shell (kurz: SSH), unter Mac mit Boardmitteln (das Programm „Terminal“ öffnen) und unter Windows mit der Software Putty. Putty kann bedenkenlos installiert und geöffnet werden. Für die SSH-Verbindung benötigt man die IP-Adresse des Raspberry Pi im lokalen Netzwerk.

Diese Information kann man auf der lokalen Seite des Routers sehen. Auf dem Router selbst steht eine IP-Adresse, die man in den Browser eingibt, dort sind alle verbundenen Geräte aufgelistet, darunter dann jene IP Adresse des Raspberry Pi.

Windows (Putty herunterladen)

  • Putty starten
  • Host-Name/IP Adress: IP-Adresse des Raspberry Pi eingeben
  • Open anklicken und ggf. das „Key-Fenster“ mit „Nein“ bestätigen
  • login as: pi
  • password: raspberry

Mac

  • Terminal starten
  • pi@192.168.xxx.xxx eingeben (mit der IP-Adresse des Raspberry Pi)
  • Enter drücken und ggf. das „Key-Problem“ mit „yes“ bestätigen
  • password: raspberry

Achtung

Bei der Passworteingabe wird nichts angezeigt – das ist vollkommen normal. Also einfach das Passwort „blind“ eingeben und mit Enter bestätigen.

Je nach SSH-Möglichkeit sollte nun pi@raspberrpi oder ähnliches dastehen. Jetzt ist es an der Zeit Updates einzuspielen, damit auch alles am aktuellsten Stand ist und ggf. das Passwort des Raspberry Pi zu ändern. Dazu wird zuerst der Update-Befehl ausgeführt und nach dessen Fertigstellung jener für das Upgrade.

Update (geht sehr schnell):

sudo apt-get update

Upgrade (kann ein wenig dauern):

sudo apt-get upgrade

Konfiguration (optional):

sudo raspi-config

Über den raspi-config-Befehl wird durch „1 System Options“ und dann „3 Password“ ein neues Passwort vergeben.

Pi-Hole auf dem Raspberry Pi installieren

Das ist sehr einfach und unglaublich schnell, es gelingt mit der Eingabe von diesem Befehl:

curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash

Im Zuge der Installation wird man auch nach einigen Dingen gefragt und auf das Ein oder Andere hingewiesen. Unter anderem muss der Raspberry Pi eine statische IP-Adresse vom Router erhalten, ansonsten könnte sich diese nach einem Neustart ändern (das wäre problematisch). Dazu muss erneut die Router-Seite über den Browser aufgerufen werden und dort wird dem Raspberry Pi eine fixe/statische IP-Adresse zugewiesen. Da dieser Schritt bei jedem Router ein wenig anders ist, sollte man im jeweiligen Benutzerhandbuch nachlesen – eine Suche im Internet kann das aber auch klären. Alle weiteren Schritte können mit „Ok“ bestätigt werden, im Video ganz unten gibt es mehr Infos dazu. Wichtig ist das Passwort für das Pi-Hole, das am Ende eingeblendet wird. (aufschreiben!)

Abschließende Schritte

Dem Pi-Hole müssen noch die Seiten bekanntgegeben werden, die blockiert werden sollen. Da man diese aber oft gar nicht kennt, gibt es bereits bestehende Listen im Internet. Im Browser gibt man die IP-Adresse des Raspberry Pi ein und fügt /admin hinzu und klickt danach auf Login, wo nach dem Passwort des letzten Schrittes gefragt wird. Unter „Group Management“ kann über „Addlists“ eine Fülle von Block-Listen hinzugefügt werden. Diese gibt es u.a. hier von Git-Hub. Für diese letzten Schritte kann man sich das im Video unten ansehen – das ist deutlich einfacher.

Killswitch

Manchmal kann es sein, dass das Pi-Hole schnell abgeschalten werden muss um z.B. eine geblockte Seiten absichtlich aufzurufen. Mit diesem Video gelingt das. Ich habe mir zwei Knöpfe auf dem Smartphone dafür eingerichtet, die dann das Pi-Hole ab-/anschalten. Das klappt ohne Login-Maske und Passworteingabe. PS: enable kann statt disable verwendet werden um das Pi-Hole wieder zu aktivieren.

Nützliche Infos

Standard-Zugangsdaten:

Benutzer: pi

Passwort: raspberry

In diesem Video wird alles Schritt für Schritt erklärt.

Pi-Hole installieren:

curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash

Pi-Hole-Update:

pihole -up

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

gather.town – Videokonferenzen in virtuellen Welten, die verbinden

Videokonferenzen halten seit 2020 Einzug in der Bildungswelt und natürlich auch weit darüber hinaus. Schon fast genervt wirken manche TeilnehmerInnen vom immer selben Anblick: Kacheln mit Webcambildern, ein paar Interaktive Tools und der Chat als Austauschformat. Ja, Break-Out-Rooms sind für viele auch nichts Neues mehr. Dabei gibt doch noch ganz andere Wege, wie man sich austauschen kann.

What?

Ja! Neben klassischen Videokonferenz-Tools, die ich selbst auch nutze, gibt es einige Vertreter die ganz anders an die Sache herangehen. Was brauchbar wäre, sind Lösungen, die ein freies Bewegen im Raum zulassen, gleichzeitig muss es aber auch „Vortrags-Settings“ geben, die es ermöglichen, dass ein Sprecher oder eine Sprecherin alle erreicht. Klug wäre es auch, wenn man mit jenen in Kontakt treten kann, die man aktuell sehen und hören will/sollte. Nicht nur Gruppenarbeiten sondern auch Freizeitmöglichkeiten erstrecken sich dadurch. Zum Glück für mich gibt es das bereits.

Dieses nette Tool erzeugt eine virtuelle Welt, die dem Design nach Game-Boy-Spielen aus den 1990er Jahren ähnelt. Nach dem Betreten des Raumes nimmt man in Gestalt einer verpixelten Figur am Geschehen teil. Mit den Pfeiltasten auf der Tastatur navigiert man durch den Raum und kann sich so anderen Personen (Pixel-Character) nähern. In einem gewissen Radius um sich herum, kann man dann andere nicht nur auf der Karte des Raumes sehen, sondern auch das Webcambild. Zusätzlich hört man sich dann noch über das Mikrofon. Im Verhältnis zu einem klassischen Videokonferenz-Tool bietet gather.town also die Möglichkeit der Vernetzung mit der unmittelbaren Umgebung. Damit können sich jene Gruppieren, die etwas zu Besprechen haben. Die Möglichkeit der Bildschirmfreigabe und der Chat sind ebenso Funktionen des Tools. Letzteres kann sogar in zwei Bereiche untergliedert werden. Einerseits kann man mit seiner direkten Umgebung chatten, so erhalten nicht alle im Raum eine Nachricht, das kann aber mit „everyone“ ebenso erzielt werden.

Grundsätzlich gibt es aber auch spezielle Bereiche, wie die „private-spaces“. Das sind spezielle Punkte oder Orte, wo sich dann alle sehen und hören, die anwesend sind. Das könnte bspw. rund um einen Tisch sein. Damit werden dann die Webcams sichtbar und man kann sich auch akustisch austauschen. Der Spotlight-Place bietet dafür die Möglichkeit mit einem ganzen Raum zu kommunizieren, ohne das die örtliche Nähe eine Rolle spielt. Wie im Titelbild ganz oben kann dann auch ein „Vorlesungs-Szenario“ in gather.town abgehalten werden.

Ein Punkt der noch dazugehört ist der Preis. Ich nutze gather.town in der vollkommen kostenlosen Variante und kann damit 25 Personen gleichzeitig in einem Raum unterbringen. Das ist für eine Schulklasse oder auch eine Gruppe von Studierenden oder für die Freizeit eigentlich ganz in Ordnung. Dann wird es jedoch kostspieliger. Die Preise richten sich nach einem pay-per-use Modell – dabei ist mit $1/user für zwei Stunden Nutzung auch eine günstige online-Party möglich. Dabei gebe ich folgende Gedanken mit: 

  • Für Personen ist die Teilnahme sehr einfach
  • Die Kosten sind meiner Meinung nach in Ordnung, wenn man Kosten für einen realen Seminarraum bedenkt, der angemietet wird

    So ist die virtuelle Welt aufgebaut

    Grundsätzlich beschreibe ich gather.town mit einem 3-Ebenen-Prinzip. Die Grundlage, also die hinterste Ebene bildet ein Bild. Dieses kann aus einer Vorlagengalerie gewählt oder auch selbst gestaltet werden. Auf diesem Bild wird auch die grundlegende Richtung sichtbar. Damit kann das Bild die Grundlage für einen Seminarraum oder auch eine Dachterrasse bieten.

    Auf diese Ebene folgt dann der Teil, der von gather.town direkt eingespielt wird. Dazu zählen spezielle Bereiche, wie „private-Spaces“, die nicht direkt sichtbar sind, aber auch Möbelstücke, Pflanzen, Dekoration und interaktive Inhalte. Damit ist es möglich virtuelle Pinnwände, Bildschirme oder Infotafeln zu platzieren. Diese interaktiven Elemente können allerlei Dinge, wie Websites, Videos oder Bilder beherbergen. Bei „embedded Pages“ können natürlich auch Padlets oder Spiele eingebunden werden. So hat man einen Bereich, der eben solche interaktive Elemente bereitstellt und diese werden wiederum nur ab einem gewissen Radius, also räumlicher Nähe aktivierbar.

    Die dritte und oberste Ebene bildet wiederum ein Bild. Dieses ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Damit gelingt es bei der Rooftop-Bar das gewisse Etwas mit Hilfe von Lichtern, die teilweise transparent über dem Geschehen liegen zu erzeugen.

    Das ist mir zuviel

    Natürlich wird man auf den ersten Blick ein wenig von den vielen Möglichkeiten erschlagen. Wer auf die Virtuelle Welt dennoch nicht komplett verzichten will, dem sagt vielleicht wonder.me zu. Dort gibt es ebenso die Möglichkeit durch örtliche Nähe in Kontakt zu treten – die Oberfläche bietet jedoch nur wenig Vielfalt.

    Wenn gather.town dennoch sinnvoll erscheint, dann könnten dir meine Videos beim Kennenlernen und Einrichten vielleicht helfen. Ich habe auch einen Raum eingerichtet, den man einfach betreten kann – unten ist der Link dazu. Dabei kann gather.town kurz aus Teilnehmendensicht ausprobiert werden (kostenlos). Mir hat es auf jene Fall sehr viel Spaß bereitet diese virtuelle Welt einzurichten und ganz kurz im Zuge der #digiPH4 zu präsentieren und mit einigen Hochschullehrenden ein bisschen Zeit beim informellen Austausch zu verbringen.

    Update – 14.02.2021

    In gather.town gab es nun ein Update, das die Map-Maker-Eigenschaften weiter vorantreibt. Dahingehend gibt es auch ein Update-Video.

      Linkliste

      Lernvideos, Streaming und Videokonferenzen – so macht man es sich leicht – Anleitung (OBS)

      Lernvideos, Streaming und Videokonferenzen – so macht man es sich leicht – Anleitung (OBS)

      Screenshot der Beurteilungsliste

      Lernvideos, Streaming und Videokonferenzen – so macht man es sich leicht – Anleitung (OBS)

      Bildschirmfreigabe, Webcam, Mikrofon: Lernvideos und Videokonferenzen haben doch einige Gemeinsamkeiten. Im Lernvideo wird oft Schritt für Schritt produziert, während bei Videokonferenzen dafür natürlich keine Zeit bleibt. Deshalb geht es in diesem Beitrag um eine schnelle und kostenlose Option die Tricks aus beiden Welten zu verbinden – und zwar einfach!

      Damals, als noch …

      Vor allem vor 2020 waren meine Lernvideos überwiegend Screencasts, die vor überwiegend mit Laptop oder iPad produziert wurden. Dabei sind die hauseigenen Funktionen ausreichend um Bildschirm und Ton (sogar via externem Mikrofon) gleichzeitig aufzunehmen. Was eigentlich nie vorkam, war das eigene Bild – also eine Einblendung der „Webcam“. Was Gaming-Streamer schon seit Jahren nutzen, um die Zuschauerbindung zu erhöhen habe ich wohl total verpasst. Ich liefere aber auch nur fünfminütige Häppchen mit Erklärungen in einfacher Form und nicht stundenlange Live-Streams.

      YouTuber zu sein ist kein richtiger Beruf

      Lehrer vor 2020

      Seit März 2020 bin ich zum Teil auf Videokonferenzen angewiesen und unterrichte in meinen Mathematikstunden auch mit freigegebenem iPad-Bildschirm. Praktischerweise kann ich das mit dem Tablet umsetzen und in GoodNotes schreiben. Gleich zu Beginn störte natürlich das Aufsetzen des Stiftes am Display, denn das interne Mikrofon übertrug auch dieses Klackern. Weiteres Glück hatte ich dann, da ich mein USB-Mikrofon auch direkt am iPad nutzen konnte. Was jedoch weiterhin problematisch ist: Ich sehe niemanden, solange ich meinen Bildschirm freigebe – da blieb nur die Option, ein zweites Mal in die Session einzusteigen.

      Das geht noch etwas besser

      Nach einiger Zeit fand ich meinen Workflow mit Bildschirmübertragung iPad -> MacBook, sodass ich schnell zwischen Klasse und Bildschirmfreigabe wechseln konnte. Die Lösung war für viele Wochen praktikabel, jedoch aufwändig. Der Supergau war erreicht, als ich Konstruktionen in der Videokonferenz vorzeigen wollte, denn dabei helfen digitale Tools meiner Meinung nach nicht.

      So hätte ich es gerne

      Meine Anforderungen, was in der Videokonferenz zeitgleich sichtbar sein soll:

      • Mein Webcambild (da bin ich selbst zu sehen)
      • Meine Schülerinnen und Schüler
      • meinen iPad-Bildschirm, wo ich mitschreibe oder
      • das Kamerabild meines Tablets/Smartphones, dass von oben auf das Heft filmt

      Die Herangehensweise war mir jedoch nicht bekannt, auch das Kamerabild des Smartphones in die Videokonferenz zu bekommen war nicht einfach aber möglich. Der Aufbau wurde immer komplexer und gleichzeitig immer weniger praktikabel. Außerdem möchte ich gerne anderen meine Lösungen empfehlen können. Zu dem Zeitpunkt wäre eine Umsetzung für Kolleginnen und Kollegen fast unmöglich.

      Das ist meine Lösung

      Vorerst: vor Kurzem bin ich auf EpocCam gestoßen, das mein Smartphone in eine externe Webcam verwandelt – das ist jedoch im Beitrag Videokonferenz/Meeting: Warum man keine neue Webcam braucht bereits gut beschrieben.

      Mein Retter für fast sämtliche Probleme war die bei Streamern aus dem Gaming-Bereich beliebte Software OBS Studio. Dieses open-source Programm bietet für Windows, Mac und Linux die Möglichkeit viele unterschiedliche Video- und Audioquellen zugleich zu bündeln. Das entstehende Bild/Signal kann direkt aufgenommen werden, was eine erhebliche Arbeitserleichterung für den Videoschnitt darstellt. Keine Mühsame Audiosynchronisation mehr und auch der Bild-in-Bild-Schnitt fällt komplett weg. OBS ist nach ein paar Einrichtungsschritten direkt startbereit und zeigt mein Webcambild, das Bild meiner Smartphonelinse und den Inhalt meines iPad-Bildschirms auf einmal. Hier ein Screenshot aus einem aufgenommenen Video:

        Das praktische dabei ist, dass alle drei Bildquellen und meine Stimme zeitlich aufgenommen werden. Im Anschluss muss ich eigentlich keine Nachbesserungen mehr vornehmen, außer den Anfang und das Ende wegzuschneiden, wenn dabei zu viel Zeit vergangen ist (Einschalten/Ausschalten der Aufnahme-Funktion)

        Ein absoluter Vorteil ist aber nicht nur die Aufnahme-Funktion, sondern die virtuelle Webcam. Vereinfacht gesagt kann das in OBS zurecht gerichtete Bild als Webcam in Videokonferenzen ausgewählt werden. OBS gaukelt also dem Computer vor, dass es eine Webcam sei. Das Bild ist sozusagen zusammengesetzt aus mehreren Videoquellen und läuft in Echtzeit. Auch das Anpassen von Positionen der einzelnen Bilder ist problemlos möglich.

        So baue ich Lernvideos und virtuelle Webcam auf

        In OBS selbst habe ich mir einige sogenannte Szenen hergerichtet. In jeder Szene ist das Bild ein wenig anders. Es gibt welche, die nur ein Webcambild zeigen oder auch welche, wo iPad-Bildschirm mit Webcam-Bild-Einblendung zu sehen sind. Alle Eingaben können frei verschoben und in der Größe angepasst werden. Ebenso habe ich ein drei-Perspektiven-Bild zusammengebastelt, das folgendes zur gleichen Zeit zeigt:

        • mein Webcambild, auf dem ich zu sehen bin
        • den iPad-Bildschirm, wo ich vorrechnen kann
        • ein Kamerabild, das meinen Taschenrechner zeigt (damit ersichtlich ist, wie Eingaben erfolgen)

        Schema meiner Top 3 Szenen

        So baue ich Lernvideos und virtuelle Webcam auf

        Ja, klar. OBS ist kostenlos, EpocCam kann auch mit der kostenlosen Variante hier genutzt werden. Wer andere Geräte verwendet oder gar einen zweiten Computer mit in das System bringen will, der ist mit  der Software Mirroring360 gut beraten. Wer statt iPhone ein Android-Smartphone verwendet, kann statt EpocCam DroidCam verwenden. Damit schnell klar wird, wie das funktioniert, gibt es direkt eine kurze Anleitung, OBS ist aber auch ausreichend auf YouTube dokumentiert. Um die Szenen zu bestücken gibt es die Möglichkeit diverse Quellen hinzuzufügen:

        Audioquellen
        interne und externe Mikrofone

        Bildschirmaufnahme
        Bei der Fensteraufnahme wird nur das in der Quelle definierte Fenster aufgenommen. Dieses Fenster muss dabei nicht durchgehend aktiv sien.

        Videoaufnahmegerät
        Die integrierte Webcam aber auch externe Kameras, die via USB verbunden sind. Ebenso gibt es hier EpocCam (Smartphone als Webcam)

        Fernbedienung: Schneller Wechsel und live-Einblendungen

        Elgatos Streamdeck ist dafür eine Lösung, aber schau dir die nächsten Zeilen genau an, denn damit kannst du unter Umständen sehr viel Geld sparen.

        Das angesprochene Streamdeck ist ein Hardwareprodukt, dass über einige Knöpfe verfügt und an den Computer angeschlossen wird. Heruntergebrochen handelt es sich hierbei um eine Art Tastatur, die Gewisse Befehle an den Computer sendet um beispielsweise OBS fernzusteuern. Damit gelingt ein Wechsel zwischen Szenen schnell und einfach per Knopfdruck. Natürlich können auch Bilder, Text u.v.m. ein- und wieder ausgeblendet werden. Simple Befehle wie das Starten der Software OBS oder das Beenden einer Videoaufnahme zählen ebenso zu den Grundfunktionen. Da es sich hierbei um Hardware handelt, die mit spezieller Software ausgestattet ist, hat das seinen Preis.

        In meinem Fall hat ein iPad Mini der ersten Generation hier Abhilfe geschaffen: Die kostenlose Software Touch Portal läuft auf Windows, MacOS, Android, iOS und iPadOS und ist damit auch quer durch den Betriebssystem-Garten verfügbar. Ich empfehle einfach ein altes Smartphone oder Tablet, das nicht mehr in regelmäßiger Verwendung ist. Am Computer wird die Software installiert und eingerichtet, am Tablet/Smartphone gibt es dann die App, die jene grafische Übersicht bietet, die am Computer eingestellt wird. So wird in meinem Fall ein altes iPad zur Fernsteuerung für meinen Computer – ich nutze es vor allem für OBS. Dabei kann ich zwischen Szenen wechseln, die Aufnahme starten oder auch Einblendungen zu meinem Stream hinzufügen. Ein „Thumbs-Up-Emoji“ wird auf Knopfdruck eingeblendet und via virtueller Webcam für Teilnehmende in der Videokonferenz sichtbar.

        Aber ich verwende Windows und Android

        Ich bin davon überzeugt, dass auch das einige betreffen wird. Da Windows und Android nicht aus dem gleichen Haus stammen gibt es dabei nur mangelnde Integrität. Trotzdem haben einige Entwicklerinnen und Entwickler zahlreiche Lösungen. Viele Davon sind kostenpflichtig, manche sogar sehr kostspielig oder nur über ein komplexes Abo-System nutzbar. Eine Lösung, die sogar open-source ist, kann ich jedenfalls empfehlen. Auch wenn die Einrichtung auf den ersten Blick etwas komplexer erscheint, läuft auch das gut und ist bereits in diesem Video ausgezeichnet dokumentiert. Die Software scrcpy (screencopy) ist über GitHub verfügbar aber mehr dazu gibts wirklich im Video.

        Fazit kurz und knapp

        Ich spare mir nun nicht nur sehr viel Zeit bei der Videoproduktion, sondern kann effizient Videokonferenzen gestalten. Da ich fast ausschließlich im Browser arbeite funktioniert OBS auch bei allen gängigen Tools. Zoom wird bspw. auch in der Desktop-Variante unterstützt, Webex jedoch nicht, bei MS Teams ist es bei der Desktop-Version scheinbar eine Glückssache, ob OBS als Webcam erlaubt ist oder nicht – im Browser läuft es gut.

        Links aus diesem Beitrag

        Weitere Nützliche Informationen

        Am 18.04.2021 wurde dieser Beitrag um ein Paar Punkte und Möglichkeiten ergänzt. Im Zuge der Planung für eine eLecture (Online Fortbildung) wurden noch einige Details ans Tageslicht befördert, die ebenso in den Beitrag geflossen sind.

        In der eLecture wird ein „Tool“ erwähnt, dass es ermöglicht unter MacOS Desktopsymbole mit einem Klick zu verstecken – dies ist eine Applikation, die mit Hilfe von kurzen Terminal-Befehlen ausgeführt wird. Von außen sieht es nach einem eigenständigen Programm aus. Möchtest du wissen, was sich innerhalb des Programms befindet, dann öffne die Datei einfach mit der Software „Automator“ und schau hinein. Hier gibt es jedenfalls den Download:

        Die Möglichkeit der virtuellen Webcam in OBS und Microsoft Teams unter MacOS (Apple) sind nicht immer Freunde. Dieser Befehl kann dazu beitragen, dass virtuelle Webcams in der Teams-Desktop-App angezeigt werden. Einfach das Programm „Terminal“ öffnen, den folgenden Befehl dort einfügen und mit „Enter“ bestätigen:

        sudo codesign – remove-signature "/Applications/Microsoft Teams.app/Contents/Frameworks/Microsoft Teams Helper (Renderer).app"

         

        Am 19.04.2021 fand eine eLecture an der Virtuellen Pädagogischen Hochschule statt, die Aufzeichnung ist nun online, einfach den Button unten anklicken.